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Ein Weinberg in der Eifel

Hobbywinzer, aufgepasst: Mit dem Weinberg-Projekt zwischen Echternacherbrück und Minden will die Verbandsgemeinde (VG) Irrel die Verbundenheit mit der Region fördern, den Tourismus bedienen und ein Stück Kulturgeschichte zum Anfassen schaffen. In der Interessengemeinschaft ist noch Platz für Rebstockpaten.

12.11.2009
Von unserer Mitarbeiterin Kathrin Hofmeister
Irrel. Der Weinberg soll wiederbelebt werden, und Hobbywinzer sollen ihn kultivieren: Im Dezember findet die offizielle Stockverteilung am Wingert "In den Mündener Leien - Klosterlay" zwischen Echternacherbrück und Minden statt.
 
Über die Hälfte der Weinstöcke ist schon per Rebstockpatenschaft an Interessenten vergeben. Angehende Hobbywinzer haben noch die Möglichkeit, sich in der historischen Weinanlage an der mittleren Sauer einzubringen. Das von der VG Irrel initiierte Projekt im Rahmen des touristischen Angebots der vielgestaltigen Landschaft des deutsch-luxemburgischen Naturparks veranschaulicht auf 7000 Quadratmetern eine selten gewordene Verbindung von Kultur- und Naturlandschaft. Harmonisch gehen Waldsaum, natürliche Felsvorsprünge und aufgeschichtete Mauern ineinander über.
 
"Das Wesentliche unserer Weinberge ist die terrassenförmige Gestaltung", erläutert Hans-Michael Bröhl, Bürgermeister der VG Irrel.
 
Der ursprünglich vom Kloster Echternach angelegte Weinberg in optimaler Süd-Südwestlage war der Gemeinde durch die Flurbereinigung zugewiesen worden. "Als wir den Hang entbuschten, zeigten sich Mauerstrukturen bis auf den Bergkamm, die durch Treppen miteinander verbunden sind", sagt Bröhl. Nun plant die Gemeinde ein Wegesystem, das ein Auf- und Absteigen vom Römerweg oberhalb der Mindener Layen über die Stufen des Weinbergs bis zum Rad- und Wanderweg an der Sauer ermöglicht.
 

Anleitung vom Winzermeister


 

 
Nach Anpflanzung von Tafeltrauben, Weinbergspfirsich und Kiwi auf der mittleren Terrasse darf auf dem Weg durch den Weinberg sogar genascht werden. Für ein Picknick sind ausgewiesene Plätze auf den einstmals bewirtschafteten Felsvorsprüngen vorgesehen. Der hobbymäßige Weinbaubetrieb des vor fünf Jahren rekultivierten und 2006 noch einmal aufgestockten Weinbergs beginnt im Februar nächsten Jahres. Unter Anleitung von Winzermeister Klaus Junk aus Leiwen werden die Rebstockpaten unter anderem schneiden und lesen. Das Ergebnis der "Weißen Burgunder"-Rebe wird vielleicht wie vor 38 Jahren schmecken. Bis 1972 war der Weinberg intensiv kultiviert worden. Geschichte aufzuspüren und sich mit kulturellen Einflüssen rund um den Wingert vertraut zu machen, ist eines der Hauptanliegen der neu gegründeten Interessengemeinschaft. 35 Rebstockpaten zählt sie bereits. "Ein ganz wesentlicher Punkt ist, dass wir nicht nur Interessenten auf deutscher Seite, sondern fast genauso viele von Luxemburger Seite haben", freut sich Bröhl, Schließlich gehe es auch um die Verbundenheit mit der Region.