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Schönecken gewinnt beim Kreisentscheid des Dorfwettbewerbs - Ammeldingen und Oberkail auf Platz 2 und 3

(Schönecken) Jetzt steht fest, welche Orte den Eifelkreis beim Gebietsentscheid des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" vertreten. Neben Schönecken sind auch noch drei weitere Gemeinden dabei.

17.05.2017
In der Hauptklasse des Wettbewerbs belegt Schönecken des ersten Platz, gefolgt von Ammeldingen bei Neuerburg und Oberkail im Bitburger Land. In der Sonderklasse hat Waxweiler sich für den Gebietsentscheid am 8./12. Juni qualifiziert. 

Statements der Jurymitglieder zu Schönecken

Punkt 1 – Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen

(Detlef Kleintitschen, Kreisverwaltung des Eifelkreises Bitburg-Prüm)
Schönecken – die unermüdliche Arbeit in der Dorfentwicklung der zurückliegenden Jahre trägt nun Früchte. Die vom Bevölkerungsrückgang bedrohte Gemeinde mit knapp 1500 Einwohnern wächst wieder. Eine starke Handwerks- und Gewerbestruktur bieten gute Arbeitsplätze und das kürzlich eröffnete Pflegeheim mit Seniorenwohnanlage stärkt die Sozialstruktur der Gemeinde. Als ausgewiesene Fremdenverkehrsgemeinde hat Schönecken neben den naturräumlichen Attraktionen ein großes Bündel an touristischen Highlights erschaffen und arbeitet bereits an weiteren Projekten, wie z. B. dem Nimstal-Radweg. Mit jeder abgeschlossenen Baumaßnahme im historischen Ortskern kommt Schönecken der Blütezeit des Burgflecken näher.

Punkt 2 – Bürgerschaftliches Engagement, soziale und kulturelle Aktivitäten

(Marlene Schmitz, Landfrauenverband Prüm)
Bürgerschaftliches Engagement ist in Schönecken bemerkenswert und überall sichtbar. Schönecken bietet alles für den täglichen Bedarf und ein großes soziales und kulturelles Angebot. Das Dorf zeichnet sich durch ein reges und intaktes Vereinsleben aus. Engagiert und beherzt versuchen die Schönecker Bürger und Handwerker ehrenamtlich das zu leisten, was sie können. Die Neubürger finden viele Möglichkeiten sich in das aktive Dorfleben zu integrieren. Hier spürt man noch etwas von der guten alten Zeit und doch ist Schönecken modern und interessant geworden. Sie sind zu Recht stolz auf ihr Dorf.

Punkt 3 – Baugestaltung und -entwicklung

(Marie-Luise Niewodniczanska, freie Architektin)
Der im oberen Nimstal gelegene, sehr dicht bebaute, Burg- und Handwerkerflecken Schönecken wird von der Burg überragt. Die ca 120 historischen Altbauten liegen an den beiden Straßen im Tal, längs der Von-der-Hersel-Straße und der Straße Unter der Pfort. Infolge der äußerst schwierigen naturgegebenen Lage und dem Verkehr auf der engen Straße Unter der Pfort, d.h. die L 5, litt das historisch so bedeutende Dorf Schönecken über Jahrzehnte an einem bedrohlichen Sanierungsstau.
2004 und 2005 wurde ein Sanierungsgebiet mit einer entsprechenden Sanierungssatzung festgelegt. 2009 erfolgte die Aufnahme in das Bund-Länder-Programm „Historische Stadt- und Ortskerne“. Durch die finanzielle Förderung und die umfassende Beratung der Kreis-denkmalpflege, der Lenkungsbehörde ADD und des Stadtplaners schreitet die positive Entwicklung des Burgfleckens erfreulich rasch voran. Infolge des Ausbaus der L-5 wurden z. B. alleine 2016 insgesamt 14 Häuser der Straße „Unter der Pfort“ weitgehend ohne Fördermittel saniert. Viele Ziele wurden und werden jetzt mit großem Einsatz angepackt und bald verwirklicht, wie u. a. die Schaffung von Freiräumen, Verkehrsreduzierung, Aufwertung des historischen Ortskerns, Rückbau und Belebung von Brachflächen. Hervorragend geglückt ist bereits die neu geschaffene Bebauung mit Dorfplatz „Alte Brennerei“, die zur heutigen Dorfmitte geworden ist.
In der mit Fotos sehr gut dokumentierten ausführlichen Wettbewerbsbroschüre sind alle wichtigen bereits realisierten sowie fertig geplanten Baumaßnahmen mit Foto und Text anschaulich dokumentiert.
Schönecken hat den 1. Platz wirklich verdient. Dem Ortsbürgermeister, dem Gemeinde-rat sowie den tüchtigen Handwerksinnungen des Dorfs gebührt ein großes Dankeschön. Weiter so!!

