Wenn der Nachwuchs ein Instrument spielen möchte oder soll, haben Eltern eine Menge Fragen. Tipps für den Ein- und Aufstieg in die Welt der Musik geben staatlich geprüfte Musikpädagogen des Tonkünstlerverbands Baden-Württemberg.
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Welches Instrument das Richtige ist, entscheidet das Kind.
Hat ein Kind schon in den ersten Lebensjahren eine kreative Ader, also malt und bastelt es viel, denkt es sich gerne neue Spiele aus, singt es beim Spielen vor sich hin oder ist begeistert vom Singen im Kindergarten, dann deute dies auf eine Begabung hin, die weiter gefördert werden könne - etwa durch häufiges Singen und musikalische Früherziehung, umreißen die Verantwortlichen des Tonkünstlerverbands erste Hinweise auf eine musikalische Begabung.
Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren werden spielerisch an die Musik herangeführt durch Singen, Sprechen, Hören, Rhythmik, Bewegung, Klang und Instrumentenkunde. Das nennt man musikalische Früherziehung. Notenlesen und das Erlernen eines Instruments gehören noch nicht dazu. Ohne kognitive Fähigkeiten wie etwa das Erkennen und Lesen von Noten kommt aber auch ein musikalisch begabter Mensch meist nicht weit. Diese Fähigkeiten zur Abstraktion entwickeln Kinder im Grundschulalter etwa mit dem Lesen lernen. Dies sei ein guter Zeitpunkt, um auch ein Instrument zu spielen, empfehlen die Vertreter des Tonkünstlerverbands.
Das richtige Musikinstrument
Zum Einstieg eignet sich meist eine Blockflöte, besser noch eine Melodica. Ihre Vorteile liegen darin, dass saubere Töne nicht erst dann entstehen, wenn wie bei der Flöte die Finger komplett die Löcher abdecken. Das ist für kleine Kinderhände keine leichte Aufgabe. Bei der Melodica genügt einfacher Tastendruck. Die Technik ist leicht zu erlernen, Erfolgserlebnisse kommen schon bald, die Anschaffung ist günstig, ebenso der Unterricht in der Gruppe - macht in diesem Alter auch viel Spaß. Manche Kinder aber haben bereits so konkrete Vorstellungen, welches Musikinstrument sie spielen möchten, dass Eltern sich hiervon leiten lassen sollten. Denn Wunsch und Wille machen einen Großteil seiner Motivation zum Üben aus. Wird ein Kind zu einem anderen Instrument überredet, verliert es erfahrungsgemäß schon bald die Lust. Allerdings gibt es Einschränkungen. Für Blasinstrumente wie etwa Klarinette, Saxophon oder Trompete braucht man ein ausreichendes Lungenvolumen - nichts also für Kinder unter 10 Jahren. Quirlige und unruhige Kinder haben mehr Erfolgserlebnisse mit Tasteninstrumenten oder Schlaginstrumenten, weil hierbei ein definierter Ton angeschlagen wird. Dagegen braucht es eine Menge Ausdauer und Geduld für Saiteninstrumente wie Violine, Bratsche oder Cello bei Kindern wie auch bei den Eltern. Ausnahme: das klassische Begleitinstrument Gitarre mit seinen Stegen sorgt rascher für einen guten Ton und Erfolgserlebnisse.
Gute Musiklehrer
Ein guter Musiklehrer sollte über eine Fachausbildung an einer Musikhochschule mit Diplom verfügen empfiehlt der deutsche Tonkünstlerverband. Das Studium umfasst die künstlerische Ausbildung an einem oder mehr Instrumenten im Hauptfach, die pädagogische und methodische Schulung, Musiktheorie, Gehörbildung, Formenlehre, Musikgeschichte, Instrumentenkunde, Akustik und Chor.
In ländlichen Gegenden können die Honorare niedriger sein als in großen Städten. Doch gibt es nicht nur regionale Unterschiede: Die Spanne für 45 Minuten Einzelunterricht läge bei einem Monatshonorar zwischen 60 und 145 Euro, gibt der Tonkünstlerverband an. Wer keine Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis bekommt, der wird in Zeitung, Gelben Seiten oder im Internet fündig. Staatliche und private Musikschulen bieten Ihre Dienste an. Musikfachhändler können häufig Kontakte vermitteln. Die Auswahl ist ebenso groß wie die Qualitätsunterschiede der Angebote. Die richtige Wahl ist also nicht selten auch Glücksache.
Ob sich ein Kind im Unterrichtsbetrieb einer Musikschule oder eines Vereins wohl fühlt oder bei einem privaten Musikpädagogen, das kann man am ehesten nach einer Schnupperstunde feststellen.
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