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Eifel-Mosel Bären erzielen zweiten Sieg in Folge: Nach dem Meistertitel freut sich die Mannschaft über die Schlichtung des Streits um die Eishalle

(Bitburg) Die Kuh ist vom Eis: Stadt und Eishockeymannschaft haben im Streit über die Nutzung der Eishalle eine Einigung erzielt. Die Eifel-Mosel Bären sollen die Halle während der kurzen Spielsaison künftig auch an Sonntagen im Advent und in den Ferien für Heimspiele nutzen können, damit der Aufstieg in die Regionalliga West gelingen kann.

19.02.2016
Christian Moeris
Zwölf Spiele, zwölf Siege: Mit dieser bemerkenswerten Bilanz haben sich die Eifel-Mosel Bären vergangenen Sonntag schon frühzeitig den Meistertitel in der Eishockey-Rheinland-Pfalz-Liga 2015/2016 gesichert (der TV berichtete). 
Einen weiteren Erfolg konnte die Mannschaft nun außerhalb des Spielfelds verbuchen. Denn der Streit über die Nutzung der Bitburger Eishalle, über den sich die Mannschaft lange Zeit ärgern musste (der TV berichtete), hat ein Ende gefunden. Das verkündeten Bürgermeister Joachim Kandels und Danny Engels, Pressesprecher des Eissportvereins, gestern auf einer gemeinsamen Pressekonferenz im Bitburger Rathaus. 

Ein großer Schritt, wenn man bedenkt, wie tief die Gräben in dem Konflikt um die Eiszeiten noch bis vor wenigen Tagen verliefen. „So hat Eishockey in Bitburg keine Zukunft“, sagte Engels dem TV noch Anfang Februar. Grundsätzlich ging es um Reibereien, die der Verein mit dem Betreiber der Eishalle, der Betriebs- und Verwaltungsgesellschaft Bitburg (BVB), einem hundertprozentigen Tochterunternehmen der Stadt, hatte. Dabei ging es um die Eiszeiten, an denen die Lauffläche der Eissporthalle für das bunte Publikum anstelle der Eishockeymannschaft reserviert war. „An zu vielen Sonntagen der Saison ist die Halle am Abend zu lange für den freien Publikumsverkehr geöffnet, sodass wir keine Heimspiele austragen können“, sagte Engels seinerzeit. Unter diesen widrigen Bedingungen könne die Mannschaft – wie nun schon seit vielen Jahren – nicht in die Regionalliga West aufsteigen. 

Hessenliga in der Planung

Diese Kuh habe man am Mittwochabend bei einem Krisengipfel in der Halle vom Eis geholt, sagte Engels. Bürgermeister Joachim Kandels: „Der Streit ist vom Tisch. Wir sind uns einig geworden.“ 
Die Mannschaft sei darüber sehr erleichtert, sagte Engels. „Das habe ich am Donnerstagabend beim Training gemerkt.“
Künftig sollen also Heimspiele im Advent und den Weihnachtsferien nicht mehr tabu sein, sagte Kandels. Auch für den Freitagabend könne die Mannschaft nun mit der BVB Termine für Eishockeyspiele vereinbaren. Kandels: „Es gab da in der Vergangenheit vor allem Defizite in der Kommunikation. Künftig wollen wir Dinge, die zur Diskussion stehen, besprechen, bevor sie sich hochschaukeln.“ Die BVB wolle künftig generell bei der Vereinbarung der Eiszeiten mehr Flexibilität zeigen, sagte Kandels. „Die Stadt hat das nie verhindert und will den Eissport in Bitburg unterstützen.“ Doch Kandels stellte klar, dass die Stadt auch weiterhin auf die Einnahmen aus dem Publikumslauf angewiesen sei. „Jedes Jahr müssen wir bei der Eishalle ein Defizit von mehr als 100?000 Euro ausgleichen.“ 
 
Doch welche Auswirkung hat das Zugeständnis der Stadt nun auf die kommende Eishockey-Saison? Können die Eifel-Mosel Bären jetzt aufsteigen? Engels: „Dafür ist es jetzt zu spät. Die Bewerbung für die Regionalliga West bekomme man so kurzfristig nicht mehr abgeschickt. Zuvor seien aber auch noch finanzielle Angelegenheiten zu klären, sagte Engels. Die Mannschaft wolle sich für die Saison 2016/2017 jedoch zur Abwechslung mal für die Hessenliga bewerben. „Das wäre für die Spieler ebenfalls eine neue Herausforderung“, sagte Engels. Auch von der Hessenliga ist der Aufstieg in die Regionalliga West möglich. 

 

Meinung
Christian Moeris
Die Kuh vom Eis geholt

Zur Lösung des Konflikts haben alle Beteiligten, die Stadt, die Betreibergesellschaft sowie der Verein, beigetragen. Wenn die Voraussetzungen jetzt stimmen, liegt es also nicht mehr an der Stadt, falls der Mannschaft der Sprung in die Regionalliga West nicht gelingt. Damit sich der ganze Trubel gelohnt hat, würden wir den aber auch gerne bald sehen und damit dann auch Eishockeyspiele vom Feinsten für alle in Bitburg.  c.moeris@volksfreund.de


Lesen Sie hier den Bericht zur vorangegangenen Auseinandersetzung.



 

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