Ein freundlicher Herr erwartet die Besucher des Buddha-Museums. Adarsh Kansal gibt eine kurze Einführung in die Thematik. Mit einer kleinen Verbeugung begrüßt er die Gäste und erklärt, was es auf der 4000 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche zu sehen gibt.
Der Besucher bekommt auch einen kurzen Überblick über die in den einzelnen Ländern wie Thailand, Burma oder China typischen Buddha-Darstellungen sowie die Mudras, die Handgesten der Figuren, die alle bestimmte Bedeutungen haben.
Dann geht es los auf eigene Faust, ausgestattet mit einem ausführlichen Prospekt. Im ersten Raum des Erdgeschosses hängen zwischen den Figuren zwei große Flachbildschirme an der Wand. Auf der Bank an der gegenüberliegenden Wand sind Schalter eingebaut, mit denen man Informationen zu Figuren, zu den Mudras und zur Lehre des Dalai Lama abrufen kann.
Es ist ruhig, nur leise asiatische Meditationsmusik ist zu hören. Und der Dalai Lama, dessen Aussagen man durch Untertitel mitlesen kann. Nach einigen Grundinformationen zum Thema geht es weiter im Altbau der ehemaligen Jugendstil-Weinkellerei. Buddhas überall. Groß, klein, sitzend, stehend, liegend mit mildem Lächeln zeigen die Figuren unterschiedliche Handgesten. Was diese Mudras bedeuten, ist auch dem Prospekt zu entnehmen. Die Wunschgewährung beispielsweise zeigt sich durch eine nach außen geöffnete Hand an. Diese soll, so sagt es die buddhistische Lehre, kein der Erlösung dienendes Wissen zurückhalten. Weist die Hand dagegen nach innen, so soll Gier, Hass und Unwissenheit widerstanden werden.
Über den modernen hellen Holzboden führt der Rundgang weiter in den modernen Anbau des Museums. Hier sind die Buddhas der Wochentage ausgestellt. Für den Montag steht der Streitschlichter, für den Dienstag ein schlafender Buddha. Auf Din-A-4 großen Tafeln, die meist auf dem Boden platziert sind, und die Besucher somit in die Knie zwingen, kann alles Wissenswerte nachgelesen werden.
Über eine Treppe geht es hinunter in die hohe Glashalle. Glasscheiben, die über zwei Stockwerke reichen, erhellen den Raum und geben den Blick frei auf eines der beeindruckensten Exponate: Eine 3,60 Meter hohe Figur aus glänzender Bronze blickt mit Ruhe auf die Besucher hinab. Sie ist umgeben von sechs weiteren Buddhas. Daneben ein weiterer Höhepunkt der umfangreichen Ausstellung, die 1000-armige und elfköpfige Avalokiteshvara. Die Köpfe stehen, so ist auf der Infotafel zu lesen, für viele Sinnesorgane, viele Arme sollen viel helfen können.
Im Untergeschoss des Altbaus empfängt den Besucher eine ganz besondere Stimmung. Es herrscht gedämpftes Licht, die leise Musik lässt alle Alltagshektik vergessen. Ein langer Gang, gesäumt von überdimensionalen fast ein Meter hohen Buddhaköpfen gibt den Blick frei auf eine Leinwand.
Am Ende des Ganges laden lederbezogene Würfel zu einer Pause ein. Der Film auf der Leinwand entführt in fernöstliche Landschaften, zeigt Gebäude und gewährt Einblick in die Lebenswelt der buddhistischen Mönche. Dazwischen Bilder von lodernen Flammen und flackernden Kerzen. Der Weg zurück durch das Untergeschoss der ehemaligen Weinkellerei führt vorbei an zahlreichen weiteren Buddhas und an ähnlichen Darstellungen wie den Bodhisattva, ein erleuchtetes Wesen, das – so sagt es die Lehre – anderen Wesen beim Erreichen des buddhistischen Heilsziels helfen möchte.
Ins obere Stockwerk geht es noch einmal durch die hohe Glashalle. Auch hier Buddhas in meditativer Haltung soweit das Auge reicht. Auch ein Sitzender mit Hakenkreuz auf der Brust ist zu sehen. Das hat aber nichts mit dem hier bekannten Nazi-Symbol zu tun. Auf der Tafel sind einige Bedeutungen dieses Symbols aufgelistet: glückbringend, fließendes Wasser, Luft, Sonnenrad, Fruchtbarkeit.
Am Ende des großen Saals gelangt der Besucher nach draußen auf einen kleinen Innenhof. Hier fällt der Blick vor allem auf große Holzmasken aus Kambodscha.
Miniaturen in der Größe einer Streichholzschachtel können in einem weiteren kleinen Raum in Vitrinen besichtigt werden, Buddhas in Elefantenform sind in einem kleinen Erker ausgestellt.
Den Abschluss des Museumsbesuchs bildet die Dachterrasse. Hier kehrt der Besucher trotz der fernöstlichen Figuren gedanklich zurück in die westliche Welt des Moseltals. Statt meditativer Musik sind wieder Geräusche von der Straße und den umliegenden Häusern zu hören. Ein Blick auf die Mosel und die Stadt lässt die Besucher wieder in ihrer eigenen gewohnten Welt ankommen.
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