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aus unserem Archiv vom 03. Juli 2012
Autor: Mandy Radics Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Spangdahlem Drucken  E-Mail

Kommandowechsel auf Spangdahlemer Airbase: Der Neue kennt sich aus

Militärisch zackig, feierlich rührend, mit einem lachenden und einem weinenden Auge – So etwa kann man die Zeremonie beschreiben, die sich alle zwei Jahre auf der Airbase in Spangdahlem vollzieht. Beim Kommandowechsel verabschiedete sich Christopher P. Weggeman, neuer Commander ist Oberst David Julazadeh.

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Die amerikanische und die deutsche Flagge bauschen sich im Wind in Hangar 1 auf der Airbase in Spangdahlem. Die große schmucklose Halle wird zur rechten und linken Seite von den beiden Flugzeugen A10 und F16 flankiert, die auf der Airbase stationiert sind. Auf Tribünen sitzen die Mitglieder des 52. Jagdgeschwaders des amerikanischen Flugplatzes in akkurat sitzenden grauen und tiefblauen Uniformen, ihre Köpfe sind auf die Bühne gerichtet, wo sich am Dienstagmorgen um 9.52 Uhr eine besondere Zeremonie abspielt – der Kommandowechsel.

Die militärisch eher unperfekte Uhrzeit lässt den Beobachter stutzen, dann schmunzeln. Die 52 Minuten sind ein klares Spiel mit dem Namen des Geschwaders. Das verabschiedet heute seinen bisherigen Commander, den 46-jährigen Christopher P. Weggeman, der nach zwei Jahren in Spangdahlem künftig im Pentagon in Washington D.C. arbeiten wird. Nachfolger wird sein jetziger Vize-Kommandeur Oberst David Julazadeh, ebenfalls 46 Jahre alt.

Im Publikum sitzen zahlreiche deutsche Ehrengäste wie der Landrat des Eifelkreises Bitburg-Prüm Joachim Streit oder Landtagsmitglied Michael Billen (CDU).

Dann verabschiedet sich Brigadegeneral Christopher P. Weggeman und erklärt seinem Nachfolger: „Du wirst es lieben, diesen Stall von Vollblutpferden zu führen.“ Humor hat er, der scheidende Commander, der erst kürzlich Brigadegeneral wurde, und unter dessen Führung der Standort im Jahr 2011 die Auszeichnung bester Flugplatz der Air Force weltweit erhielt.

Besonders feierlich der Akt der Säbelübergabe vom scheidenden an den neuen Führer des Geschwaders, der vom Schlachtruf gekrönt wird „Seek, Attack, Destroy!“ (Suche, Attackiere, Zerstöre).

Der neue Kommandeur kennt den Stützpunkt genau, er war seit dem 19. Juni 2011 Vize-Kommandeur. „Es ist selten, dass der Stellvertreter im gleichen Geschwader zum Kommandeur wird. Das haben weder Weggeman noch ich bisher erlebt. Aber eigentlich ist das verdammt cool“, erklärt Julazadeh den Zuschauern und erntet lautes Lachen von den Tribünen. Er betont die große deutsch-amerikanische Freundschaft. „Ich habe noch nie so eine Gemeinschaft und Unterstützung einer Militärbasis erlebt wie hier.“ Dann bedankt sich Julazadeh tatsächlich auf Deutsch – Das klingt komisch, macht ihn jedoch sympathisch.

Der nun ehemalige Kommandeur Weggeman freut sich zwar auf seine neuen Aufgaben im Pentagon, geht aber mit einem weinenden Auge: „Dieses Kommando war die beste Erfahrung meines Lebens.“



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