region/bitburg
aus unserem Archiv vom 04. April 2003
Autor: Von unserem Redakteur
LARS OLIVER ROSS
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Das Projekt Stadthalle wackelt

BITBURG. Während der Wittlicher Stadtrat sich in einem Grundsatzbeschluss für eine Stadthalle ausgesprochen hat, droht das Hallenprojekt in Bitburg zu scheitern - ähnlich wie eine Reihe früherer Anläufe zur Errichtung eines zentralen Veranstaltungsortes. Hintergrund: Die Brauerei will weniger investieren als im Finanzierungskonzept vorgesehen.

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Vor dem jüngsten Treffen zwischen Vertretern der Stadt, der Brauerei und der Projektentwicklungsfirma Faco glaubten die Befürworter des Baus einer Stadthalle auf dem Gelände der Brauerei im Norden der Bitburger Innenstadt schon fast am Ziel ihrer Wünsche zu sein: Der Entwurfsplan für eine 650 Quadratmeter große Stadthalle, deren Foyer und Cateringbereich von einem neuen Besucherzentrum der Brauerei mitgenutzt werden sollte, sowie für Sanierung und Umnutzung der historischen Bausubstanz auf dem Gelände des Unternehmens, lag vor. Dort sollten Verwaltung, Tagungssaal und möglicherweise ein Museum untergebracht werden. Das Ganze sollte insgesamt 18,8 Millionen Euro kosten. Auf dieser Grundlage hatte das rheinland-pfälzische Innenministerium einen Zuschuss von 4,25 Millionen Euro zugesagt. Damit sollten sowohl der Bau einer Stadthalle, der mit rund fünf Millionen Euro veranschlagt war, als auch die Investitionen der Brauerei gefördert werden.

Nach der Zusammenkunft, von der viele erwartet hatten, dass dabei eine Vereinbarung zwischen Stadt, Brauerei und Faco festgeklopft und das Projekt damit endgültig in trockene Tücher gewickelt würde, hat sich jedoch Enttäuschung breit gemacht.

"Wegen der allgemeinen wirtschaftspolitischen Lage mit erheblichen Auswirkungen auf unsere Branchenkonjunktur sieht sich die Geschäftsführung dazu veranlasst, das im April 2002 vorgestellte Bebauungsvolumen auf den Ausbau des historischen Maschinen- und Kesselhauses zu beschränken. Es werden deshalb keine neuen Verwaltungseinheiten geschaffen", erklärt die Brauerei-Spitze auf TV -Anfrage. Die Synergieeffekte - also vor allem die gemeinsame Nutzung von Räumen für das Besucherzentrum des Unternehmens und für die Halle - würden "mit der nun etwas näher an die historische Bausubstanz heranrückende Stadthalle in keiner Weise beeinträchtig", heißt es weiter.

Faco stellt sich neuer Herausforderung

Die Geschäftsführung des größten Bitburger Unternehmens versichert zwar zugleich, dass man zu der Zusage gegenüber der Stadt stehe, das neue Besucherzentrum auf dem ehemaligen Produktionsgelände und einen Anbau an das Hotel Eifelbräu zu errichten, falls die Stadthalle auf dem Areal in Bitburg-Nord realisiert wird. Dennoch bringt der Verzicht auf den Neubau des Gästezentrums und den Ausbau der Verwaltungseinrichtungen auf dem Gelände das Gesamtkonzept ins Wanken. Denn die finanzielle Förderung vom Land ist an die Bedingung geknüpft, dass mindestens die Hälfte der gesamten Investitionssumme von privater Seite aufgebracht wird. Das ist allerdings nach dem Teilrückzug der Brauerei nicht gegeben.

Zudem klafft auf dem Grundstück eine Lücke von rund 2000 Quadratmetern. Diese Fläche wäre für den Neubau des Besucherzentrums nötig gewesen, das jetzt im alten Kessel- und Maschinenhaus Platz finden soll.

Der Projektentwickler Faco, der schon das ursprüngliche Konzept erarbeitet hatte, muss nun auf die Suche nach mindestens einem weiteren Investoren gehen, der zusätzliches Geld auf dem Gelände investiert. "Das ist kein K.O.-Kriterium. Als Projektdienstleister ist es meine Aufgabe, solche Probleme zu lösen", sagt Faco-Geschäftsführer Stefan Kutscheid. Aus seiner Sicht gibt es Nutzungen für die verbleibende Fläche, die die Investitionssumme auf das geforderte Maß erhöhen. In zwei Wochen sei das allerdings nicht zu realisieren. "Wenn wir das gemeinsam umsetzen wollen, ist eine angepasste Konzeption in der ersten Jahreshälfte zu machen", schätzt Kutscheid. Als Ziel definiert er, dass der neue Plan "architektonisch und synergetisch dem ersten Konzept" entspricht. Sofern jetzt der erste Investitionsschritt getan werde, sieht der Projektentwickler ohnehin gute Chancen, dass sich weitere Dienstleister auf dem Areal im Umfeld von Stadthalle und Brauerei ansiedeln lassen.




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