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Bitburger Grüne möchten Stolpersteine

Mit kleinen Betonsteinen, auf deren Oberseite sich eine beschriftete Messingplatte befindet, wird bundesweit bereits in mehr als 500 Städten und Gemeinden der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Auf Antrag der Grünen werden nun auch Bitburgs Gremien über die Anbringung sogenannter Stolpersteine beraten.

27.12.2010
Bitburg. (uhe) "Wir meinen, dass es an der Zeit ist, auch an die Opfer des Nationalsozialismus in Bitburg auf diese Art und Weise zu erinnern", heißt es in einem Schreiben der Bitburger Grünen an die Stadtverwaltung, in dem die Genehmigung für das Verlegen von Stolpersteinen beantragt wird.
 
Stolpersteine sind Betonwürfel mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern und einer individuell gravierten Messingplatte auf der Oberseite. Auf den Platten stehen Namen von Menschen die während der Nazi-Zeit ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Selbstmord getrieben wurden. In der Regel werden sie vor den letzten frei gewählten Wohnorten der Opfer niveaugleich in das Pflaster des Gehweges eingelassen.
 

Expertengruppe soll über Auswahl entscheiden


 

 
"Auch in Trier gibt es solche Stolpersteine, über die man aber nicht wirklich, sondern nur optisch stolpert, weil sie durch ihren Glanz auffallen", erklärt das Grünen-Fraktionsmitglied Christian Thurner. Er regt deshalb an, dass die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit Stadtarchiv und Kreismuseum sowie weiteren Expertengruppen ermittelt, für welche Opfer solche Stolpersteine verlegt werden können. Auch Schulen und Geschichtsvereine könnten in das Projekt mit einbezogen werden. "Ich nehme den Antrag der Grünen ernst, und wir werden die Thematik Anfang des Jahres in den Gremien diskutieren" erklärt dazu Bürgermeister Joachim Kandels. Ähnliche Beratungen hat es in anderen Städten und Gemeinden der Region Trier bereits gegeben. So sollen beispielsweise im kommenden Februar die ersten Stolpersteine in Gerolstein gelegt werden. Und auch Thalfang möchte die Gedenktafeln installieren. In Trier, Schweich oder Bernkastel-Kues liegen die Steine bereits. Extra Stolpersteine: "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", sagt Gunter Demnig. Mit seinem 1993 gestarteten Stolperstein-Projekt will der Kölner Künstler, der selbst weder Täter noch Opfer in der Familie hat, nicht nur an jüdische Mitbürger erinnern, sondern auch an Opfer wie Roma und Sinti oder politisch Verfolgte. Inzwischen liegen die Stolpersteine in mehr als 500 Orten Deutschlands sowie in mehreren Ländern Europas. Für 95 Euro kann jeder eine Patenschaft für die Herstellung und Verlegung eines Stolpersteins übernehmen. (uhe)