Punkt 4a – Grüngestaltung/Das Dorf in der Landschaft

(Helmut Fink, Architekt)
Der Ort verfügt über eine dichte Grundbegrünung in der parkähnlichen Talaue und an den aufsteigenden Talhängen der Nims.
Innerorts fehlen Baumbestände und kleinräumliches Grün, insbesondere entlang der durch Schönecken führenden Landesstraße.

Punkt 4b – Grüngestaltung/Das Dorf in der Landschaft

(Jörg Savelkouls, DLR Eifel)
Schönecken hat schöne Ecken, nicht nur im Ort, sondern auch in der Landschaft. Das Dorf und die Landschaft hängen zusammen und gehen ineinander über. Die Landschaft ist eingebettet in das Tal der Nims. Naturschutzgebiete wie die Schönecker Schweiz und das Altburgtal sind prägnant. Damit wird viel für die Flora und Fauna getan, was sowohl für die érholungssuchenden Schönecker als auch für die nach Schönecken kommenden Touristen von großer Bedeutung ist. Der Bedeutung und Verantwortung für das Landschaftsbild ist sich die Gemeinde in vollem Umfang bewusst. So stellen der Ort, die imposante Burganlage und die Landschaft ein vorbildliches Ensemble dar.

Punkt 5 – Gesamtbeurteilung

(Helmut Fink, Architekt)
Das voll ausgestattete Grundzentrum Schönecken mit 1.500 Einwohnern und über 40 Handwerksbetrieben und Dienstleistern wirkte auf die Jury wie aus dem Dornröschenschlaf erwacht und hat im Zuge der Städtebauförderung eine große Zahl an wirkungsvollen Maßnahmen auf Gewerbebrachen und in der Ortsmitte umgesetzt. Die Sanierung zahlreicher historischer Gebäude im Ortskern ist in vollem Gange. Die hohe Dichte an weiteren Entwicklungsideen wie die Umrüstung der gesamten Ortsbeleuchtung auf LED-Technik, Errichtung einer Mitfahrerbank, das beeindruckende Handwerkermuseum, Kultur- und Kunstpräsentation im Ortsbild, die Aktion Obst für Kinder und „Haufen sucht Herrchen“, Bürgerwettbewerb und vieles mehr überzeugte die Jury von „Schönecken“.
 

Statements der Jurymitglieder zu Ammeldingen

Punkt 1 – Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen

(Detlef Kleintitschen, Kreisverwaltung des Eifelkreises Bitburg-Prüm)
Ammeldingen bei Neuerburg – ein junger und lebendiger Ort inmitten einer intakten Landschaft. Durch das vielfältige Engagement der Dorfbewohner hat sich Ammeldingen zum attraktiven Wohnstandort gemausert. Die wachsende Bevölkerungszahl auf inzwischen 292 Einwohner ist dabei nur ein Faktor. Viel bedeutender sind die gelebte Gemeinschaft und die Integration des örtlichen Betreuungsheimes. Die Ammeldinger packen an; ob beim Kinderspielplatz, bei der Sport- und Campinganlage oder bei der kreativen Rettung einer letzten Dorfgaststätte. Der Ort trägt zu Recht den selbst gegebenen Namen „Zukunftsdorf Ammeldingen“.

Punkt 2 – Bürgerschaftliches Engagement, soziale und kulturelle Aktivitäten

(Marlene Schmitz, Landfrauenverband Prüm)
Ammeldingen kann man als eine große Familie bezeichnen; das bezeugten etwa ein Viertel der Dorfbewohner beim Rundgang durch ihren schönen Ort. Mit viel Engagement, einer hohen Spendenbereitschaft und tatkräftiger Unterstützung sind zahlreiche Projekte verwirklicht worden. Neben den vielfältigen Möglichkeiten sich in Vereinen zu engagieren werden die Dorftraditionen und die Geschichte sehr gepflegt. Der Zusammenhalt der Ammeldinger Bürger ist beachtlich. Hier ist ein Stück Heimat! Hier ist wohl sein!

