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Missbrauch in acht Fällen bringt Eifeler für drei Jahre hinter Gitter

(Trier/Bitburg) Ein 44-jähriger Mann aus der Eifel muss für drei Jahre ins Gefängnis. Er hatte vor Gericht gestanden, zwei kleine Jungen in acht Fällen sexuell missbraucht zu haben, in dreien davon schwer. Durch das Geständnis ersparte er den Opfern eine Aussage vor Gericht, was dieses beim Strafmaß zu seinen Gunsten auslegte.

18.02.2016
Christina Libeaux
Es ist eine denkbar knappe Erklärung, die Stefan Zenzen als Pflichtverteidiger in Namen seines Mandanten zu Beginn der Verhandlung verliest. Darin gesteht der 44-jährige Angeklagte acht der zehn ihm zur Last gelegten Fälle von sexuellem Missbrauch an zwei Jungen. Die beiden anderen Fälle werden eingestellt, weil die Erinnerungen inzwischen 18-jährigen Opfers zu unspezifisch sind, um sie nachzuweisen. 
 
Mit dem Geständnis erfüllt der Angeklagte seinen Anteil an einer Verständigung, bei der ihm das Gericht im Gegenzug ein maximales Strafmaß zwischen drei und dreieinhalb Jahren zusichert. Diese Gelegenheit hat der Angeklagte am Montag zum letztmöglichen Zeitpunkt unmittelbar vor der Aussage des ersten Opfers wahrgenommen. Warum er die beiden Jungen missbraucht hat, dazu sagt er vor Gericht nichts.
 
Gutachterin Simone Gallwitz legt in nüchternen Fachbegriffen dar, dass sie eine Falschaussage der beiden Opfer ausschließen könne. Auch Anzeichen, dass die Taten den Opfern suggeriert worden, sehe sie nicht. Sie betont aber die psychischen Folgen für die Opfer, insbesondere den inzwischen 13-jährigen zweiten Jungen. Dieser habe bis zum Geständnis darunter leiden müssen, dass ihm nicht geglaubt wurde, weil er seine Aussage in einem ersten Prozess 2012 auf Druck der Mutter, die eng mit dem Angeklagten befreundet war, zurückgezogen hatte. 
 
Rechtsanwalt Christoph Wieser, Vertreter des ersten Opfers, das zweimal missbraucht wurde, schließt sich in seiner Forderung von drei Jahren und drei Monaten dem Staatsanwalt Arnold Schomer an, sagt aber auch: „Keine Strafe kann ausgleichen, was die Opfer durchmachen mussten.“ Der Vertreter des zweiten Opfers, Karl-Josef Theisges, reizt mit seiner Forderung von dreieinhalb Jahren das Strafmaß der Verständigung voll aus. 
 
Letztendlich folgt das Gericht unter Vorsitz von Richter Günther Köhler der Verteidigung und verhängt eine Freiheitsstrafe von drei Jahren. wegen des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in drei Fällen, des sexuellen Missbrauchs von Kindern in fünf Fällen, davon in zwei Fällen in Tateinheit mit versuchtem schweren sexuellen Missbrauch von Kindern. Neben dem Geständnis im Allgemeinen wertete das Gericht auch positiv, dass der Angeklagte zwei Fälle gestand, die schwer nachzuweisen gewesen wären. Wichtiger als das Strafmaß sei die abschließende Wirkung des Urteils für die Opfer zu werten, urteilt Theisges im Anschluss.
 
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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