region/bitburg

Skat-Turnier in Bitburg: Damen trumpfen eher selten

(Bitburg) Der Bube ist Trumpf, die Dame trumpft hingegen selten. Sowohl auf als auch am Tisch. Auch beim größten Preisskat in Rheinland-Pfalz am Sonntag in Bitburg werden die Frauen an den Tischen unterrepräsentiert sein. Der TV hat im Vorfeld mit einer Skatspielerin gesprochen.

14.01.2016
Christina Libeaux
Seit knapp 200 Jahren wird in Deutschland Skat gespielt und der Bitburger Verein bringt es immerhin auf 50 Jahre und knapp 70 Mitglieder. Frauen sind darunter nur acht. Warum das so ist, kann auch Erwin Maiers, Geschäftsführer beim Skatclub Herz-Bube Bitburg, nicht genau sagen. „Vielleicht haben Frauen ein bisschen Respekt vor dem Spiel mit den Herren“, versucht er sich an einer Erklärung. Dabei würden Frauen seiner Erfahrung nach nicht häufiger verlieren als Männ er. „Sie müssen einfach die Scheu ablegen.“

Eine der acht Frauen bei Herz-Bube ist die 51-jährige Mechthild Keuler. Sie habe das Zählen und Reizen schon als Kind vom Vater gelernt. Als sie das erste Mal ihren Bruder zu einem Turnier begleitet, war sie infiziert. „Beim Wettbewerb spielt man doch noch mal ganz anderes als in der Familie, wo es ja um nichts geht“, begründetet sie die Faszination.

Seit 25 Jahren spielt sie inzwischen im Verein. „Am Anfang hatten ein paar Männer vielleicht Vorbehalte“, erinnert sie sich. Inzwischen habe sie aber das Gefühl, „dass es keine Rolle spielt, dass sie mit einer Frau spielen.“ Es sei für beide Seiten eine Gewöhnungssache gewesen. Auch Unterschiede in der Spielweise von Männern und Frauen kann sie grundsätzlich nicht ausmachen. „Manche Frauen spielen vielleicht nicht ganz so angriffslustig und wägen mehr ab“, fängt Keuler an zu erklären. „Aber auch der anderen Seite gibt es auch Männer, die so spielen.“

Warum Frauen insgesamt seltener Skat spielen, wisse sie nicht. Es könne gesellschaftliche Gründe haben. „Zumindest in meiner Generation haben Frauen auf dem Land eher andere Hobbys, die ‚frauentypischer’ sind“, meint die 51-Jährige. Dabei sei an Skat im Grunde nichts kompliziert. Wer das kleine Einmaleins beherrsche, könne auch Skat lernen.

Am Sonntag, 17. Januar, sind dann auch Maiers und Keuler beim großen Preisskat dabei. Zum 27. Mal richtet Herz-Bube Bitburg das Turnier aus. Erwartet werden über 250 Skatspieler aus der Region Trier, dem Saarland, Nordrhein-Westfalen sowie aus Belgien, Luxemburg und Frankreich. Damit ist es nach Aussage des Vorsitzenden von Herz-Bube, Matthias Hauer, der auch Vorstandsmitglied des rheinland-pfälzischen Skatverbands ist, der größte Preisskat in Rheinland-Pfalz.

Bereits im September haben die Planungen für das Turnier begonnen. Das Haus der Jugend in der Bitburger Innenstadt, wo die Veranstaltung nun zum dritten Mal stattfindet, musste gebucht werden. „Am Samstag davor treffen wir uns dann mit zehn Mann, um die Tische und Bänke aufzustellen. Auf der Bühne bauen wir außerdem das „Preisbüffet“ auf“, berichtet Geschäftsführer Maiers. Jeder vierte Spieler könne mit einem Preis rechnen. Die werden über das Startgeld von zwölf Euro, das jeder Spieler entrichtet, bezahlt. Insgesamt habe man Preise im Wert von 3000 Euro bereitgestellt. Der Hauptpreis von 600 Euro ist hingegen gesponsert.

Extra Turnier

Der große Preisskat des Skatclub Herz-Bube Bitburg ist am Sonntag, 17. Januar, im Haus der Jugend in Bitburg, Rathausplatz 6. Das Turnier beginnt um 14.30 Uhr, Meldeschluss ist 14.15 Uhr. Das Startgeld beträgt zwölf Euro (Jugendliche sechs Euro). Gespielt werden zwei Serien à 48 Spiele nach den Regeln der internationalen Skatordnung und den Turnierbedingungen des deutschen Skatverbands. Jeder Spieler absolviert also 72 Spiele. Der Gewinner erhält 600 Euro, der Zweitplatzierte 400 Euro, der Dritte noch 200 Euro. Die Siegerehrung ist gegen 19 Uhr. Für alle Jugendlichen bis 18 Jahre gibt es Sonderpreise, ebenso wie für die bestplatzierte Frau.
Info: Matthias Hauer, Telefon 06561/67200.

Empfehlungen

Kommentare