Punkt 3 – Baugestaltung und -entwicklung

(Marie-Luise Niewodniczanska, freie Architektin)
Infolge des rasanten Strukturwandels hat die kleine Ortsgemeinde sich in den letzten Jahren sehr verändert. Im Zuge zahlreicher Maßnahmen hat man in Ammeldingen besonderen Wert auf die Erhaltung gewachsener Siedlungsstrukturen gelegt. Vorhandene ortsbildprägende Bausubstanz wurde restauriert und teilweise umgenutzt. Ein Gebäudeleerstand ist nicht zu verzeichnen. Man ist sehr bemüht, vorhandene Baulücken zu schließen mit Neubauten, die sich der bestehenden nachbarlichen Bebauung anpassen bzw. unterordnen. Das kleine Neubaugebiet im Ortsteil Grimbach dient der Schließung einer größeren Baulücke.

Punkt 4a – Grüngestaltung/Das Dorf in der Landschaft

(Helmut Fink, Architekt)
Ammeldingen verfügt besonders in den Ortsteilen Kleinwies und Grünbach über wertvolle alte Baumbestände. Auf dem Friedhof erhöhen Bauanpflanzungen neueren Datums den Aufenthaltswert.

Punkt 4b – Grüngestaltung/Das Dorf in der Landschaft

(Jörg Savelkouls, DLR Eifel)
Auf einem Höhenrücken gelegen wird Ammeldingen von drei Tälern umgeben. Als zusätzliches Ergebnis der vor Kurzem durchgeführten Flurbereinigung wurden mehrere Obstbaumalleen angelegt und eine Reihe von Biotopflächen geschaffen. Der geplante Mehrgenerationen-Weg soll diese Biotope für alle erlebbar machen. Das auch die Bevölkerung aktiv am Flurbereinigungsverfahren teilgenommen hat, zeigt die starke Umsetzung des Angebotes „Mehr Grün durch Flurbereinigung“ bei welcher 120 Obstbäume und 60 Landschaftsbäume gepflanzt wurden. Die örtlichen Grünanlagen und die regionalen Wanderwege werden ehrenamtlich gepflegt. Die Erweiterung des Wanderwegeangebotes ist bereits in Planung.

Punkt 5 – Gesamtbeurteilung

(Helmut Fink, Architekt)
Die Stärke von Ammeldingen liegt in der Kunst der Improvisation und der außergewöhn-lichen Einsatzbereitschaft der Dorfgemeinschaft.
70 von 290 Einwohner hatten sich um 9.00 Uhr morgens in das beeindruckend große Gemeindehaus aufgemacht um darzustellen, wie auch in einer kleinen Gemeinde ein pulsierendes Gemeinwesen auf die Beine gestellt werden kann. Dazu wurde eigens ein Verein zur Förderung des gemeinschaftlichen Zusammenlebens geschaffen.

Statements der Jurymitglieder zu Oberkail

Punkt 1 – Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen

(Detlef Kleintitschen, Kreisverwaltung des Eifelkreises Bitburg-Prüm)
Oberkail – der historische Burgort befindet sich direkt an der östlichen Kreisgrenze und ca. 10 km von der Airbase Spangdahlem entfernt. Der vorhandene Kindergarten und die Grundschule sind wichtige Funktionen des Wohnstandortes Oberkail, die es zu erhalten gilt. Auch die große Vielfalt der Vereine gestaltet den Alltag absolut lebenswert und man bekommt das Gefühl, das jeder der 621 Einwohner in mindestens einem Verein engagiert ist. Oberkail ist eine junge Gemeinde. Damit dies so bleibt, bemüht sich die Ortsgemeinde neue Bauflächen durch Innenentwicklung zu erschließen und aktiv Leerstandsimmobilien zu vermarkten. Auch im Bereich Tourismus stehen die Zeichen auf Grün.

