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Bitburg will Anschluss an Nimsradweg

Jetzt will die Stadt die Verhandlungen über die benötigten Flächen zwischen Masholder und Saarstraße forcieren

(Bitburg) Im Hinblick auf die Landesgartenschau 2022, die man gerne nach Bitburg holen will, intensiviert die Stadt die Planung zur Anbindung des Nimsradwegs von Masholder kommend zur Saarstraße. Doch mit einigen Eigentümern der Flächen, über die der Radweg von Masholder zur Saarstraße führen soll, ist sich die Stadt nach zehn Jahren Planung immer noch nicht einig.

07.08.2016
Christian Moeris
Bitburg. Kein Durchkommen seit zehn Jahren: So lange planen die Stadt Bitburg und der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein schon an dem Stück Radweg, das über die ehemalige Bahntrasse von Masholder kommend unter der B 51 hindurch zur Saarstraße führen soll (siehe Grafik). Doch was steht der Anbindung des Nimsradwegs ans Zentrum seit so langer Zeit im Weg?

Das Problem: Die dafür benötigten Flächen auf beiden Seiten der B 51 sind nicht im Eigentum der Stadt. "Deshalb sind wir mit einigen Grundstückseigentümern schon seit Jahren in Verhandlungen, kamen aber bisher nicht weiter", erklärt Berthold Steffes, Bauamtsleiter der Stadt Bitburg.

Der Weg: Trotzdem will der Bitburger Stadtrat jetzt Fakten schaffen und einen Bebauungsplan für genau diesen Bereich, die ehemalige Bahntrasse, aufstellen. Da die ehemalige Verkehrsfläche bislang nicht überplant ist, hat es die Stadt in der Hand, zu entscheiden, was dort überhaupt möglich sein soll. Die Eigentümer können die erworbenen Flächen also derzeit gar nicht dafür nutzen, um beispielsweise ihre Gewerbebetriebe zu vergrößern. Steffes erklärt: "Die Stadt hat die Planungshoheit und entscheidet. Wenn wir sagen, das wird Grünfläche oder Radweg, dann ist das so."

Die Ausgangslage: Deshalb sei es jetzt für die Grundstückseigentümer wichtig, zu erkennen, dass "jetzt wirklich vonseiten der Stadt gehandelt wird", sagt Steffes und ergänzt: "Wir hoffen, dass wir uns mit den Grundstückseigentümern einigen. Wenn nicht, dann machen die auch nichts mehr mit diesen Flächen." Davon würde schließlich keiner profitieren. Da wäre ein Verkauf an die Stadt schon lukrativer.
Allein mit dem Inhaber eines Großteils der gefragten Flächen, der Firma Hilco Tunnelvortriebstechnik, sei man schon übereingekommen, sagt Harald Enders, Leiter des Landesbetriebs für Mobilität Gerolstein. Hilco-Geschäftsführerin Sandra Cordel bestätigt auf TV-Anfrage: "Es gibt keine Unstimmigkeiten. Wir unterstützen die Planung."

Der Plan: Für das etwa 700 Meter lange Radweg-Stück hat der LBM bereits einen Plan auf den Tisch gelegt, wobei für die genaue Streckenführung diesseits der B 51 - vom Zentrum aus gesehen - noch mehrere Varianten diskutiert werden. Der Weg könnte etwa in Höhe des Autohändlers Mercedes Hess auf die Saarstraße geführt werden oder auch beim Burger King vorbei. Zudem ist ein möglicher Streckenverlauf zur Industriestraße noch in der Diskussion (siehe Grafik). Fest steht, dass der Radweg vom Gewerbegebiet Masholder unter der B 51 hindurch muss. "Dafür muss die alte Bahnbrücke unter der B 51 abgerissen und durch ein neues Röhrenbauwerk ersetzt werden", sagt Enders.

Die Kosten: Allein für diese Brückenbauarbeiten kalkuliert er mit Kosten in Höhe von rund 400 000 Euro. Hinzu kommen die Kosten für den Bau des Radwegs und den Grunderwerb, die Enders derzeit jedoch noch nicht beziffern kann. "Aber Kostenträger ist der Bund, da dieses Projekt den bisherigen Radweg, der am Ziegenkreisel vorbei über die Echternacher Straße führt, auf Dauer ersetzen soll."

Das Ziel: Der Lückenschluss würde nicht nur Touristen, sondern auch Bürger aus Masholder freuen, meint Enders. "Die würden dann mit dem Rad schneller die Bitburger Schulen oder das Cascade-Schwimmbad erreichen", sagt der LBM-Chef. Bauamtsleiter Steffes nennt noch einen Grund, weshalb sich der Druck, jetzt endlich zu einer Lösung zu kommen, bei der Stadt verstärkt hat: "Im Rahmen der Bewerbung zur Landesgartenschau 2022 hat auch das Planungsbüro seine Empfehlung für die Anbindung zur Saarstraße gegeben."
Meinung
Nicht in die Röhre schauen

Die Grundstückseigentümer können sich zwar stur stellen und den Verkauf der für den Radweg benötigten Flächen verweigern, aber davon haben sie wenig. Denn nach dem Bebauungsplan, den die Stadt nun auf den Weg bringt, sollen dort künftig nur noch Radwege oder Grünflächen möglich sein. Andere Bauvorhaben wie etwa Firmenerweiterungen sind dann passé. Der Wert der Flächen wird deshalb wohl sinken, sodass ein Verkauf an die Stadt für die Eigentümer noch die einträglichste Alternative scheint. Keinem ist geholfen, wenn am Ende alle in die Röhre schauen und weder private Projekte noch der Radweg umgesetzt werden. c.moeris@volksfreund.de
Extra
Der 62 Kilometer lange Nimsradweg ist einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen in der Eifel mit Anbindung zum Eifel-Ardennen-, Kyll- und Prümradweg. Start ist in Weinsheim nördlich der Nimsquelle. Endpunkt ist in Irrel an der Prüm. cmo