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Billens fünfter Streich

CDU Bitburg-Prüm nominiert ihren Vorsitzenden als Kandidaten für die Landtagswahl

(Irrel) Mit nur zwei Gegenstimmen ist Michael Billen beim CDU-Kreisparteitag in Irrel zum Kandidaten für die Landtagswahl 2016 aufgestellt worden. Ein Besucher verfolgt das Geschehen dabei besonders gespannt.

13.03.2015
Marek Fritzen
Irrel. Der Abend, sagt Amjad Alsawad, sei aufregend für ihn. Er habe so etwas noch nie erlebt. "Aber ich kann sagen, dass ich das alles wirklich sehr interessant finde." Alsawad sitzt am Donnerstagabend in der Irreler Gemeindehalle. Anlass ist der Kreisparteitag der CDU Bitburg-Prüm. Der 20-Jährige kommt aus Syrien. Vor acht Monaten ist er alleine, ohne Freunde und Familie, aus der umkämpften Stadt Aleppo geflohen. Heute lebt er in einem Ort im Eifelkreis. Hermann Schoos, CDU-Ortsbürgermeister von Hütten, hat Alsawad mit zum Parteitag gebracht.

"Das ist ein Bombenergebnis"


"Er ist sehr politik-interessiert, daher habe ich ihm angeboten, mitzukommen. Er hat sofort zugesagt." So hockt der junge Mann am Donnerstagabend mitten unter 140 CDU-Mitgliedern und erlebt, wie geschlossen eine Partei hinter ihrem Vorsitzenden stehen kann: Mit überwältigender Mehrheit wählen die Parteimitglieder Michael Billen zum CDU-Kandidaten im Wahlkreis 21 (Bitburg-Prüm) für die Landtagswahl 2016. In Zahlen heißt das: 129 Ja-Stimmen, zwei Nein-Stimmen und acht Enthaltungen. Einen Gegenkandidaten gibt es nicht.
"Das ist ein Bombenergebnis", frohlockt der Eifel-CDU-Boss. Im Gespräch mit dem TV gesteht er: "Es ist ein klasse Gefühl, wenn man weiß, dass die Partei einen so unterstützt." Jetzt sei er, so betont der Kaschenbacher, "total relaxed".
Dazu hat er auch allen Grund. Denn im Vergleich zum Kreisparteitag 2010, als Billen mit Mathilde Weinandy um die Kandidatur für die Landtagswahl 2011 kämpfte, und aufgrund seiner "Schnüffel-Affäre" knapp 1000 wahlberechtigte Parteimitglieder in die Bitburger Stadthalle marschierten, ähnelte der jetzige Parteitag eher einem Kuschelabend - Einigkeit in allen Ecken. Lediglich die Regierungskoalition in Mainz erhält naturgemäß einige Schläge in die Magengrube.
So zum Beispiel von Moritz Petry, VG-Bürgermeister der Südeifel. Die Regierung habe, so findet Petry, Rheinland-Pfalz vollkommen an die Wand gefahren, daher sei es im kommenden Jahr Zeit für einen Machtwechsel. "Denn Micky Mouse und Donald Duck würden das Land besser regieren als diese Regierung", ruft der CDU-Mann seinen Parteikollegen zu. Michael Billen betont in seiner knapp 40-minütigen Rede die Bedeutung der Airbase Spangdahlem für die Eifel. Er begrüße die Verlegung weiterer Armeeangehöriger und Flugzeuge auf den Stützpunkt. "Wir sind dankbar, dass die Airbase vergrößert wird", erklärt Billen. Denn Frieden und Freiheit seien nicht selbstverständlich. "Die Ukraine ist nicht weit weg. Es muss für Wladimir Putin deutlich werden, dass er nicht machen kann, was er will."
Auch das Thema Polizei greift Billen auf. Die Landesregierung sei dafür verantwortlich, dass es deutlich zu wenig Polizeibeamte in Rheinland-Pfalz gebe. "Es kann doch nicht sein, dass nachts im Eifelkreis genau zwei Polizeiwagen unterwegs sind - einer in Prüm und einer in Bitburg." Bis zu 800 Polizisten fehlten im Land, so der Landtagsabgeordnete. "Da werden wir was tun."
Wird Billen im nächsten Jahr erneut in den Landtag gewählt, wäre das seine fünfte Legislaturperiode in Mainz. "Ich bin bereit, es kann losgehen, marschieren wir los", ruft der 59-Jährige seinen Parteifreunden am Ende zu.

 

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