magazin/sonderthemen

Die "inneren Stellschrauben" auf Schulerfolg drehen

Bei mangelhafter Konzentration können selbst überdurchschnittlich begabte Schüler zu Schulversagern werden. Die Fähigkeit zur Konzentration ist der entscheidende Faktor für gute Leistungen in Schule und Beruf.

Podcast
Fotostrecke
Und man kann sie lernen.
Viele betroffene Eltern sehen sich täglich damit konfrontiert, dass das Potenzial ihrer Kinder und deren schulische Leistungen weit auseinanderklaffen. Die beiden Hauptursachen dafür sind mangelnde Motivation und Konzentration. Über Erfolg und Misserfolg in der Schule entscheidet nämlich weniger die Quantität des Potenzials als die Qualität, mit der es ausgeschöpft wird: Erfolg ist die Bewegung des Potenzials in die richtige Richtung.
Wie kann ein Schüler das in ihm schlummernde Potenzial optimal ausschöpfen? In der Schule wird eine gute Konzentrationsfähigkeit meist als selbstverständlich vorausgesetzt: "Er könnte viel besser sein, wenn er nicht so unkonzentriert wäre." Diesen Satz haben Sie als Eltern möglicherweise schon oft gehört und wahrscheinlich auch bereits die Erfahrung gemacht, dass es wenig hilft, wenn Sie Ihrem Kind sagen: "Konzentriere dich besser!" Konzentration ist nämlich keine Frage des Willens, sondern das Ergebnis einer gelungenen Kombination aus Motivation, Selbstorganisation, Lerntechniken und emotionaler Ausgeglichenheit.

Anpassungsdefizit als Kernproblem bei ADHS



Das Kernproblem eines "ADHS\'lers", also eines Kindes beim dem ein sogenanntes Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom diagnostiziert wurde, heißt Anpassung. Der Grund hierfür liegt darin, dass dieser Typ subjektiv assoziative Verknüpfungen gegenüber objektiv logischen bevorzugt. Deshalb fällt es ihm so schwer, bei Gesprächen den roten Faden nicht zu verlieren, bei schriftlichen Arbeiten beim Thema zu bleiben, oder genaue Arbeitsanweisungen zu befolgen. Statt das zu machen, was er von außen vorgegeben tun soll, folgt er spontan den inneren Impulsen, die eine bestimmte Vorgabe in ihm auslöst. So werden die Worte eines Gesprächspartners oder das Thema eines Aufsatzes meist nur als Stichworte aufgefasst, an denen entlang er seine subjektiven Empfindungen und Gedanken entwickelt. Dinge, die für ihn selber klar sind, die aber ein Außenstehender unmöglich ohne Erläuterung verstehen kann, lässt er einfach weg und wundert sich darüber, warum man ihn nicht versteht oder ihm Unklarheit vorwirft.

Vergessen und Verdrängen


Ähnliches gilt für das leidige Thema "Vergessen"". Wenn Eltern ihn auf etwas ansprechen, was er vergessen hat, wird dieser Typ oft wütend und hat überhaupt kein Unrechtsbewusstsein. Das hängt damit zusammen, dass er innerhalb seines eigenen Systems tatsächlich nichts vergessen hat. Er ist lediglich der Prioritätenliste dieses Systems gefolgt, in dem das Vergessene bis zum Zeitpunkt, wo man ihn darauf anspricht, einfach nicht vorgekommen ist. Besonders im familiären Alltag bedeutet das: Stressige und nervige Szenen en Masse sind vorprogrammiert.
Der wirksamste Ausweg aus diesem Dilemma führt an die Stelle, wo aus einem bestimmten Willen Handlungsimpulse entstehen. Beim typischen "ADHS\'ler" bilden Wille und Handlungsimpuls eine untrennbare Einheit. Man könnte auch von einer zwanghaften Spontaneität sprechen Selbstwahrnehmung und Selbststeuerung gilt es als wirksame Maßnahmen zur Förderung des "richtigen Wollens" und damit der Konzentration zu aktivieren. Spezielle Übungen können helfen. Im schulischen Umfeld wichtig ist auch die Steigerung der Motivation, die Verbesserung der Selbstorganisation, Lerneffizienz und letztlich bessere Schulnoten. Eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen sind geeignet, diese Ziele zu erreichen. Die regionalen Fachleuten im Bereich Lernförderung beraten dazu umfassend.

 

Anzeige



Was ist das?

Kommentare via facebook


Das könnte Sie auch interessieren:




Anmeldung
Benutzer: Passwort:
Login merken

Sie haben noch keinen Login? Hier kostenlos registrieren.
Haben Sie Ihr Passwort vergessen?