Freie Fahrt auf drei Spuren: B 51-Ausbau zwischen Helenenberg und Meilbrück beendet
Dauerbaustelle B 51: Während die Bundesstraße am Trierer Berg noch neun Wochen gesperrt ist, ist der dreispurige Ausbau zwischen Helenenberg und Meilbrück fast fertig: Heute rollt der Verkehr ab Helenenberg über die neue Strecke. Die Baukosten sind um vier Millionen auf 16 Millionen Euro gestiegen.
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Die B 51 in Bitburgs Norden: Derzeit gibt es nur eine Fahrspur in jede Richtung, durch eine doppelte Linie deutlich getrennt: Für diese Strecke wird eine dritte Spur zum Überholen geplant. TV-Foto: Archiv/Katharina Hammermann
Bitburg. Wer über die B 51 fährt, dem ist der Anblick von Baggern vertraut. Seit Jahren wird immer irgendwo an der Bundesstraße, über die zwischen Bitburg und Trier täglich mehr als 20 000 Fahrzeuge rollen, gearbeitet. Nach fast vier Jahren Bauzeit steht nun das größte Projekt vor dem Abschluss: der dreispurige Ausbau der B 51 zwischen Helenenberg und Meilbrück.
Ab dem heutigen Donnerstag wird der Verkehr über die neuen Fahrspuren bei Helenenberg geführt - damit steht, bis auf einige Restarbeiten, nun also auch das letzte Teilstück des 16 Millionen Euro teuren Ausbaus.
Dass das Projekt damit um vier Millionen Euro über der ursprünglich geplanten Investition liegt, erklärt Edeltrud Bayer, Leiterin des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Trier vor allem mit einer Steigerung bei den Baukosten. Hinzu kommt: "Bei den konkreten Ausschreibungen wurde erst das genaue Ausmaß der Verkehrssicherungsmaßnahmen deutlich. Also was, wann, wo an Barken, Markierungen, Ampeln, Umleitungen, Gleitwänden und mehr gebraucht wird", sagt Bayer. Zudem seien die Erdarbeiten witterungsbedingt bei Regen aufwendiger gewesen als geplant.
Herzstück des Ausbaus ist die dritte Fahrspur zwischen Meilbrück und Helenenberg, die ein Überholen - von Meilbrück in Richtung Trier bis Weinsfelder Hof, der etwa genau in der Mitte der Ausbaustrecke liegt, und von Helenenberg in Richtung Bitburg bis Weinsfelder Hof - ermöglicht.
Weniger Unfälle, mehr Verletzte
Noch ausstehende Restarbeiten sollen bis September fertig sein. So werden noch die Asphaltschichten des neuen dreispurigen Abschnitts bei Helenenberg fertiggestellt, weshalb zunächst jeweils nur zwei der drei Spuren befahrbar sind. Zudem wird die bis gestern noch genutzte Umfahrung auf die Breite eines Wirtschaftsweges zurückgebaut, auf den dann der landwirtschaftliche Verkehr verbannt wird.
Das Millionen-Projekt ist Teil des Maßnahmenpakets für mehr Sicherheit auf der Bundesstraße. Seitdem 2008 in wenigen Monaten sechs Menschen ihr Leben bei Unfällen auf der B 51 verloren haben, ist die Straße als Todesstrecke verschrien. Die Polizei hat deshalb ihre Kontrollen verstärkt und rund um Bitburg wurden ein Tempolimit 70 sowie ein Überholverbot eingeführt. "Diese Maßnahmen zeigen Wirkung", sagt Ulrich Müller von der Polizeidirektion Wittlich und verweist auf rückläufige Unfallzahlen (siehe Extra). Doch obwohl es weniger Unfälle gibt, ist die Zahl der Schwerverletzten in den ersten Monaten von 2012 gestiegen.
