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aus unserem Archiv vom 15. Mai 2012
Autor: Sybille Schönhofen Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Fließem Drucken  E-Mail

Leben wie Römer in der Eifel

Milites Bedenses nennt sich die Römergruppe aus dem Bitburger Land. Ihr Ziel ist es, den römischen Alltag und das römische Soldatenleben hautnah zu erfahren.

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Fließem. Karl Bosse trägt die Kleidung eines römischen Bäckers: weiße Tunika und weiße Haube. Auf einem Mäuerchen der römischen Villa Otrang bei Fließem stellt er ein Köfferchen ab und klappt es vor den neugierigen Besuchern auf. Der Inhalt sind Getreidesorten, die Römer zum Backen verwendeten.
Bosse, im Berufsleben selbst Bäcker und Konditor gewesen, hat Jahre lang das römische Backhandwerk erforscht. "Ich bin fasziniert, wie weit die Jungs damals schon waren", sagt er. Mit seinen Auftritten als römischer Bäcker ist er ein gefragter Mann, genauso wie die anderen Mitglieder der Römergruppe Milites Bedenses. Denn sie machen Geschichte lebendig. 1995 haben zwölf historisch und archäologisch Interessierte aus dem Bitburger Land den Verein ins Leben gerufen. Inzwischen gehören ihm 80 Laien und Wissenschaftler aus ganz Deutschland an.
Ziel ist es, das militärische und zivile Leben der Römer in den Provinzen im ersten Jahrhundert nach Christus auf der Basis fundierter Forschungsergebnisse darzustellen. Die Römergruppe ist weit über die Grenzen der Eifel bekannt und nimmt jedes Jahr an zahlreichen internationalen Veranstaltungen teil.
Bosse hat für dieses Jahr eine Einladung vom Staatsmuseum in St. Petersburg, um zu zeigen, wie Römer Brot backten. "Hauptsächlich verwendeten sie Hirse und Dinkel", erzählt er seinen Zuhörern in der Villa Otrang. Er war auch schon Gast an der Universität von Missouri, USA. Und seit zwölf Jahren gehören er und der Verein Milites Bedenses zum festen Kern beim Römerfest im archäologischen Park Carnuntum bei Wien. Mit dabei ist auch Michael Schnarrbach. In seiner Freizeit stellt er Schuppenpanzer und Kettenhemden her. Die römischen Ledersandalen mit den Nägeln unter der Sohle schustert ein anderes Vereinsmitglied.
Die längste Marschstrecke, die Schnarrbach und Vereinskollegen mit 20 Kilogramm schwerer Ausrüstung und 25 Kilogramm Gepäck geschafft haben, beträgt 18 Kilometer. Ein römischer Soldat marschierte 25 Kilometer am Tag. "Die Männer waren ganz schön hart", lautet Schnarrbachs Fazit. In der Villa Otrang ist auch sein neunjähriger Sohn Robin dabei. Natürlich in Tunika und mit Gladius (Kurzschwert).
Die anderen Kinder setzen Schnarrbachs Helm auf, werfen sein Pilum (Wurfspieß) und halten sein zwölf Kilogramm schweres Schild. "Wir stehen für experimentelle, praktische Archäologie", sagt Schnarrbach. Mitbegründer des Vereins, Fließems Ortsbürgermeister Klaus Schnarrbach hat für die 20-Jahrfeier in drei Jahren ein Ziel: "Wir wollen hundert Legionäre zusammenbekommen, um in einer kleinen Einheit durch Bitburg zu marschieren. Unser Ziel ist es, die Stadt Luxemburg zu erobern", freut er sich schon auf den Spaß.
Extra
Die Vereinsmitglieder von Milites Bedenses verzichten auf regelmäßige Vereinstreffen. Stattdessen treten sie bei Veranstaltungen auf und reisen zu fast allen bedeutsamen Treffen von Römergruppen. Termine: 20. Mai Römermuseum Bad Kreuznach, 1. und 2. Juni Römerfest im archäologischen Park Carnuntum/Wien, 22. bis 24. Juni Brot und Spiele in Xanten, 13. bis 15. Juli Römerfest in Mayen, 27. bis 29. Juli Veranstaltung Legionärspfad in Windisch/Schweiz, 3. bis 5. August Römerfest Villa Borg, 31. August bis 2. September Brot und Spiele in Trier, 14. bis 16. September Römerfest Schwarzenacker/Saarland, 28. bis 30. September Römertage in Aalen. Vom 4. bis 6. Juli nehmen die Milites Bedenses an Dreharbeiten für die Sendung "Brot und Spiele" teil, die am 7. Juli in der ARD ausgestrahlt wird. sys
Extra
Vorsitzender: Edgar Comes Homepage: www.milites-bedenses.de Vereinssitz: Fließem Mitglieder: 80 Aktive im Alter zwischen neun und 80 Jahren Ziel: die Erforschung und Darstellung des militärischen und zivilen Lebens der Römer. sys




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