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Radfahrspaß mit Erlebnisfaktor - 10.000 Menschen bei Südeifeltour unterwegs (Fotos)

(Arzfeld/Neuerburg/Enzen) Rund 10.000 Menschen sind bei der 15. Südeifeltour zwischen Arzfeld und Enzen unterwegs. Auf der Strecke gibt es reichhaltige Verpflegung, Musik, die in die Beine geht und sportliche Fahrer mit ehrgeizigen Zielen.

18.06.2017
Stefanie Glandien
 Schnell noch das Fahrrad aufladen – dann kann es losgehen: Zum 15. Mal heißt es am Sonntag freie Fahrt für alles, was rollt, geht oder läuft, zwischen Arzfeld bis Enzen. 25 Kilometer hin und 25 wieder zurück liegen (theoretisch) vor uns.

Doch erstmal muss die Luftpumpe her, der Reifen ist irgendwie etwas labbrig. Die Kamera kommt in den Rucksack und los geht´s. In Arzfeld angekommen geht die Sucherei los – wo ist der Helm? Der liegt noch zu Hause. Das ist schlecht.
Die anderen zeigen, wie´s richtig geht. Uns begegnet kaum jemand ohne. Doch zuerst mal den Einstieg finden. Einige Fahrradfahrer irren durch den Ort. Wiederholungstäter wissen, wo es langgeht. Man muss zunächst auf dem Radweg losstrampeln. Die erste Station lässt nicht lange auf sich warten. In Neurath gibt es Hamburger, Gegrilltes, Kuchen und frischen Obstsalat. 

Weiter geht es nach Zweifelscheid. Dort ist um 11.30 Uhr schon ganz schön Trubel. Den wärmsten Arbeitsplatz hat Rudolf Müller am Schwenkgrill. Unter der Brücke hat sich der Musikverein Olmscheid postiert und sorgt mit seiner Musik für gute Stimmung. Als „No milk today“ gespielt wird, fangen einige Radfahrer spontan an zu tanzen. Zufrieden mit dem Betrieb ist Ortsbürgermeister Wilfried Balmes. „Es ist eigentlich wie immer.“

Das Wetter ist optimal, kein Wind, angenehm warm, wir kommen gut voran. Aber nach Neuerburg geht es ja auch bergab. Die Radler, die uns entgegenkommen, müssen schon ganz schön in die Pedale treten. 

Der Marktplatz in Neuerburg ist voll besetzt. Auf der großen Bühne herrscht am Mittag allerdings Leere. Schade eigentlich. Dafür gibt es eine riesige Hüpfburg. Beim Stand der Jugendwohngruppe vom Marienheim gibt es unter anderem syrischen Kuchen, den die Bewohner – minderjährige Flüchtlinge – gebacken haben. Dort begegnet uns Ralf Schulze aus Neuerburg, der mit seinen Kindern und Schwiegerkindern einen Familienausflug unternimmt. „Wir kommen gerade aus Sinspelt – da gibt es die besten Hamburger auf der ganzen Strecke!“
Begeistert sind auch Karin und Hermann von Landenberg aus Gerolstein: „Wir sind zum fünften Mal dabei und es war immer super. Hier geben sich alle so viel Mühe.“

Die 50 Kilometer schaffen will auch Helmut Linster (66 Jahre) aus Fischbach-Oberraden, der mit dem Einrad (!) unterwegs ist. Roland Ney fährt mit zwei Reifen an diesem Tag das Doppelte – 100 Kilometer. Er ist am Morgen schon aus Rommersheim gestartet. 

Ebenfalls mit dem Rad unterwegs: Moritz Petry, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Südeifel. Der schätzt, dass rund 10?000 Menschen an der Südeifeltour teilnehmen. „Wir haben eine noch bessere Resonanz, als im letzten Jahr.“
Die 50 Kilometer haben wir nicht ganz geschafft. Es kam ein Platten dazwischen. Aber wer sein Rad liebt, der schiebt, heißt es doch.