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Beim Streit um die B51 sind sogar CDU und SPD mal einer Meinung

Die vierte Spur soll bleiben: Die Landtagsabgeordnete Michael Billen und Nico Steinbach halten nichts vom Rückbau-Vorschlag des LBM

(Bitburg) Die Ankündigung des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Gerolstein, zu prüfen, ob die vierte Spur der B51 in der Stedemer Senke zurückgebaut wird, sorgt für Aufruhr. Für LBM-Chef Harald Enders ist die Debatte von einem Missverständnis geprägt. Noch, betont Enders, ist nichts entschieden.

02.03.2016
Dagmar Schommer
Blinker raus, Fuß aufs Gas und schnell noch diesen einen LKW überholen. Auf dem Weg Richtung Bitburg haben Autofahrer dazu in der Stedemer Senke noch einmal die Möglichkeit, bevor bis zur A60 erstmal Schluss ist mit den Überholspuren.

In der Stedemer Senke, dem einzigen vierspurigen Abschnitt der viel befahrenen B51, wird schnell gefahren. Geschwindigkeiten von 175 Stundenkilometern wurden dort bei Kontrollen der Polizei gemessen. 
Hohes Tempo, dichter Verkehr und dann sind die Fahrspuren nicht mit einer Mittelleitplanke abgegrenzt, sondern lediglich ein 36 Zentimeter breiter Streifen mit doppelter Linie trennt den Richtung Trier von dem in Richtung Bitburg rasenden Verkehr. Das kann knapp werden. Es ist eben eine Bundesstraße und keine Autobahn. 

Das Missverständnis: Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein überlegt, ob er in der Stedemer Senke aus Sicherheitsgründen eine Fahrspur zurückbaut – und zwar in Richtung Bitburg (der TV berichtete).

Kosten: null. Das hatten viele anders verstanden. LBM-Chef Harald Enders erklärt: „Wir müssen dort sowieso die Fahrbahn erneuern. Da stellt sich die Frage, ob wir anschließend wieder wie gehabt markieren oder bei der Gelegenheit so ummarkieren, dass eine Fahrspur wegfällt.“ Also: Die ohnehin fällige Sanierung der Fahrbahn kostet rund eine Million Euro. Die Markierung ist darin enthalten – ob nun vier oder drei Spuren aufgemalt werden. 

Die Vorteile: Der Platz würde reichen, drei Spuren großzügig anzulegen, was die Straße sicherer machen würde. Zudem sieht LBM-Chef Enders den Vorteil, dass der Verkehr gen Bitburg, wo ja Tempo 70 gilt, nicht länger in der Stedemer Senke durch die Möglichkeit zum Überholen beschleunigt wird. 

Die Argumente: Der LBM prüft die Rückbau-Variante vor dem Hintergrund, dass es in der Stedemer Senke schon häufiger schwere und tödliche Unfälle gegeben hat – den letzten im Januar 2015, als ein Gefahrguttransporter dort verunglückte. 

Die Fakten: Wolfgang Zenner von der Polizei Bitburg sagt: „Was die Unfallsituation angeht, ist dieser Abschnitt nicht gefährlicher als andere.“ 2015 gab es auf der B51 zwischen Bitburg und Helenenberg 118 Unfälle; drei Menschen wurden schwer und 14 leicht verletzt. Einziger tödlicher Unfall: der havarierte Gefahrguttransporter in der Stedemer Senke. 

Die Landtagsabgeordneten: Für Michael Billen (CDU) ist klar, dass die B51 auf keinen Fall zurückgebaut werden darf: „Hier haben wir eine vernünftige Lösung, da gehen wir doch nicht zurück. Der einzig richtige Weg ist es, die Straße dort zu verbreitern.“ So sieht es auch Nico Steinbach (SPD): „Ich werbe für den Bestandserhalt der vier Spuren mit einer Fahrbahnteilung zur Erhöhung der Sicherheit, zum Beispiel eine Betontrennwand.“

Das Vorgehen: „Noch ist nichts entschieden“, sagt LBM-Chef Enders und erklärt, dass auch eine Verbreiterung der Fahrbahn geprüft werde. Das dauert aber. Und das würde – vom Landerwerb bis zum Straßenbau auch kosten. Wie hoch diese sein würden, hängt von vielen Faktoren ab, die erst in der Planung geprüft werden, weshalb Enders keine Zahl nennen will. Nur so viel: „auf jeden Fall siebenstellig.“ scho
 

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