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Muss jeder Kaktus wenig gegossen werden?

(Adelsdorf (dpa/tmn)) Für Pflanzenfreunde, die nicht dauernd gießen möchten, scheint ein Kaktus perfekt. Aber ganz so einfach sind die immergrünen Pflanzen nicht zu pflegen. Denn auch ein Kaktus kann austrocknen.

05.10.2017

Der Kaktus hat einen guten Ruf: Er sei die perfekte Pflanze für faule Menschen, die etwas Grün im Haus wollen. Ab und an ein Schluck Wasser, wenn man zufällig gerade daran denkt - das reiche, heißt es. Stimmt das?

Die Frage nach dem Gießen ist extrem komplex, erklärt die Deutsche Kakteen-Gesellschaft in Adelsdorf (Bayern). Es gibt sehr viele verschiedene Kakteen, die an vielen verschiedenen Orten der Welt und in verschiedenen Böden wachsen.

Sie kommen im südlichen Kanada bis hin nach Patagonien im tiefen Süden Südamerikas vor, auf 4000 Meter Höhe genauso wie auf Meereshöhe. Und sie besiedeln die Subtropen genauso wie die Sandwüste. Also heißt das ganz grundsätzlich: Es kommt beim Gießen immer darauf an, welchen Kaktus man zu Hause hat.

Aber Hobbygärtner können sich an etwas orientieren: Das Substrat im Topf muss nach dem Gießen stets zügig abtrocknen können. Es darf also nur so viel gegossen werden, dass das möglich ist.

Aber auch nicht zu wenig. Die Kakteen-Gesellschaft erläutert, dass viele Kakteen einfach sterben, weil sie immer sehr zaghaft gegossen werden. Dies reiche dann meist nicht aus, und die Pflanze trockne regelrecht aus.

Die Wassermenge ist auch von Standort zu Standort verschieden: Denn Kakteen stehen hierzulande etwa gerne auf Fensterbänken, gedeihen im Gewächshaus oder sogar im Steingarten im Freien. Fensterbänke seien aufgrund der oft darunter befindlichen Heizung ideal für ein langsames Austrocknen von Kakteen, erklärt die Kakteen-Gesellschaft. Ein gut belüftetes Gewächshaus oder eine Freilandkultur können schon eher natürliche Bedingungen simulieren.

Die Kakteenexperten geben als Faustformel für unsichere Hobbygärtner aus: Ein Kaktus in einem guten und durchlässigen Substrat kann ruhig alle zwei Wochen kräftig gegossen werden. Gelegentliche Versorgung mit Flüssigdünger kann ebenfalls nicht schaden. Ein gutes Substrat besteht etwa aus Sand oder einem lockeren Gemisch aus Kakteenerde und Sand.