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Petition gegen Tihange und Cattenom: Thömmes übergibt Unterschriften an Dreyer

(Menningen/Mainz) Der Termin steht fest: Am Dienstag, 30. August, bringt Oliver Thömmes die Stimmen von fast 23 000 Menschen aus der Region nach Mainz. Der Bürger aus Menningen übergibt dann die Unterschriften, die er bei seiner Online-Petition gegen Tihange und Cattenom gesammelt hat, an Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

27.08.2016
Eileen Blädel
Menningen/Mainz. Er hat nur 15 Minuten Zeit - aber die will er nutzen: Am Dienstag, 30. August, trifft Oliver Thömmes in der Staatskanzlei in Mainz auf Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Im Gepäck hat er - ausgedruckt auf etwa 400 Seiten - die Unterschriften der 22 779 Menschen, die sich an seiner Online-Petition beteiligt haben.

Die hatte der Familienvater aus Menningen im April ins Leben gerufen (der TV berichtete). Sie fordert die Landesregierung zur Klage gegen Tihange und Cattenom auf. Jener gegen den belgischen Kraftwerkblock hat sich Rheinland-Pfalz inzwischen angeschlossen. Daran, glaubt Thömmes, habe die Petition auch einen Anteil gehabt.
Nun gehe es ihm vor allem darum, der Ministerpräsidentin klarzumachen, dass die Menschen in der Eifel die Bedrohung durch die Atomkraftwerke als eine ganz reale betrachten: "Sie haben Angst vor Verlust - ihres Lebens und ihrer Heimat."

Der Termin mit Malu Dreyer sei zwar nur auf eine Viertelstunde angesetzt, aber "ich hoffe trotzdem, dass wir uns austauschen können und ich ein paar Sätze zur Petition anbringen kann", sagt Oliver Thömmes. Vor allem das Thema Cattenom sei ja nun noch offen.
Den Termin mit der Ministerpräsidentin organisiert habe der SPD-Landtagsabgeordnete Nico Steinbach, erzählt Thömmes, den er an dem Tag in Mainz dann auch treffen möchte.

Und dorthin fährt er sowieso mit riesengroßer Unterstützung: Wenn’s klappt, sei seine ganze Familie dabei, außerdem Joachim Streit, der Thomas Konder mitbringe. Denn der habe eigentlich den Stein ins Rollen gebracht, da er den Anreiz für den offenen Brief des Landrats gegeben habe, der wiederum Thömmes zur Petition inspirierte.
Er hofft, dass sich noch ein paar der Helfer anschließen, die freiwillig "offline" weitere Unterschriften gesammelt haben - auf der Straße, in Geschäften oder beim TV-Wandertag (der TV berichtete).
Und was erhofft sich Thömmes? "Im günstigsten Fall werden beide abgeschaltet." Irgendwann. Er habe nach der Übergabe zunächst "weiter nichts geplant", aber das Thema werde er immer wieder auf den Tisch bringen. Wie er sagt, baue er auf das alte Sprichwort: "Steter Tropfen höhlt den Stein."
Meinung
Das macht Hoffnung

Und es lohnt sich doch, zu kämpfen. Das Beispiel von Oliver Thömmes zeigt, dass sich etwas ändern kann, wenn man nur hartnäckig genug ist. Dass man doch noch Menschen findet, die sich gemeinsam für eine Sache einsetzen, in großer Zahl. Und dass dies immerhin in der Landespolitik gewürdigt wird. Noch ist beim Blick über die Grenzen nichts ausgestanden, aber das macht doch auch Hoffnung auf die Zukunft. e.blaedel@volksfreund.de