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Besser mit dem Bus zum Flughafen

(Bitburg) Wer auf dem Bitburger Flugplatz arbeitet, hat es schwer, mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin zu kommen. Das soll sich ändern. Ein Bus wird ab August mehr Haltestellen auf dem Gelände anfahren.

19.06.2017
Christian Altmayer
Bitburg Jeden Morgen, pünktlich um 6.40 Uhr, fährt Monika Eppers ihren Sohn zur Arbeit. Denn es geht nicht anders. Der Grund: Der 17-jährige Marco Eppers aus Brecht ist Elektriker bei der Firma PSA. Und die sitzt in der Nähe des Towers am Bitburger Flugplatz, einem blinden Fleck auf der Karte der Busanbieter. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann Eppers also nicht zu seinem Arbeitsplatz kommen. Ohne Begleitung ein Auto fahren darf der 17-Jährige auch nicht. Bis er volljährig wird, bleibt ihm also nur das Taxi Mama.
Eppers ist nicht der Einzige, der unter der schlechten Busanbindung an den Flugplatz leidet. Lange Fußmärsche zur Arbeit laufen — für manch einen Azubi ist das Alltag. Denn der Bus, der das Gewerbegebiet jede Stunde anfährt, hält nur am Eingang des ehemaligen Militärgeländes. Andere Haltestellen auf dem Gelände werden nur zweimal am Tag bedient - zu den Stoßzeiten morgens und abends. Aber was tun, wenn die Arbeitszeiten nicht zwischen 8 und 17 Uhr liegen? Dann ist laufen angesagt: Vom Eingang des Flugplatzes bis zum Tower - wo zum Beispiel Eppers’ Arbeitgeber sitzt - braucht man zu Fuß eine gute halbe Stunde.
Es ist ein Weg, den nicht jeder auf sich nehmen will. Die Firma PSA, die auf die Herstellung von sogenannten Wickelmaschinen spezialisiert ist, habe dadurch Probleme, Auszubildende zu finden, bestätigt eine Mitarbeiterin. Doch schon bald könnte sich das ändern: am ersten August.
Denn ab dann werden neue Busse über den Flugplatz rollen. Der Fahrplan steht bereits. "Er soll vor allem tote Flecken auf dem Gelände abdecken", wie Nadja Christmann vom Unternehmen Moselbahn sagt, dem Betreiber der Linie 443. Die wurde jetzt um einige Haltestellen erweitert. Manch eines der gelben Schilder mit dem grünen "H" darauf wurde bereits aufgestellt. Künftig halten die Busse am Tower, in der Claude-Dornier-Straße, der Hans-Bongers-Straße, der Werner-von-Siemens-Straße, der Alten Röhler Straße und beim Sitz des Recyclingunternehmens Remondis. Sie fahren jede Stunde vom Zentralen Omnibus-Bahnhof (ZOB) in Bitburg. Auch in der Diesel- und der Daimlerstraße im Gewerbegebiet Merlick werden zwei Haltestellen dazukommen. Laut Christmann sei der Fahrplan so getaktet, dass auch Passagiere, die mit dem Bus aus den umliegenden Ortschaften am ZOB ankommen, einen direkten Anschluss haben.
Zu verdanken haben die Azubis und Firmen das wohl dem Zweckverband Flugplatz. Der hatte das Thema vor einigen Monaten bei der Kreisverwaltung angesprochen. Wie das neue Angebot angenommen wird, wird die Zukunft zeigen. Das hänge vor allem von der Bewerbung ab, meint Christmann. Der Zweckverband will die Unternehmen ansprechen. Auch Flyer sind geplant. Schätzungen, wie viele Fahrgäste die Busse über den Tag verteilt nutzen werden, gibt es keine. "Das werden wir abwarten müssen", meint Christmann. Eppers weiß noch nicht, ob er den Bus nutzen wird. Das hänge auch von der Verbindung in seinem Heimatort ab, sagt der Brechter. Da führen bislang auch nur wenige Busse. Er hofft einfach, dass er zu seinem Geburtstag im Oktober ein Auto bekommt.
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Gut für die Azubis, gut für die Umwelt

Das wurde aber auch Zeit. Ein Gewerbegebiet kann nur mit einer guten Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz funktionieren. Dass eine solche erst jetzt geschaffen wird, ist das Mindeste - vor allem, wenn man bedenkt, dass einst mal mehr Busse über den Flugplatz rollten. Außerdem leidet ja auch die Umwelt am Individualverkehr. Jeder, der mit dem neuen Bus fährt, sitzt nicht am Steuer seines eigenen Autos, produziert somit also keine zusätzlichen Abgase. Damit das wirklich ins Gewicht fällt, muss die Linie aber auch entsprechend genutzt und vor allem beworben werden. c.altmayer@volksfreund.de