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aus unserem Archiv vom 16. Mai 2012
Autor: Dagmar Schommer Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Bitburg Drucken  E-Mail

Gewerbeverein kämpft für Innenstadt-Parkplätze

Wenn im Sommer die Bauarbeiten am Bitburger Postplatz beginnen, fallen dort 50 Stellplätze weg. Für den Gewerbeverein ist das nicht tragbar. Auf der Mitgliederversammlung hat Vorsitzender Edgar Bujara einen Lösungsvorschlag präsentiert: Übergangsweise könnten bis 34 Autos auf dem Spittel parken.

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Bitburg. Im Tauziehen um die Parkplätze rund um den Spittel, wie der Bitburger Postplatz offiziell heißt, kann der Gewerbeverein einen Etappensieg verbuchen. Auf der Mitgliederversammlung am Dienstagabend im Eifelbräu hat Vorsitzender Edgar Bujara vor 100 Gewerbetreibenden Lösungsvorschläge präsentiert, die der Verein entwickelt hat. "Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Idee. Es ist einfach wichtig, dass unsere Geschäfte in der Innenstadt erreichbar bleiben", sagte Reisebüro-Inhaber Bernd Pütz.

Acht Stellplätze am Borenweg: Die Busspur am Borenweg, die nur zweimal im Monat vom Eifelverein genutzt wird, soll acht bis neun Stellplätzen weichen. "Diese Lösung kommt definitiv", sagte Bujara, der sich bereits mit der Stadt verständigt hat. Bitburgs Bürgermeister Joachim Kandels sagte eine "zeitnahe Umsetzung" zu.

34 Stellplätze am Spittel: "Unsere Idee ist, dass während der Bauzeit am Postplatz die Baustelle mit einem bedruckten Tuch verhängt wird und auf dem Spittel in zwei Parkreihen 34 Stellplätze entstehen, die von der Poststraße aus angefahren werden", erklärte Bujara. Damit keiner der Autofahrer auf die Idee kommt, durch die Fußgängerzone zu rollen, sollen die Stellplätze zur Hauptstraße hin mit Blumenkübeln abgegrenzt werden. Kandels sicherte zu, dass er diesen Vorschlag, den die Gewerbevereinsmitglieder einstimmig begrüßten, in den Juni-Sitzungen von Bauausschuss und Stadtrat beraten wird: "Da sind einige Beschlüsse notwendig, da das Areal ja eigentlich Fußgängerzone ist." Fest steht, dass diese Lösung, wenn sie umgesetzt wird, nur für die Dauer der Bauphase gilt. Heißt: ab diesem Sommer bis zum Abschluss der Arbeiten, den die GBT für 2014 plant.
Drei Stellplätze beim Neubau: Die Trierer Wohnungsbaugesellschaft GBT, die den Zuschlag für die Umgestaltung des Postplatzes bekommen hat, will zudem prüfen, ob die Einrichtung von drei bis vier Stellplätzen entlang des Borenwegs auf dem GBT-Grundstück möglich ist. Auf das dort geplante kleinere Zusatz-Gebäude könne die GBT aber nicht verzichten. Das hatte Horst Büttner angeregt, um dort Stellplätze zu schaffen. "Wir brauchen dieses Gebäude, damit das für uns wirtschaftlich bleibt", sagte dazu Stefan Ahrling, Vorstand der GBT.

Ursprung des Dilemmas: Als der TV Ende 2011 aus einer nicht öffentlichen Bauausschuss- und Stadtratssitzung berichtet hatte, waren die Händler in der Innenstadt entsetzt über den Beschluss der beiden Gremien. Die hatten im laufenden Wettbewerbsverfahren mit knapper Mehrheit entschieden, auf die bis dahin immer geforderte öffentliche Tiefgarage mit 40 Stellplätzen bei der Umgestaltung des Postplatzes zu verzichten. Kürzlich wurde zudem deutlich, dass auch die acht Stellplätze entlang der Poststraße wegfallen (der TV berichtete). "Daran ist nun nichts mehr zu ändern", sagte Hans Joachim Kurth, zweiter Vorsitzender des Gewerbevereins: "Aber die Situation ist für uns alle so nicht befriedigend gelöst." Der Verein entschied zu handeln und suchte das Gespräch mit Stadt und GBT - ein Gespräch, das alle Beteiligten als konstruktiv beschreiben und das zu den weiter oben vorgestellten Lösungsansätzen geführt hat.

Hintergrund des Beschlusses: Der Bürgermeister erklärte, dass die Stadt bei ihrem Beschluss gegen die öffentliche Tiefgarage - deren Betrieb für unwirtschaftlich erachtet wurde - auch die Gesamtsituation im Blick gehabt habe: "Wenn das Krankenhaus das Parkhaus Annenhof kauft und ein größeres Parkhaus neu baut, entstehen in unmittelbarer Nachbarschaft vom Postplatz zusätzliche Parkplätze. Zudem sind mit der Bit-Galerie auch mehr als 500 Stellplätze geplant."
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Ein großer Gewinn für kurze Zeit

Respekt. Die Lage war vertrackt, die Fronten waren verhärtet. Mit ihrem Geheimbeschluss gegen die öffentliche Tiefgarage am Postplatz hat sich die Stadt keinen Gefallen getan. Nach dem lautstarken Protest der Händler sind nicht etwa die Mühlen im Rathaus heiß gelaufen, sondern beim Gewerbeverein, der eine Idee entwickelt hat, die zumindest für knapp zwei Jahre Bauzeit Abhilfe schafft. Statt Türen zuzuschlagen, wählte der Verein einen konstruktiven Weg und suchte das Gespräch mit Stadt und GBT. Auf dieser guten Basis kann nun weiter gearbeitet werden. Denn das Thema Innenstadtparken ist nicht endgültig geklärt. Die 34 Stellplätze am Spittel fallen mit Abschluss der Bauarbeiten wieder weg. Bis dahin haben Stadt und Gewerbetreibende aber Zeit, Alternativen zu erarbeiten: vom Südschulgelände über den Parkhaus-Neubau bis hin zur Bit-Galerie ist vieles denkbar. Möglich wird es, wenn nun alle weiter an einem Strang ziehen. d.schommer@volksfreund.de

 

 



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