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Explore the Eifel: Amerikaner erkunden die alte Welt

(Spangdahlem) Die Airbase Spangdahlem ist eine Welt für sich, mitten in der Eifel. Damit die amerikanischen Soldaten Eifel und die Mosel ein bisschen kennen lernen, hat heute die Messe „Explore the Eifel“ stattgefunden. Mehr als 200 Aussteller aus der Region haben den Amerikanern gezeigt, was sie vor der Haustür alles erleben können.

11.05.2012
Sarah-Lena-Gombert
Weihnachtsmusik, mitten im Mai. Am Eingang des „Club Eifel“ auf der Airbase Spangdahlem steht Wolfgang Pastor vom Gewerbeverein Bernkastel-Kues und verteilt fleißig Glühweintassen. „For free?“, fragt eine Amerikanerin freundlich, nimmt eine und bedankt sich. In den Tassen stecken Flyer, die auf den nächsten Weihnachtsmarkt an der Mosel aufmerksam machen sollen. „Die Amerikaner sind eine wichtige Zielgruppe für uns“, sagt Wolfgang Pastor. Vor allem Ereignisse wie das Fackelschwimmen vor der historischen Kulisse von Bernkastel-Kues kämen bei den Soldaten gut an.

Anfassen und Ausprobieren

Wie Pastor sind am Freitag mehr als 200 Aussteller aus der ganzen Region nach Spangdahlem gekommen, um den Amerikanern die Eifel, die Mosel und den Hunsrück zu präsentieren. Auch Vertreter aus Luxemburg und Belgien haben sich unter die Aussteller gemischt. „Explore the Eifel“ – Entdecke die Eifel – findet bereits zum siebten Mal statt. So auch Michael Schnarrbach von den Milites Bedenses, die den Amerikanern beispielsweise etwas über die römische Villa Otrang erzählen. Dort seien ab und zu amerikanische Familien zu Gast. Dass er im Kostüm auf der Base aufgetaucht ist, hat einen Grund: „Wir wollen etwas zum Anfassen und Ausprobieren bieten“, sagt Schnarrbach.

In der Airforce einmalig

Und es sind viele Amerikaner, die an diesem Freitag etwas anfassen und ausprobieren wollen. „Wir machen die Messe in diesem Jahr ein bisschen früher als sonst, vor Beginn der Urlaubssaison“, sagt Iris Reiff, Pressesprecherin auf der Base. Sie freut sich über den großen Zuspruch – sowohl auf Seiten der Amerikaner als auch bei den Ausstellern aus der Region. Besonders schön sei, dass diese Messe auf Freundschaft aufgebaut sei. „Die Aussteller bezahlen keine Standgebühr, viele helfen ehrenamtlich beim Aufbau“, sagt sie. Eine Messe wie „Explore the Eifel“ sei innerhalb der Airforce einmalig. „Das ist eine wirkliche Bereicherung für die Soldaten und ihre Familien.“

Kein Ziegenkäse in Amerika

Auch beim Stand von Elisabeth Stoffel aus Manderscheid ist viel los. Sie präsentiert die Manderscheider Burgen und vor allem das historische Burgenfest, das auf der Base als „Historical Castle Festival“ beworben wird. „Wir merken schon, dass in den Wochen nach der Messe mehr Amerikaner zu uns kommen als sonst“, sagt Stoffel, die sich ebenfalls in historische Gewänder gekleidet hat.

Ein paar Meter weiter geht es nicht um Geschichte, sondern ums Essen. „So etwas wie Ziegenkäse habe ich bei uns noch nie bekommen“, ruft ein amerikanischer Soldat, der sich am Stand des Vulkanhofs durchprobiert. Er sei bereits zum zweiten Mal in Spangdahlem stationiert. „Das Essen in der Eifel ist überhaupt hervorragend und ganz anders als in den USA“, sagt er.

Doch nicht nur Touristiker und Gastronomen präsentieren sich bei „Explore the Eifel“. Vor dem Gebäude steht Gerd Thiel von Dogther, ein Unternehmen aus Brauneberg, das tiergestützte Theapiebegleitung anbietet. Thiel und seine Kollegen arbeiten mit Hunden. „Wir könnten uns beispielsweise vorstellen, traumatisierte Soldaten zu behandeln, die von Einsätzen aus Krisengebieten zurückkommen.“

Extra


Mehr als 30000 Amerikaner haben nach Angaben des Statistischen Landesamtes 2011 Urlaub in der Region gemacht. 8000 waren demnach in der Eifel, 13700 im Hunsrück und etwa 13000 an der Mosel gemacht. Das sind im Vergleich zu Urlaubern aus Belgien und den Niederlanden zwar wenig. Trotzdem spielen die Amerikaner eine große Rolle für den Tourismus. „Die Militärangehörigen und deren Familien sind als Tagesausflügler eine wichtige Zielgruppe“, sagt Maria Arvanitis, Geschäftsführerin der Tourist-Information in Bitburg. Besonders Betriebe im Umfeld der Airbase hätten sich auf amerikanische Kundschaft eingestellt.

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