Punkt 2 – Bürgerschaftliches Engagement, soziale und kulturelle Aktivitäten

(Marlene Schmitz, Landfrauenverband Prüm)
Leidenschaftlich; aus eigenem Antrieb; immer wieder gerne; nehmen hier die Bürger so manches Projekt selbst in die Hand, um das Dorf noch lebenswerter zu gestalten. Mit viel Kreativität und Ideenreichtum versucht man mit verschiedenen Aktionen zum Gemeinwohl beizutragen. Ganz Oberkail ist ein Verein, die meisten Bürger sind in einem oder mehreren Vereinen aktiv. Die Eltern engagieren sich in vortrefflicher Weise in der Kinder und Jugendarbeit. Spürbar ist der besondere „Oberkailer Gemeinschaftssinn“, die Liebe zum Dorf und die Freude dort wohnen zu dürfen.

Punkt 3 – Baugestaltung und -entwicklung

(Marie-Luise Niewodniczanska, freie Architektin)
Oberkail, in der Mitte zwischen Bitburg und Witttlich gelegen, wurde als „Hof zu Keylle“ bereits 1201 erwähnt, d. h. erste Wohnhäuser gruppierten sich um diesen am Kailbach gelegenen Hof in der heutigen Dorfmitte. Im 14. Jh. wurde der Hof zur befestigten Burg-anlage erweitert. Im Bereich schützenswerte, vorhandene Bausubstanz spielt die Burgstraße in den letzten Jahren eine zunehmend wichtige Rolle. Die meisten Häuser, die zur Wasser-burg gehörten, sind vorbildlich restauriert und gehören heute jungen Familien aus Oberkail, d. h. nicht nur die Städter interessieren sich für unsere Altbauten in den Dörfern.
Zu den Burghäusern gehören auch die sog. historischen Burggärten, die wieder belebt werden.
Zahleiche Wegekreuze hat man unter Beratung der Denkmalbehörde im Ehrenamt restauriert. Alle sakralen Bauten, die St. Michaelskirche, das daneben stehende historische Pfarrhaus aus dem 18.Jh., heute Bücherei, sowie die Frohnertkapelle von 1647 befinden sich in einem sehr guten Zustand.
Gut geglückt ist auch die Erweiterung der Kita, die Turnhalle, die Grundschule und die dazu gehörenden Spielplätze. Hier wurden die baulichen Maßnahmen vorwiegend im Ehrenamt
von der Feuerwehr getätigt, die sich auch um die Frohnertkapelle kümmert und die ihr Feuerwehrhaus selbst vergrößert hat. Das Dorfbild wird bereichert durch eine Reihe von Skulpturen und Reliefs des Oberkailer Bildhauers Lenz.
Oberkail hat sich im baulichen Bereich ganz hervorragend in den letzten Jahren weiterentwickelt und verbessert.

Punkt 4a – Grüngestaltung/Das Dorf in der Landschaft

(Helmut Fink, Architekt)
Oberkail überzeugt durch intensive Durchgrünung mit vielfältigen Hecken, Garten- sowie Obst- und Laubbaumbeständen.
Die Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für Natur und Klimaschutz ist vorbildlich.
Die Oberkailer Blumenbörse im Frühjahr ist eine Besonderheit.

Punkt 4b – Grüngestaltung/Das Dorf in der Landschaft

(Jörg Savelkouls, DLR Eifel)
In Oberkail wird die intakte sanfte Hügellandschaft in Wert gesetzt.
Die waldreiche Landschaft von Oberkail dient der Bevölkerung zur Naherholung. Der Ort ist über einen schönen historischen Kreuzweg mit der geschichtsträchtigen Frohnertkapelle verbunden. Hierüber verschmelzen Ort und Landschaft. Dieser Kreuzweg wird eingebunden über eine Baumallee, an welcher seit ein paar Jahren Bäume für jedes neugeborene Kind gepflanzt werden. Die für die Gemeinde wichtigen Kinder werden auch schon früh an das Thema Landschaft und Umwelt herangebracht. Der Bedeutung der Landschaft ist sich Oberkail in vollem Umfang bewusst, weshalb diese durch entsprechende Pflege intakt gehalten wird.

Punkt 5 – Gesamtbeurteilung

(Helmut Fink, Architekt)
In der 580-Einwohnergemeinde Oberkail spiegelt sich das enorme Bürgerpotential in einer Fülle von Veranstaltungen und gemeinschaftlichen Aktivitäten wieder. Grundschule und gemeindlicher Kindergarten, der Erhalt und die Verbesserung der örtlichen Strukturen für alle Altersgruppen hat erste Priorität im dörflichen Geschehen.
Die Kunst des Oberkailer Bildhauers Baptist Lenz ist allgegenwärtig im Ortsbild.