region/bitburg

Eine Wahl spaltet die Stadt

Es ist nur ein Hauch. Knapp vier Prozentpunkte entscheiden nun darüber, wer in den kommenden acht Jahren an der Spitze der Stadt Bitburg steht. Dossier zum Thema: Direktwahlen in der Eifel

25.09.2017
Dagmar Schommer
Es ist und bleibt Joachim Kandels - mit 51,9 Prozent der Stimmen. Aber ist es für den Amtsinhaber, der 2009 in der Stichwahl gegen Rudolf Rinnen noch mit 61 Prozent das Rennen machte, wirklich ein Sieg? Er bleibt im Amt, ja. Er hat die Wahl gewonnen. Aber er hat im Vergleich zu seiner ersten Bürgermeisterwahl an Zuspruch eingebüßt. Und zwar mehr als das seine Parteifreunde und Unterstützer bei diesem Wahl-Krimi im Vorfeld je für möglich gehalten hätten. Das wird an ihm nagen. Das wird auch noch im Nachgang zu dieser Wahl für ihn und seine Parteifreunde noch Thema werden. Dass der parteilose Herausforderer Ralf Olk auf Anhieb nach einem harten Wahlkampf auf Augenhöhe mit dem Amtsinhaber liegt, haben seine Unterstützer gehofft. Mit 48,1 Prozent der Stimmen - weit mehr als ein Achtungserfolg -, ist ihm der Machtwechsel fast geglückt. Aber auf den Wahlsieg muss er am Ende dann doch verzichten - wenn auch denkbar knapp. Bitburg hatte die Wahl. Und offenbar geht ein Riss durch die Stadt: Während die eine Hälfte auf Fortführung der bisherigen Politik setzt, will die andere Hälfte einen Neuanfang. Olk hat auf Dynamik gesetzt und ist den Amtsinhaber sehr kritisch angegangen. Kandels hat auf Bestand und Sachlichkeit gesetzt - und dabei fast den Kürzeren gezogen. Wirkliche Freude will bei diesem Ergebnis nicht aufkommen. d.schommer@volksfreund.de