Trotz aller Erkenntnisse der modernen Medizin haben Rückenschmerzen in der Bevölkerung in beunruhigendem Maße weiter zugenommen und sind zum verbreitetsten Krankheitsbild in unserer hochentwickelten Industrienation geworden. Der schädliche Bewegungsmangel beginnt schon im Kindesalter.
Podcast
Fotostrecke
Im Durchschnitt bewegen sich unsere Schulkinder heute weniger als eine Stunde pro Tag, sitzen aber bis zu 40 Stunden in der Woche vor dem Fernseher oder vor dem Computer. So haben bis zu 30 Prozent der Schulkinder Haltungsschäden und 70 Prozent klagen über gelegentliche Rückenschmerzen. Seit mehreren Jahrzehnten stehen chronische Rückenbeschwerden konkurrenzlos im Vordergrund krankheitsbedingter Arbeitsausfälle und Frühberentungen, obwohl es inzwischen nahezu unzählige Konzepte zur Behandlung und Prävention derartiger Erkrankungen gibt.
"Schaden" nicht unabänderlich
Diese Divergenz ist im Wesentlichen dadurch bedingt, dass die von manchen Ärzten übermittelte Diagnose "Bandscheibenschaden" als Ursache der Rückenschmerzen durch die Fehldeutung des Wortes Schaden bei Betroffenen die Vorstellung einer eingetretenen, nicht mehr zu behebenden Schädigung der Wirbelsäule hervorruft, die eine Behandlung blockiert oder gar unmöglich macht. Dagegen heilen degenerative Bandscheibenveränderungen normalerweise spontan ab, wie es bei Wunden der Fall ist. Die dabei entstehende Narbe ist vergleichbar mit einer wohltuenden Teilversteifung eines kleinen Wirbelsäulenabschnittes, die gewissermaßen eine Ausheilung darstellt. Damit es bei diesem Ausheilungsprozess nicht zu anhaltenden, schmerzhaften Muskelverspannungen mit einer permanenten Überlastung der kleinen Wirbelgelenke kommt, ist die regelmäßige Bewegung von größter Bedeutung - Schonung ist hier fehl am Platze.
Verspannte Muskeln lockern
Häufig ist gerade die Chronifizierung der Schmerzen ein Problem, denn die Nerven "lernen" den Schmerz. Ist es erst einmal so weit gekommen, wird es umso schwieriger, dieses Schmerzgedächtnis wieder zu löschen. Der Löwenanteil der Schmerzen im Rücken wird dabei gar nicht durch krankhafte Veränderungen, sondern durch Muskelverspannungen verursacht. Wichtigster Schritt ist es deswegen, so rasch wie möglich aktiv zu werden, die verspannten Muskeln zu lockern und zu stärken. Ein gezieltes Training der Wirbelsäulenstützmuskulatur führt nicht nur zur Entspannung und einer verbesserten Durchblutung der verhärteten Muskulatur, sondern auch zu einer Stabilisierung der benachbarten Wirbelsäulenbereiche und Lösung von möglicherweise schmerzhaften Blockierungen der Facettengelenke.
Was ist das?
Kommentare via facebook