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Straßensanierung: Das große Bitburger Löcherstopfen

(Bitburg) Die Bitburger klagen seit Langem über marode Straßen. Im August beginnt die Stadt nun mit der Sanierung von vier Problemstellen. Aber was passiert mit all den anderen?

17.07.2017
Christian Altmayer
Die Liste der kaputten Straßen in Bitburg ist lang. Versuchen wir trotzdem sie alle zu benennen: Da wären die Rittersdorfer Straße, die Kölner Straße, die Prümer Straße, die Saarstraße, die Sauerstraße, die Goethe-, Lessing- und die Kleiststraße. Haben wir noch einen Dichter vergessen? Das war doch sicher noch nicht alles. Nein, weitere Rumpelpisten gibt es am Südring, in der Albachstraße, der Franz-Mecker-Straße, der Denkmalstraße, dem Boren- , dem Karen und dem Messenweg. Ok, so langsam wird es ermüdend. Wir hören an dieser Stelle mal auf und verweisen auf eine Diskussion auf dem Facebook-Auftritt der Bitburger Redaktion. Unter Beiträgen zu Straßenarbeiten aus dem Frühling haben TV-Leser eifrig kommentiert: Wo sind die schönsten Schlaglöcher und welche Straßen sind die schlimmsten?

Wer nach Mötsch fahre, erlebe "eine wahre Rumpelfreude, schreibt einer. Ein anderer übt Kritik an der Stadtverwaltung. Die solle lieber die Straßen erneuern, statt einen neuen Kreisverkehr zu bauen, sagt Jan Pax. Leserin Helga Enn scheint es eher mit Humor zu nehmen. Sie hat sogar schon eine Lösung parat: "Jeder übernimmt für ein Loch die Patenschaft und sieht zu, dass das Loch geflickt wird."

Der Plan: So weit muss es wohl doch nicht kommen. Denn die Stadt nimmt sich des Problems an, saniert zumindest einen Teil des Straßennetzes. Ab dem 15. August werden die Bagger rollen. Zwei bis drei Wochen später sollen sie schon wieder verschwunden sein. In dieser Zeit "müssen die Verkehrsteilnehmer auf den betroffenen Strecken mit Einschränkungen rechnen", teilt die Verwaltung mit. Was das genau heißt, werde noch rechtzeitig vermeldet. Apropos rechtzeitig: Sollten die Arbeiten nicht schon im Mai beginnen? (der TV berichtete) Fragen wir im Rathaus nach. Dort heißt es: Jetzt werde doch "alles in einem Zug" gemacht, nicht nacheinander. Man liege also noch im Zeitplan.
Kosten sollen die Asphaltarbeiten die Stadt rund 220 000 Euro. Das ist mehr als die Hälfte des Budgets, das 2017 für die Instandhaltung von Gemeindestraßen zur Verfügung steht. Insgesamt beläuft es sich auf 390 000 Euro.

Die Arbeiten: Der teuerste Auftrag ist die Erneuerung des Südrings samt Diesel- und Wankelstraße. Für die Arbeiten auf dem etwa 1200 Quadratmeter messenden Teilstück nimmt die Stadt rund 54 150 Euro in die Hand.
Aber auch der Ostring hat entlang des Stadions neuen Asphalt nötig. Kostenpunkt: etwa 42 000 Euro. Kleinere Posten sind die Sanierung der Mozartstraße (19 552 Euro) und der Prümer Straße (26 091 Euro).

Weitere Problemstellen: Und was passiert mit den anderen Straßen in Bitburg, die von Schlagöchern, Rissen und Spurrillen zerfressen sind? Wir ersparen uns an dieser Stelle sie alle noch einmal aufzuzählen.
Ein Komplettausbau der Rittersdorfer Straße, die laut Leser Fabian Hanen "fast die schlimmste" ist, sei für 2021 geplant. Bis dahin würden aber "notwendige Reparaturen ausgeführt." Auch der Karenweg werde so lange ausgebessert, bis eine komplette Sanierung im Verkehrsplan stehe.

Wie sieht es in der Denkmalstraße aus? Da seien nur Schäden im "unteren Bereich" bekannt, in der Nähe des Minikreisels. Der werde derzeit neu überplant. Gleiches gelte für den Borenweg. Die Sauerstraße, die sowohl die Ratsmitglieder als auch die Leser als besonders sanierungsbedürftig eingestuft hatten, soll 2018 drankommen.
 
Meinung: Tropfen auf den heißen Stein
In Bitburg gibt es Stau. Die Rede ist hier ausnahmsweise nicht von den Autoschlangen auf der B 51, sondern vom Sanierungsstau auf den Gemeindestraßen: Kaum ist ein Loch ausgebessert, hat sich ein neues in den Asphalt gegraben. Ganz Bitburg: eine einzige Rumpelpiste. Doch irgendwo muss man anfangen. Das hat die Stadt nun getan. Vier Strecken werden saniert. Für mehr reicht offenbar das Geld nicht. Dumm nur, dass es an anderer Stelle ausgegeben wird: zum Beispiel für neue Fahrradwege und für eine Aufhübschung der Fußgängerzone. Bevor die Stadt für solche Dinge Tausende Euro ausgibt, sollte sie lieber in eine funktionierende Infrastruktur investieren - und zwar mehr als nur ein paar Euro. Das sind dann doch wieder nur Tropfen auf den heißen Stein. c.altmayer@volksfreund.de