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Rettung für den Eifelpark in Sicht? Potenzielle Käufer melden sich

(Gondorf) Es war ein Paukenschlag, als Bernd Capellen Anfang Januar einen Insolvenzantrag für seine Eifelpark GmbH gestellt hat. Ob aber überhaupt ein Insolvenzverfahren eröffnet wird, prüft derzeit ein Gutachter. Unterdessen haben sich mehrere potenzielle Käufer gemeldet, die den Park in Gondorf gerne übernehmen würden.
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Ein Ende kann auch ein Anfang sein: Jedenfalls scheint das beim Eifelpark Gondorf so zu sein. Nachdem die Freizeiteinrichtung seit Ende 2012 vor allem Schlagzeilen wegen Streitigkeiten zwischen Parkbetreiber Bernd Capellen und der Ortsgemeinde machte, ist die Stimmung inzwischen eher gelöst. Und das obwohl Capellen Anfang Januar beim Amtsgericht Wuppertal einen Insolvenzantrag für seine Eifelpark GmbH gestellt hat. Der Grund: Es gibt offenbar einige Interessenten, die sich vorstellen könnten, den Park weiter zu betreiben.

Bei Gondorfs Ortsbürgermeister Otmar Kaufmann haben sich bisher fünf potenzielle Käufer gemeldet. „Dass gleich so viele anklopfen würden, hat mich schon überrascht“, sagt Kaufmann. Bei den Konzepten, die potenziellen Investoren vorgestellt hätten, würde auch die Idee, den Park um Ferienhäuser zu erweitern, eine Rolle spielen.

Kaufmann verweist solche Interessenten weiter an den Anwalt Marc d’Avoine, den das Amtsgericht Wuppertal bestellt hat, um zu prüfen, ob für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens überhaupt ein Antragsgrund vorliegt (der TV berichtete). „Meine Begutachtung ist noch nicht abgeschlossen. Das wird noch mindestens bis Ende Februar 2013 andauern“, sagt d’Avoine. Bei den nun folgenden Gesprächen geht es laut d’Avoine zum einen, um die Ausgestaltung der Verträge zwischen Gemeinde und Parkbetreiber sowie um die Frage, „welche Interessenten belastbare Angebote für eine Übernahme des Parks unterbreiten und zudem finanzieren können“.

Auch im Rathaus der Verbandsgemeinde Bitburg-Land hat nach Auskunft von Bürgermeister Josef Junk bereits ein potenzieller Käufer vorgesprochen. „Ich habe das Gefühl, dass der Park gerettet werden kann und wir das nochmal in geordnete Bahnen bekommen“, sagt Junk.

Etwas aus den Fugen geraten war zuletzt der Streit zwischen Ortsgemeinde und Parkbetreiber, der sich im Herbst 2012 an der Höhe der Pacht von 22.000 Euro im Jahr entzündet hat, die Capellen für die 300 Parkplätze an die Gemeinde zahlen muss. Es hagelte Vorwürfe von Capellen an die Gemeinde, selbst ein Vermittlungsgespräch im Kreishaus scheiterte. Im Nachgang sagte die Erste Beigeordnete des Eifelkreises, Monika Fink, dazu: „Herr Capellen wollte keine Lösung.“

Das ist inzwischen offenbar anders. Auch Capellen sagt, dass er die Zukunft des Parks sichern will. Bei ihm haben sich ebenfalls drei potenzielle Käufer – alle aus den Niederlanden – gemeldet. Er freut sich über die Resonanz: „Es war ja vom ersten Tag an mein Ziel, den Park weiterzuverkaufen. Ich will dabei helfen, die Einrichtung so lange vernünftig weiterzuführen, bis ein Kaufvertrag unter Dach und Fach ist.“ Das bedeutet für Capellen auch, dass der Park aller Voraussicht nach im Frühjahr wieder öffnet.

„Wenn ich weiß, wie es weiter geht, kann ich mir vorstellen, meinen Beitrag zu leisten, damit der Park am 1. Mai wieder öffnen kann“, sagt Capellen und weiter sichert er zu, dass er sich auch an einer Lösung für die mehr als 400 Tiere beteiligen wird, die bis dahin verpflegt werden müssen. „Wenn Sie mal gesehen haben, wie ein Luchsbaby geboren wird oder neue Bären in den Park einziehen, dann hängen Sie auch an den Tieren“, sagt Capellen – und das klingt nach den ganzen Reibereien und Anschuldigungen der vergangenen Monate versöhnlich.

 

 

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