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Erster Entwurf für Umnutzung der Bitburger Housing steht: Wohnen, arbeiten und ganz viel Grün mittendrin

(Bitburg) Für Details ist es noch zu früh. Aber ein Entwurf für die Umnutzung der Housing samt Konzept für die Landesgartenschau liegt auf dem Tisch. In nicht öffentlicher Sitzung hat der Stadtrat darüber beraten – und dem Entwurf mit breiter Mehrheit zugestimmt. Der TV stellt die drei wesentlichen Bausteine vor.

01.02.2016
Bei einer kleinen Tour durch die Housing wird schnell deutlich: „Klein Amerika“, wie es in den 50er Jahren genannt wurde, ist mit einer Fläche von rund 65 Hektar riesig. Selbst die viergeschossigen Wohnblocks wirken auf dem mit breiten Straßen großzügig gestalteten Areal eher klein. Ein Blick auf die Karte macht klar: Das Gelände ist groß – etwa sechs Mal würde die Innenstadt in die Housing passen. Und um diese Fläche wird Bitburg wachsen, wenn die Amerikaner das Gelände 2017 zurück an die Bundesrepublik geben. Platz zum Wohnen, Arbeiten und für Sport und Freizeit soll dort entstehen. Dieser Nutzungsmix stand von Beginn an fest. Als Initialzündung für die Entwicklung des Geländes baut Bitburg auf eine Landesgartenschau – und steckt längst in der heißen Phase des Verfahrens. Ende März endet die Bewerbungsfrist. Und deshalb drängt so langsam auch die Zeit. Um weiterplanen zu können, braucht das Büro RMP, das Stadt und Kreis mit der Erstellung der Bewerbungsunterlagen beauftragt haben, ein Ok für eine grobe Richtung. Darüber hat der Stadtrat nun in nichtöffentlicher Sitzung beraten und nach „ausführlicher Diskussion“, wie Bürgermeister Joachim Kandels sagt, sich „mit breiter Mehrheit“ für eine Variante entschieden, die das Areal mit einem großen grünen Keil in zwei Bereiche teilt – ähnlich wie auf der Skizze, die bereits bei der Bürgerwerkstatt gezeigt wurde (siehe Grafik). Kandels sagt: „Da bleibt von der ursprünglichen Bebauung nicht mehr viel übrig.“ Die Eckpunkte des Konzeptentwurfs, über den nun auch der Kreisausschuss in nichtöffentlicher Sitzung beraten wird:

Mehr Grün: Herzstück des Konzepts ist der grüne Keil. Diese Fläche, die etwa ein Drittel des gesamten Areals ausmacht, wäre das eigentliche Landesgartenschau-Gelände. Abgebildet werden sollen typische Eifeler Natur- und Kulturräume – von Streuobstwiesen über den Stausee bis zum Barockgarten, wie er bei Schloss Malberg steht, haben die Bürger viele Ideen beigesteuert. Diese Fläche soll als Park mit Sport- und Freizeitmöglichkeiten erhalten bleiben. Die Einbettung der Housing in die Landschaft, die Landschaftsverbindung, soll durch Wege und Aussichtspunkte gestärkt werden. 

Mehr Stadt: Links von diesem grünen Keil ist Platz zum Wohnen und Arbeiten vorgesehen – im Süden, Richtung Industriegebiet Wankelstraße, auch für Gewerbe. Für den nördlichen Bereich entwickeln die Planer Ideen, wie einzelne der mehr als 50 Wohnblocks erhalten werden könnten und als Mehrfamilienhäuser und innovative Wohnprojekte für mehrere Generationen genutzt werden könnten. Dieser Komplex würde dann noch mal mit einem grünen Band umfasst werden. Zudem ist vorgesehen, auch neue Wege von der Stadt in die Housing zu schaffen, beziehungsweise bestehende auszubauen.

Mehr Mötsch: Rechts von der grünen, keilförmigen Parkfläche ist ein klassisches Wohngebiet für Einfamilienhäuser mit direktem Anschluss an den Stadtteil Mötsch geplant.

So in etwa also könnte sich die Housing entwickeln und sich als neues Stadtviertel in Bitburgs Kernstadt fügen. Weitere Details stimmen die Planer mit den Gremien von Stadtrat und Kreistag ab. Parallel arbeitet die Stadt daran, die Verfügbarkeit des Geländes zu sichern. Kandels: „Da stehen wir in Gesprächen mit den Amerikanern und der Bundesimmobilienanstalt.“ Die Stadt braucht verbindliche Zusagen, dass sie ab 2017 tatsächlich auch über das Gelände verfügen kann.

Die nächsten Schritte: Zunächst wird auch der Kreisausschuss nichtöffentlich über den Konzeptentwurf beraten. Der Öffentlichkeit wird der Entwurf erstmals bei der Bürgerwerkstatt am Dienstag, 16. Februar, 19 Uhr, im Haus der Jugend im Detail präsentiert. Dabei haben die Bürger auch Gelegenheit, sich mit Ideen, Anregungen und Kritik zu beteiligen. Abschließend entscheiden Stadtrat und Kreistag in einer gemeinsamen Sitzung am 16. März über das Konzept. scho

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