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aus unserem Archiv vom 03. September 2010
Autor: Von unserer Mitarbeiterin Katarzyna Kowalska Drucken  E-Mail

Bitburg backt den Weltrekord Autofestival, Gäßestrepperfest, Volkstanzgruppe

Ein pensionierter Bäcker und Konditor versucht beim Gäßestrepperfest mit einer Geißentorte den Weltrekord zu erreichen. Die Chancen stehen gut. In diesem Ausmaß gab es noch keinen Kuchen in Ziegenform.

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Bitburg. Ein weiß gefliester Lagerraum, der süße Duft von Kuchen. Der Raum ist vollgestellt mit vier langen hüfthohen Holzbänken. Zwischen ihnen tänzelt ein in weiß gekleideter Mann mit einem Pinsel in der Hand. Er beugt sich über einen der Holztische, auf dem eine fast drei Meter lange Torte liegt - das Profil einer riesigen Ziege. Vorsichtig formt er die Konturen aus Marzipan. Das Grobe ist getan, nun sind die Feinheiten an der Reihe.
 
Ein Weltrekord soll beim diesjährigen Gäßestrepperfest aufgestellt werden. Karl Bosse und seine Helfer, Hans Josef und Thomas Flesch, steckten über 80 Stunden Arbeit in das Nachbacken des Ziegenrats, der am Kreisel stadtauswärts steht.
 
"Erst mussten Holzgestelle in passender Größe beim Schreiner bestellt werden. Die haben wir am Dienstag abgeholt", erzählt Bosse. Direkt im Anschluss daran ging es mit den Backarbeiten los.
 
Der gelernte Bäcker und Konditor plante seit Anfang des Jahres das Vorhaben. Auf dem Weihnachtsmarkt 2009 brachte eine Frau den Rentner auf die Idee, einen Kuchen in Geißenform zu gestalten und damit einen Weltrekord aufzustellen.
 
Mit Rekorden kennt sich Bosse aus. Beim Gäßestrepperfest 2007 erschuf er mit 87,60 Metern den bundesweit längsten Apfelstrudel (der TV berichtete). Das diesjährige Werk besteht aus insgesamt zehn Metern Buttercremetorte mit Nuss-Nugat-Geschmack. Ein mehr als einen Meter großes Sechseck, die Mitte des gigantischen Kuchens, soll von drei 2,70 Meter großen Ziegen umstellt werden, die schräg an den Seiten nach oben ragen.
 
Die drei Bäcker arbeiteten deshalb in den großen Backräumen der Dudeldorfer Bäckerei. Die Backstube mit professionellen, schrankgroßen Öfen und überdimensionalen Geräten bot dafür genügend Platz. In Etappen fingen die Männer an zu backen. Die Zutatenliste ist staunenswert. Für den Biskuitteig verarbeitete der 60-Jährige 800 Eier, 28 Kilogramm Zucker, 30 Kilogramm Mehl und ein Kilogramm Backpulver. Die Bäcker rührten die Zutaten in einem 50-Liter-Kessel zusammen, den sie acht Mal füllten.
 
Gebacken haben sie daraus 140 Biskuitplatten mit jeweils 60 Zentimetern Länge. Diese wurden auf die vier Teile der geplanten Torte verteilt. Sie füllten den Biskuit mit vier Schichten Buttercreme, die 15 Kilogramm Nuss-Nugat enthält. Insgesamt 50 Kilogramm Marzipan umhüllen das imposante Backwerk.
 
Auch die Kosten sind beachtlich: Sie belaufen sich auf 1000 Euro. Allein für das Holzgestell berechnete der Schreiner 300 Euro. Der Transport von Dudeldorf nach Bitburg bereitet Karl Bosse die größten Sorgen: "Ich werde bestimmt schlaflose Nächte haben bei dem Gedanken, wie das vonstatten gehen soll, wenn die vier Teile jeweils einzeln mit einem Kleinlaster rübergefahren werden."
 
Am heutigen Samstag steht die eindrucksvolle Torte auf dem Petersplatz im Pavillon zum Verzehr bereit. Der Erlös aus dem Verkauf kommt behinderten Kindern von St. Martin zugute. Bitburg. (lyv) Vor vier Jahren fing es an. Zum ersten Mal haben damals die Bitburger Autohändler ein Autofestival veranstaltet. Vor den Toren der Stadt, im Industriegebiet "Auf Merlick", präsentieren sie Samstag und Sonntag die neuesten Modelle. Zudem werden an beiden Tagen viele Aktionen geboten, angefangen vom Band Contest, Open-Air Konzerten, Verlosungen, Probefahrten, Sonderangeboten bei Neu- und Gebrauchtwagen, Rabatten auf Garten- und Landschaftsprodukten bis zu Kutschfahrten und Kinderunterhaltung.
 
Wer sich vom Autotrubel trennen kann, wird sich die Gäßestrepper-Taufe am Samstag, um 16 Uhr nicht entgehen lassen. Dabei werden drei Nicht-Bitburger am Gäßestrepper-Brunnen in der Fußgängerzone zum "echt Beberiger" erhoben, nachdem sie die Zeremonie mit der Taufbrühe, bestehend aus Kyll-, Nimswasser, Bier, Batralsem und verschiedenen Kräutern überstanden haben. In diesem Jahr sind auserkoren: Klaus Willmanns, Andreas Theis und Christel Jäckel. Zuvor aber, gegen 11 Uhr, wird der größte Gäßestrepper-Kuchen der Welt präsentiert.Auf dem Petersplatz gibt es musikalische und tänzerische Darbietungen.
 
Am Sonntag geht es weiter: Die Geschäfte sind von 13 bis 18 Uhr geöffnet, auch die Tourist-Information hat von elf bis 17 Uhr ihre Tür geöffnet. Und die Volkstanzgruppe feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Das Jubiläumsprogramm wird mit mehreren Tanzgruppen auch aus dem europäischen Ausland bereichert. Auf dem Spittel vor der Post steht deshalb eine große Bühne für Musik und Volkstanz, die ganztägig präsentiert werden.

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