Die Straße bleibt also unter besonderer Beobachtung. Auch bei der Straßenverkehrsbehörde. Um das B-51-Stück zwischen Bitburg und der A 60 sicherer zu gestalten, gibt es beim LBM Pläne für einen weiteren Ausbau, der bis Matzen drei- und von Matzen bis zur A 60 vierspurig werden soll. Doch bis gebaut wird, vergehen noch Jahre - derzeit steht erst ein Vorentwurf.
In Kürze wird die doppelte Linie, die zwischen Bitburg und der A 60 die Fahrtrichtungen trennt, aufgeraut, so dass Fahrer merken, wenn sie zu weit in die Mitte geraten. Doch Müller betont: "Am Ende ist und bleibt jeder Autofahrer selbst für die Sicherheit auf der Straße verantwortlich."
Extra
… Ulrich Müller (60), Leiter der Verkehrsdienste bei der Polizeidirektion Wittlich, die seit 2008, als binnen weniger Monate sechs Menschen bei Unfällen auf der B 51 ihr Leben verloren haben, die Straße verstärkt kontrolliert. Was macht die B 51 gefährlich?Müller: Gemessen am Verkehrsaufkommen ist die B 51 im Vergleich zu anderen Straßen nicht gefährlich. Was die B 51 problematisch macht, ist die hohe Verkehrsdichte. Das trägt auch zu dem subjektiven Empfinden vieler Fahrer bei, auf einer stressigen Straße unterwegs zu sein. Wird die Bundesstraße durch den Ausbau sicherer?Müller: Auf jeden Fall. Durch zusätzliche Fahrspuren wie zwischen Helenenberg und Meilbrück werden die Verkehrsströme entzerrt und sichere Möglichkeiten zum Überholen geschaffen. Ein Problem bleiben die hohen Geschwindigkeiten. Je schneller die Leute unterwegs sind, desto gravierender sind im Falle eines Unfalls die Folgen. Würde es helfen, die LKW von der B 51 zu vertreiben?Müller: Das ist wohl kaum möglich. Zumindest Anliegerverkehr müsste man gewähren und rechtlich gilt jeder als Anlieger, der ein Anliegen hat - also etwa ein Brötchen zu kaufen. Wegen der Vielzahl möglicherweise nur erfundener Anliegen gibt es bei der Polizei auch die Redewendung vom "Anlügerverkehr". Wird nur selten kontrolliert, riskieren die Fahrer im Zweifelsfall die Strafe. Außerdem sind es nicht die großen Lastzüge, sondern die Sprinter, die wir im Auge haben. Das sind Terminfahrer, die immer unter Zeitdruck sind, das ist bundesweit ein Problem. scho
Extra
Rückgang: Die Zahl der Unfälle auf der B 51 ist rückläufig. 2008 gab es noch 207 Unfälle mit 22 Schwerverletzten, davon sechs Verkehrstote; 2011 waren es 185 Unfälle mit sechs Schwerverletzten. Auch in den ersten fünf Monaten 2012 registriert die Polizeidirektion (PD) Wittlich weniger Unfälle als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Waren es 2011 noch 79 Unfälle, sind es in 2012 bislang 74. Etwa ein Drittel der Unfälle sind Wildunfälle. Anstieg: Die Zahl der Verletzten ist von acht (2011) auf zehn gestiegen - darunter zwei Verkehrstote. Auch die Zahl der Schwerverletzten ist von einem auf fünf gestiegen. LKW-Beteiligung: Die Zahl der Unfälle, an denen LKW beteiligt sind, ist von drei auf vier gestiegen. Damit sind LKW an gut 30 Prozent der Unfälle beteiligt, was etwa ihrem Anteil am Verkehrsaufkommen auf der B 51 entspricht. 2012 gab es vier Unfälle mit Schwerverletzten, an drei davon waren LKW beteiligt, in zwei Fällen als Verursacher. Bei einem der zwei tödlichen Unfälle war ein LKW beteiligt, aber nicht Verursacher. scho
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