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aus unserem Archiv vom 21. August 2012
Autor: Christian Moeris Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Bitburg Drucken  E-Mail

So lebt die Jugend in der Eifel

58 Porträtbilder und kurze Texte umfasst der Bildband "Jugend in der Eifel". Die Bitburger Fotografin Bettina Bartzen veranschaulicht darin die Biografien und Zukunftspläne von Jugendlichen aus dem Eifelkreis. Ausgangspunkt des Projekts war eine soziologische Studie der Universität Trier.

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Bitburg. Junge Menschen aus der Eifel lieben ihre Heimat: Diese zentrale Erkenntnis aus einer Studie des Trierer Soziologen Professor Waldemar Vogelgesang (siehe Extra) war Ausgangspunkt für ein Buchprojekt der freien Fotografin und TV-Mitarbeiterin Bettina Bartzen: Zwei Jahre lang hat sie an ihrem großen Fotoband "Jugend in der Eifel" gearbeitet und damit der wissenschaftlichen Arbeit ein Gesicht - oder besser: 58 Gesichter - gegeben. Heute Abend um 18 Uhr präsentiert sie ihr Werk erstmals der Öffentlichkeit.

58 Porträtfotos


Alle 58 Porträtfotos des Albums werden in der Galerie der Kreissparkasse in Bitburg ausgestellt. Der fotografische Bildband zeigt die Jugendlichen in ihrer Alltagsumgebung: in der Freizeit mit ihren Hobbys, bei der Arbeit, beim Faulenzen in ihrem Jugendzimmer oder auf der Couch im Wohnzimmer des Elternhauses. "Ich finde es immer interessant, dort zu fotografieren, wo sich die Leute aufhalten", sagt Bartzen. Mit ihrer fotografischen Arbeit versucht sie, sich der Identität der jungen Menschen zu nähern. "Zuerst habe ich die Jugendlichen gefragt, wo sie sich gerne aufhalten, und dort haben wir die Fotos geschossen." Mit dem Bildband suchte sie eine Frage auf die Antwort, wie die Jugendlichen zu ihrer Heimat stehen. Das Ergebnis hat die 49-jährige Fotografin überrascht: "Die Mehrzahl will hier bleiben und fühlt sich in der Eifel wohl." Die Künstlerin hat selbst 23 Jahre in Berlin gelebt und ist erst vor drei Jahren aus der Großstadt in den ländlichen Raum zurückgekehrt.
Die meisten Jugendlichen aus dem Eifelkreis, die sie fotografiert hat, könnten sich ein Leben in einer Großstadt hingegen nicht vorstellen. Das Leben dort wäre zu laut, man fühle sich eingeengt und anonym, erklärten sie der Fotografin. "Auch die meisten Studenten, die ich aus der Eifel fotografiert habe, möchten nach ihrem Auslandsaufenthalt und Studium wieder in ihre Region zurückkehren", erklärt Bartzen, "spätestens um eine Familie zu gründen." Hier habe man mehr Platz, und die Eifel habe mehr Farben als graue Großstädte, meinten viele Jugendlichen.
Eine elf Seiten lange wissenschaftliche Studie "Jugend in der Region" ergänzt das Fotobuch. Unter der Leitung von Waldemar Vogelgesang, Professor für Soziologie an der Universität Trier, befragten Studenten 794 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 25 Jahren aus kleinen Dörfern des Eifelkreises zu ihrer Lebensqualität und wie sie ihre ländliche Heimat wahrnehmen. Hintergrund der Studie sind der demografische Wandel, die Abwanderung von jungen Menschen aus den ländlichen Gebieten in Städte.
Das 144 Seiten lange Fotobuch "Jugend in der Eifel" ist im Verlag Seltmann+Söhne erschienen und kostet 24,90 Euro. In zwei bis drei Wochen soll das Werk in den regionalen Buchläden ausliegen. Bis dahin kann es über die Kreisvolkshochschule Bitburg-Prüm oder den Onlineshop des Verlags unter www.seltmannundsoehne.de bezogen werden.
Die Fotoausstellung mit Buchpräsentation findet heute um 18 Uhr in der Kreissparkasse Bitburg am Bedaplatz statt. Begrüßung: Ingolf Bermes, Vorstandsvorsitzender Kreissparkasse Bitburg, Grußwort: Landrat Joachim Streit, Einführung: Professor Waldemar Vogelsang von der Universität Trier, Marlen Meyer vom Medienzentrum Eifelkreis Bitburg-Prüm, Buchautorin und Fotografin Bettina Bartzen. Musikalische Begleitung: Kreismusikschule Bitburg-Prüm.
Extra
Mit der Studie "Jugend in der Region" widmet sich Professor Waldemar Vogelgesang von der Universität Trier einem brisanten Thema: dem demografischen Wandel in ländlichen Gebieten. Viele Jugendliche verlassen ländliche Regionen wie die Eifel: Sie wandern in Städte ab - auf der Suche nach einem Arbeitsplatz oder um sich ihre Lebenswünsche besser zu erfüllen. Die Umfrage unter Jugendlichen in der Eifel lieferte jedoch ein überraschendes Ergebnis: 57 Prozent finden, die Eifel hat ein positives Image. Für sie hat der Eifelkreis keine Nachteile gegenüber Metropolenregionen. 35 Prozent stimmen dem noch teilweise zu. Nur acht Prozent weisen der Eifelregion ein negatives Bild zu. Die Forscher kommen zu dem Ergebnis: Das Leben der Eifeljugend ist von einer tiefen Heimatbindung geprägt. Bleiben oder gehen? Mit dieser Frage gingen die meisten Jugendlichen in der Studie sehr pragmatisch um: Sie haben sie sich offen gehalten. cmo




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