Überall auf der Welt scheint dem "Urban Greening", dem Begrünen des urbanen Raums die Zukunft zu gehören.
Podcast
Fotostrecke
Ein Beispiel für urbane Begrünung ist der Südhof im Jugendzentrum Mergener Hof in Trier. Man sieht eine zu einem begrünten Innenhof umgewandelte Dachfläche. Foto: Jörg Kaspari
TV-Gartenexpertin Kathrin Hofmeister sprach darüber mit dem Trierer Landschaftsarchitekten Jörg Kaspari. Aktuell ist er mit seinem Planungsbüro an der Freiraumplanung des zukünftigen Kreativquartiers Bobinet-Höfe beteiligt.
Hat das Begrünen des städtischen Raums international als "Urban Greening" im Trend, Trier erreicht? Kaspari: Eindeutig. Ich würde von einer Bewegung sprechen. Als junges Trierer Freiraumplanungsbüro sind wir Teil dieser Bewegung. Ein Beispiel, an dem man das gut sehen kann, wie früher geplant wurde und was man heute daraus machen kann, ist die Umplanung des Jugendzentrums Mergener Hof. Hier ging es um Dachbegrünung. Die Fläche war mit Waschbetonplatten abgedeckt. Alles heizte sich total schnell auf. In die Erde konnte man nicht gehen. Also haben wir aufgebaut, mit einer minitemporären Wasserfläche einen Temperaturpuffer geschaffen und selbst Bäume gepflanzt.
In Hamburg sollen Kürbisse und Kohlrabi auf einem Parkdeck wachsen. Kann man Beete überall anlegen? Kaspari: Im Prinzip ja. Wichtig ist, die Standortbedingungen zu analysieren. In Städten gibt es eine unglaubliche Vielfalt an Lebensräumen für Pflanzen.
In Asien werden schon seit Jahren Hochhäuser mit vertikaler Begrünung geplant. Funktioniert die lebendige Fassade auch im Kleinen? Kaspari: In der Neustraße haben wir das mit einer Wand aus Pflanztaschen mit Erfolg ausprobiert. Das hat mittlerweile schon andere angespornt, das Straßenklima zu verbessern.
Warum gewinnt urbanes Begrünen an Bedeutung? Kaspari: Weil es die Lebensqualität verbessert. In der Stadt hat man eine baulich geprägte Umgebung. Man könnte von Felsschlucht-Landschaften sprechen. Das Pflanzliche bringt etwas Anregendes hinein. Nehmen wir nur eine Wand mit Böschungskübeln. Auch sie haben eine regelmäßige Struktur. Das ermüdet das Auge. Schaue ich dagegen auf eine natürliche Kulisse - das kann schon eine bepflanzte Trockenmauer sein - wirkt das entspannend und belebend zugleich. Man nimmt in direkter Weise Teil an Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
Mit einem Dokumentarfilm über "Urbane Gärten" von Ella von der Haide und Alexander Puell beginnt die die Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur im Raum Saar-Mosel ihre Veranstaltungsreihe am 16. März um 15.30 in den Akademieräumen der Architektenkammer des Saarlandes Neumarkt 11 in Saarbrücken.
Finden Sie uns auf Facebook und auf Twitter | Kommentare: Kommentar schreiben