region/bitburg

Kreisfischereiberater über die Ausbreitung der Welse: "Keiner stoppt die Fressmaschine"

(Vianden/Luxemburg) Ist das Angeln von Welsen falsch? Ein Interview mit dem Kreisfischereiberater.

12.09.2017
Christian Altmayer
Gut zwei Meter lang und 60 Kilo schwer ist ein Wels, den zwei Angler aus dem Viandener Stausee ziehen.
Wir haben das Foto am 17. August in der Zeitung und online veröffentlicht.

Auf der Facebook-Seite der Bitburger Redaktion haben hunderte auf das Bild reagiert. Es wurde kräftig geteilt und kommentiert. So mancher hat sich aber auch geärgert. So schreibt Marco Fusar etwa: "Fangen und Freilassen wird in Deutschland regelmäßig als Tierquälerei geahndet."

Auch Kreisfischereiberater Herbert Schneider hält nichts vom sogenannten "Catch and Release". Im Interview erzählt uns der 66-Jährige, warum:

Was ist falsch daran, Welse zu angeln und wieder ins Wasser zu werfen?
HERBERT SCHNEIDER: Die Welse werden lediglich vermessen, gewogen und fotografiert. Das ist aber laut Tierschutzgesetz kein vernünftiger Grund zum Fischen. Der liegt nur dann vor, wenn der Fisch einer sinnvollen Verwendung zugeführt wird - also zum Beispiel gegessen wird. Ein Verstoß gegen das Gesetz kann Bußgeld oder bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe nach sich ziehen.

In welchen heimischen Flüssen hat der Wels sich jetzt ausgebreitet und wie kommt er überhaupt dorthin?
HERBERT SCHNEIDER: Stark ausgebreitet hat er sich in der Mosel und der unteren Sauer. Aber man findet ihn mittlerweile auch in der Prüm und der Our. Zum Teil kann der Wels in diese Gewässer durch den Rhein gekommen sein. Er wird aber auch eingesetzt, um ihn später wieder als Trophäe aus dem Wasser zu ziehen. Das ist in jedem Fall illegal. Denn der Wels ist bei uns nicht heimisch. Er stammt aus der Donauregion.

Mit welchen Problemen rechnen Sie, sollte der Wels sich weiter ausbreiten? Was macht ihn zu einer Gefahr für das Ökosystem?
HERBERT SCHNEIDER: Der Wels wird bei weiterer Ausbreitung die ursprünglichen Arten stark dezimieren. Denn er saugt alles ein, was ihm vor sein riesiges Maul kommt - egal ob Fisch, Amphibie oder Wasservogel. Gegen diese Fressmaschine haben heimische Raubfische wie Hecht und Zander kaum eine Chance.