BITBURG. Während der Wittlicher Stadtrat sich in einem Grundsatzbeschluss für eine Stadthalle ausgesprochen hat, droht das Hallenprojekt in Bitburg zu scheitern - ähnlich wie eine Reihe früherer Anläufe zur Errichtung eines zentralen Veranstaltungsortes. Hintergrund: Die Brauerei will weniger investieren als im Finanzierungskonzept vorgesehen.
Nach der Zusammenkunft, von der viele erwartet hatten, dass dabei eine Vereinbarung zwischen Stadt, Brauerei und Faco festgeklopft und das Projekt damit endgültig in trockene Tücher gewickelt würde, hat sich jedoch Enttäuschung breit gemacht.
"Wegen der allgemeinen wirtschaftspolitischen Lage mit erheblichen Auswirkungen auf unsere Branchenkonjunktur sieht sich die Geschäftsführung dazu veranlasst, das im April 2002 vorgestellte Bebauungsvolumen auf den Ausbau des historischen Maschinen- und Kesselhauses zu beschränken. Es werden deshalb keine neuen Verwaltungseinheiten geschaffen", erklärt die Brauerei-Spitze auf TV -Anfrage. Die Synergieeffekte - also vor allem die gemeinsame Nutzung von Räumen für das Besucherzentrum des Unternehmens und für die Halle - würden "mit der nun etwas näher an die historische Bausubstanz heranrückende Stadthalle in keiner Weise beeinträchtig", heißt es weiter.
Faco stellt sich neuer Herausforderung
Die Geschäftsführung des größten Bitburger Unternehmens versichert zwar zugleich, dass man zu der Zusage gegenüber der Stadt stehe, das neue Besucherzentrum auf dem ehemaligen Produktionsgelände und einen Anbau an das Hotel Eifelbräu zu errichten, falls die Stadthalle auf dem Areal in Bitburg-Nord realisiert wird. Dennoch bringt der Verzicht auf den Neubau des Gästezentrums und den Ausbau der Verwaltungseinrichtungen auf dem Gelände das Gesamtkonzept ins Wanken. Denn die finanzielle Förderung vom Land ist an die Bedingung geknüpft, dass mindestens die Hälfte der gesamten Investitionssumme von privater Seite aufgebracht wird. Das ist allerdings nach dem Teilrückzug der Brauerei nicht gegeben.
Zudem klafft auf dem Grundstück eine Lücke von rund 2000 Quadratmetern. Diese Fläche wäre für den Neubau des Besucherzentrums nötig gewesen, das jetzt im alten Kessel- und Maschinenhaus Platz finden soll.
Der Projektentwickler Faco, der schon das ursprüngliche Konzept erarbeitet hatte, muss nun auf die Suche nach mindestens einem weiteren Investoren gehen, der zusätzliches Geld auf dem Gelände investiert. "Das ist kein K.O.-Kriterium. Als Projektdienstleister ist es meine Aufgabe, solche Probleme zu lösen", sagt Faco-Geschäftsführer Stefan Kutscheid. Aus seiner Sicht gibt es Nutzungen für die verbleibende Fläche, die die Investitionssumme auf das geforderte Maß erhöhen. In zwei Wochen sei das allerdings nicht zu realisieren. "Wenn wir das gemeinsam umsetzen wollen, ist eine angepasste Konzeption in der ersten Jahreshälfte zu machen", schätzt Kutscheid. Als Ziel definiert er, dass der neue Plan "architektonisch und synergetisch dem ersten Konzept" entspricht. Sofern jetzt der erste Investitionsschritt getan werde, sieht der Projektentwickler ohnehin gute Chancen, dass sich weitere Dienstleister auf dem Areal im Umfeld von Stadthalle und Brauerei ansiedeln lassen.
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