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aus unserem Archiv vom 05. Februar 2010
Autor: Von unserer Redakteurin Katharina Hammermann Von Katharina HammermannOrt: Drucken  E-Mail

Sie alle wollen die Schule für alle

Rund 350 Menschen haben sich am Donnerstagabend in der Hauptschule Speicher getroffen, um ihrem Wunsch nach einer Integrierten Gesamtschule für Speicher Nachdruck zu verleihen. Die Botschaft ist angekommen - doch Zusagen gab es noch keine.

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Speicher. Sie wollen sie. Sie wollen sie wirklich. Die Integrierte Gesamtschule (IGS) für Speicher - eine Schule, ganz in ihrer Nähe, auf der alle Kinder alle Abschlüsse machen können. Rund 350 Menschen haben sich am Donnerstagabend in der Aula der Speicherer Hauptschule gedrängt, um dem Präsidenten der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, Josef Peter Mertes, zu verdeutlichen, wie ernst es ihnen mit diesem Wunsch ist.
 
Die eigentliche Überraschung des Abends betraf jedoch gar nicht Speicher, sondern Irrel, wo ebenfalls eine IGS geplant ist: Landrat Joachim Streit verkündete, dass er mit Bürgermeister Moritz Petry bald ein Gespräch in Mainz habe, in dem geprüft werden soll, inwieweit in Irrel eine deutsch-luxemburgische Schule entstehen könnte. Plan B, sozusagen, sollte aus der IGS in Irrel nichts werden.
 
Und in der Tat scheinen die Chancen für Speicher besser zu stehen - nicht nur, weil so viele Menschen dafür kämpfen. In Irrel müsste laut Streit für neun Millionen Euro gebaut werden. In Speicher hingegen stehen 69 Räume zur Verfügung. Der Landrat legte wie so viele andere - allen voran die Bürgermeister Rudolf Becker (Speicher) und Wolfgang Reiland (Trier-Land) - ein klares Bekenntnis für die IGS in Speicher ab. Immerhin 90 Schüler aus Zemmer und Kordel führen jetzt schon nach Speicher, sagte Reiland. Und er glaubt, wenn die IGS käme, würden es noch mehr. Streit betonte, dass derzeit rund 250 Schüler aus der VG Speicher in Bitburg zur Schule gingen. Diese Ströme gelte es künftig umzulenken.
 
Ohnehin spielen Zahlen eine große Rolle: mindestens 91 Anmeldungen sind nötig, um die Option für eine IGS zu erhalten. Die Speicherer hatten der ADD mitgeteilt, dass es rund 110 Anmeldungswillige gebe - Zahlen, die die ADD inzwischen anerkennt. Dennoch wünscht sich Mertes, dass vor dem Antrag, den der Kreis zum 31. März stellen wird, noch eine weitere Elternbefragung erfolgt. Die wird es nun bald geben. Viele der Anwesenden äußerten die Überzeugung, dass sie positiv ausfallen wird. Denn inzwischen sei den meisten klar, welche Chancen eine IGS für die Schüler und auch die Gemeinden böte. Mertes sagte zu, den Antrag positiv zu begleiten - das heißt, ihn nach Mainz weiterzuleiten. "Aber sie können nicht von mir erwarten, dass ich hier Zusagen mache" - sagte er, denn die Entscheidung falle im Ministerium. Und es gebe zu viele Anträge.
 
Meinung
 
Hut ab, Eltern!
 
Es ist beachtlich, was die Speicherer Elterninitiative da auf die Beine gestellt hat! Sie hat rund 350 Menschen dazu gebracht, sich für eine IGS einzusetzen. Eine Schule, die zweifellos nicht nur den Schülern zugutekäme, sondern auch Speicher selbst. Sie hätten den Erfolg verdient!k.hammermann@volksfreund.de Extra Integrierte Gesamtschule (IGS): Auf einer IGS können Schüler alle Abschlüsse bis hin zum Abitur erreichen. Von der Klasse fünf bis neun bleiben die Schüler unterschiedlicher Leistungsstärken in einem Klassenverband und werden dabei auch durchgehend von einem gleichbleibenden Lehrerteam begleitet. In den ersten beiden Jahren werden sie je nach Fähigkeiten innerhalb der Klasse unterschiedlich gefördert. Später dann in separaten Lerngruppen. Das ist möglich, weil an einer IGS mehr Lehrer arbeiten als an anderen Schulen.


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