Das Amtsgericht Bitburg hat einen 51-jährigen Niederländer zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der Mann hat gestanden, in großen Mengen Drogen nach Deutschland geschmuggelt und überwiegend im Raum Neuerburg, Speicher und Bitburg verkauft zu haben - auch an Jugendliche. Das Urteil ist rechtskräftig.
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Bitburg. Fast zwei Kilo Marihuana, mehr als 180 Gramm Amphetamin, knapp zwei Gramm Kokain, elf Stück Ecstasy und mehr als 600 Gramm der Partydroge Liquid Ecstasy: Das hatte ein Niederländer im Gepäck, als er und ein Mittäter am 6. Januar dieses Jahres mit dem Auto bei Dasbourg die Grenze nach Deutschland passieren wollten und festgenommen wurden. Der 51-Jährige musste sich gestern wegen insgesamt 17 Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz vor dem Amtsgericht Bitburg verantworten.
Zum Zeitpunkt der Festnahme hatte die Staatsanwaltschaft bereits Kenntnisse von den Drogengeschäften des Angeklagten und überwachte ihn, wie Staatsanwalt Jörn Patzak vor Gericht erläutert: Jugendliche hatten ausgesagt, dass er ihnen in kleinen Mengen Drogen verkauft hatte. "Bei der Festnahme im Januar hat der Angeklagte dann umfangreiche Angaben zu seinen Taten gemacht - auch zu solchen, von denen die Staatsanwaltschaft bis dahin nichts wusste", erklärt Patzak.
Vieles aus der Anklageschrift, so Patzak, beruhe daher auf der Aussage des Niederländers, der sich seit Januar in Untersuchungshaft befindet: Der Mann hat von November 2010 bis Januar 2012 in größeren Mengen Drogen aus den Niederlanden nach Deutschland geschmuggelt und diese überwiegend im Raum Neuerburg, Speicher und Bitburg verkauft. Wie der Angeklagte vor Gericht aussagte, wollte er so seine Schulden in Höhe bis zu 7000 Euro loswerden.
Der Niederländer, der seit etwa zwei Jahren in der Eifel wohnt, hat nach eigenen Angaben seit mehr als 30 Jahren mit Drogen zu tun und leidet unter einer Alkoholsucht. Bis zu seiner Inhaftierung im Januar habe er täglich mindestens drei bis vier Gramm Marihuana konsumiert und "jede Menge Alkohol" getrunken. Vor Gericht gibt er an, unbedingt eine Therapie machen zu wollen.
Bereits im Vorfeld der Hauptverhandlung hatte der Angeklagte auch umfangreiche Angaben zu den Mittätern gemacht. Aufgrund dieser Aussagen hat die Staatsanwaltschaft nach Angaben von Patzak etwa zehn Verfahren gegen Beschuldigte eingeleitet. "Es ist uns ein großer Schlag gegen die Drogenszene in der Eifel gelungen", sagt Patzak. Auch Verteidiger Günther Grün erklärt: "Aufgrund seiner Kooperationsbereitschaft ist jetzt erstmal Ruhe im Raum Neuerburg."
Dies sehen auch die Richter am Amtsgericht so: Sie gehen auf Antrag der Staatsanwaltschaft von einem minderschweren Fall aus und verurteilen den Mann zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. "Es ist Ihnen zwar hoch anzurechnen, dass Sie bei den Ermittlungen mitgewirkt haben", sagt der Vorsitzende Richter Udo May. "Aber von Ihnen geht eine Gefahr aus: Sie haben in kurzer Zeit eine erhebliche Menge an Drogen verkauft." eib
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