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aus unserem Archiv vom 06. September 2010
Autor: Von unserer Redakteurin Nina EbnerOrt: WallendorfDrucken  E-Mail

Kindergarten muss schließen

Aus. Schluss. Vorbei. Der Kindergarten in Wallendorf ist seit Montag offiziell ein Auslaufmodell: Moritz Petry, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Irrel, und Suzette Weber, Orts-Chefin von Wallendorf, verkündeten gestern in einer Elternversammlung die Schließung des Kindergartens - voraussichtlich zum August 2012.

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Wallendorf. Es gibt sicherlich schönere Nachrichten zu verkünden als die, die Wallendorfs Ortsbürgermeisterin Suzette Weber sowie der Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Irrel, Moritz Petry, am gestrigen Montagabend bei einer Elternversammlung in Wallendorf bekanntgeben mussten: Der dortige Kindergarten wird seine Pforten schließen. Nicht sofort, aber möglicherweise bereits in zwei Jahren müssen die Kinder in umliegende Betreuungseinrichtungen umsiedeln.
 
Die Entscheidung zur Schließung des Kindergartens, in dem derzeit 27 Kinder aus Wallendorf, Kruchten, Biesdorf und Ammeldingen an der Our untergebracht sind, kam nicht überraschend.
 
Spätestens seitdem klar ist, dass in das Gebäude, das vor 40 Jahren in Hanglage gebaut wurde, mindestens 300 000 Euro an Umbaukosten fließen müssen, steht hinter seiner Zukunft ein großes Fragezeichen (der TV berichtete). 

Mindestens 300 000 Euro müssten fließen

Die Summe ist nötig, damit die Einrichtung die Voraussetzungen für die ganztägige Betreuung zweijähriger Kinder erfüllt. Seit August haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen solchen Betreuungsplatz - und damit müssen Bewegungs- und Förderräume, Wickelplätze, Essecken und vieles mehr geschaffen werden.
 
Die Gemeinde Wallendorf mit ihren 387 Einwohnern schlug deshalb schon im Frühjahr den anderen Gemeinden, deren Kinder ebenfalls den Wallendorfer Kindergarten besuchen, die Gründung eines Zweckverbands vor, damit sich alle finanziell an den Kosten beteiligen. Der Ortsgemeinderat von Kruchten sprach sich jedoch im April dafür aus, die Kruchtener Kindergartenkinder künftig in Körperich, gleichzeitig auch Grundschulstandort, betreuen zu lassen. Zwar wurde hinter den Kulissen noch weiterverhandelt, allerdings sagt VG-Chef Petry heute: "Im Prinzip stand das Aus des Wallendorfer Kindergartens fest, nachdem Kruchten beschlossen hatte, sich nicht an den Umbaukosten zu beteiligen." Kruchten wäre der zweitgrößte Zahler gewesen, da immerhin derzeit neun Kinder nach Wallendorf gebracht werden.
 
"Es ist für Wallendorf unmöglich, die 300 000 Euro, wenn sie überhaupt gereicht hätten, komplett allein zu tragen", sagt Wallendorfs Ortsbürgermeisterin Weber, die dennoch der Gemeinde Kruchten nicht die Schuld in die Schuhe schieben möchte: "Jede Gemeinde hat das Recht zu sagen, dass sie das nicht finanzieren kann." Auch VG-Chef Petry bezeichnet das Kruchtener Votum als eine "populäre Entscheidung, die Kinder da zum Kindergarten zu schicken, wo auch ein Grundschulstandort ist".
 

Bis 2012 wird die Einrichtung weitergeführt


 

 
Da allerdings der Körpericher Kindergarten die Kapazitäten erst einmal schaffen muss, um die Kruchtener, Biesdorfer und Ammeldinger Kinder aufzunehmen, soll die Einrichtung in Wallendorf noch mindestens bis August 2012 weitergeführt werden - allerdings ohne dass es zu Umbaumaßnahmen kommen wird.
 
Die Wallendorfer Kinder werden wohl anschließend ins zehn Kilometer entfernte Bollendorf, ebenfalls ein Grundschulstandort, umsiedeln. Die vier Mitarbeiter des Kindergartens dagegen werden sich nach einer neuen Arbeitsstelle umsehen müssen.
 
Meinung: Von Nina Ebner 
 
Bittere Realität
 
Kurze Beine, kurze Wege - dieser Slogan, der sich für eine wohnortnahe Betreuung der Kleinsten in unserer Gesellschaft stark macht, ist zwar wünschenswert, aber in einem Flächenkreis wie in Bitburg-Prüm leider nicht umsetzbar. Es ist traurig, dass ein Kindergarten schließen muss, weil die Kommunen von oben zusätzliche Aufgaben diktiert bekommen, ohne mit den dafür erforderlichen Mittel ausgestattet zu werden. Solange dies jedoch so ist, bleibt den Kommunen nichts anderes übrig, als zu streichen, was finanziell nicht mehr zu stemmen ist. Die Wallendorfer haben sich dieser bitteren Realität gefügt - ihnen blieb nichts anderes übrig. n.ebner@volksfreund.de

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