Vor einem Jahr mussten die Mitarbeiter des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum wegen giftiger Mittel im Fußboden ihr Domizil verlassen. Nun sind die ersten Räume probeweise saniert worden. Die Behörde will zurück an den Flugplatz. Wann, ist allerdings noch nicht ganz klar.
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Bitburg. Vor dem Backsteingebäude mit der Adresse Am Westpark 10 herrscht reges Treiben. Junge Leute mit Rucksäcken und schweren Taschen bepackt betreten das Jugendhotel oder machen sich wieder auf den Heimweg. Direkt nebenan, am Haus Nummer 11, ist alles ruhig.
Arbeit am Sanierungskonzept
Ein Jahr ist es jetzt her, dass der Entschluss gefallen ist, die Mitarbeiter des hier ansässigen Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) Eifel wieder ausziehen zu lassen - zumindest zeitweise. Denn in dem Gebäude hatten sich giftige Dämpfe gebildet (siehe Extra).
Rund die Hälfte der Mitarbeiter hatte seit dem Einzug 2009 über Kopfschmerzen, Augenbrennen, Hustenreiz, Übelkeit oder Schwindelgefühl geklagt (der TV berichtete). Auch teure Luftreinigungsgeräte konnten die Situation für die Mitarbeiter nicht wirklich verbessern. Zwei Raumluftgutachten hatten ergeben, dass Lösungsmittel, die aus dem Fußbodenkleber entweichen, der Grund für die Beschwerden sind. Ein Umweltmediziner hatte die Situation als besorgniserregend eingestuft. Daraufhin haben die Mitarbeiter das Gebäude verlassen.
Doch jetzt tut sich was am Standort Westpark: "Zusammen mit dem Personalrat haben wir ein Sanierungskonzept erarbeitet", erklärt Anja Stumpe, Leiterin des DLR in Bitburg. Es seien bereits zwei Räume probeweise saniert worden. In enger Zusammenarbeit mit einer Baubiologin habe man dann 28 Tage nach dieser Probesanierung erneut gemessen, wie die Luft in den Räumen ist. Das Ergebnis sei zufriedenstellend: "Die Werte sind viel besser als vorher", sagt Anja Stumpe. Wenn alle Räume mit diesem Ergebnis saniert sind, steht ihrer Ansicht nach dem Umzug in das alte neue Domizil nichts mehr im Wege. "Der Vermieter ist jetzt für die Sanierung verantwortlich", heißt es auf Anfrage beim Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) in Mainz. Der LBB hatte das Haus von einem Privateigentümer für das DLR angemietet. Dieser Mietvertrag läuft über 20 Jahre.
Auch aus Sicht des LBB sind die Probesanierungen erfolgreich verlaufen. Zurzeit finden demnach die letzten Abstimmungen statt, bevor das komplette Gebäude saniert werden kann. Mit dem Vermieter arbeite man an einer Vereinbarung.
Letzte Abstimmungen
Wann die Rückkehr über die Bühne gehen soll, kann Anja Stumpe noch nicht sagen. "Wir drängen auf einen Umzugstermin sobald wie möglich. Die Gesundheit der Mitarbeiter geht aber vor", sagt sie. Denn die momentane Lösung sei kein Dauerzustand, auch wenn die Ausweich-Büros in Ordnung seien. Zurzeit sind die 114 Mitarbeiter des DLR auf zwei Gebäude in Bitburg verteilt: das alte Gebäude in der Brodenheckstraße und in eine leerstehende Etage beim Amtsgericht Bitburg.
Extra
Erst 2009 sind die Mitarbeiter des DLR aus Prüm und der Bitburger Innenstadt an den Westpark auf dem ehemaligen Gelände der Airbase umgezogen. Der Umzug hatte 45 000 Euro gekostet. Ziel war es, die Mietkosten für die Behörde jährlich um 45 000 Euro zu senken. Für ein Raumluftgutachten hat das DLR 30 000 Euro bezahlt und 60 000 Euro für die Luftreinigung. "Schuld" an dem Schlamassel habe niemand, sagt DLR-Leiterin Anja Stumpe, denn es seien keinerlei Grenzwerte überschritten worden. slg
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