Ein Meister seines Faches: Metzgermeister Josef Ewen sorgt seit 35 Jahren in Bitburg für frisches Fleisch und Wurstwaren. In seinem Handwerk hat er Pokale, Urkunden und Medaillen gewonnen. Heute übergibt er die Traditionsmetzgerei mit eigener Schlachtung an Metzgermeister Guido Klassen.
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Metzgermeister Josef Ewen zerlegt in seinem Schlachthaus in Badem einen 400 Kilo schweren Jungbullen aus Rittersdorf. TV-FOTOS (2): Christian Moeris
Bitburg/Badem. Im Schlachthaus in Badem zerlegt Metzgermeister und Betriebsnachfolger Guido Klassen zwei Jungbullen von Landwirten aus Metterich und Rittersdorf. Die 400 Kilo schweren Bullen hängen an Aufzügen. Klassen viertelt sie mit präzisen Schnitten und Knochensäge innerhalb von Minuten. Bis vor einem Jahr konnte Metzgermeister Josef Ewen das noch selbst. Eine Halswirbelverletzung zwingt den 62-jährigen Fleischer nun dazu, seinen Betrieb abzugeben. "Die Verletzung kommt wahrscheinlich vom Heben schwerer Schweinehälften", sagt Ewen.
Die Traditionsmetzgerei aus dem Jahr 1873 übernahm er vor 35 Jahren von seinem Vater. "Das Schlachten, Zerlegen und Wurstmachen wurde mir quasi schon in die Wiege gelegt", sagt der 62-jährige Fleischermeister. Nach 47 Berufsjahren übergibt er seinen Betrieb am 1. August an seinen Nachfolger aus dem eigenen Betrieb. "Für die Kunden ändert sich gar nichts", erklärt Ewen. Sein Nachfolger, der 41-jährige Metzgermeister Guido Klassen, arbeite schließlich schon 25 Jahre in seiner Fleischerei.
Dass über Ewens Fleischtheke nur hochwertige Produkte gegangen sind, davon zeugen Medaillen und Pokale. 2008 gewann der Bitburger Metzger den europäischen Weißwurstwettbewerb und ließ seine bayerischen Kollegen alt aussehen. Über 1000 Metzger aus ganz Europa nahmen an dem Wettbewerb teil. Um seinen Kunden Spitzenqualität zu liefern, hat Josef Ewen immer hart gearbeitet.
Als einer von fünf Metzgern im Eifelkreis Bitburg-Prüm schlachtet Ewen noch selbst. Bullen, Rinder und Schweine kauft er bei Bauern aus umliegenden Dörfern. "Ich kaufe seit Jahrzehnten bei den zehn gleichen Landwirten, da weiß ich, wo mein Fleisch herkommt." Sein Nachfolger wird diese Tradition fortführen. In seinen 47 Berufsjahren hat sich in seinem Handwerk viel verändert. Die Wurstsorten hätten sich verdreifacht. Nach Diätwurst ohne Fett und Speck hätte in den 1960er Jahren zum Beispiel niemand gefragt.
Handwerk kann sich Josef Ewen trotz Betriebsübernahme und Ruhestand nicht so ganz verabschieden. Deshalb wolle er dem neuen Inhaber helfen, wo es nur geht. Die Metzgerei öffnet nach den Betriebsferien am 6. August unter dem neuen Inhaber. cmo
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