Mit mehr als drei Millionen Athleten ist Special Olympics die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Mehr als 1200 von ihnen treten heute und morgen bei den regionalen Spielen in Bitburg an.
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Bitburg. Lucky war am Sonntag wandern. Dabei ist er auch am Stausee Bitburg entlangspaziert. Und als er so am Ufer stand und die Tretboote zählen wollte, da sind ihm auf einmal Plastikwürfel aufgefallen, die in gleichmäßigen Abständen aus dem Wasser ragten.
Die clevere Leseratte hat schnell erkannt, dass es sich dabei um Bahnen handelt, die mit Hilfe diese bunten, schwimmenden Würfel abgegrenzt werden. Ähnlich wie bei Turnieren in Schwimmbecken, nur etwas breiter. Vermutlich eine Wettlaufstrecke für Tretboote, hat Lucky zunächst gedacht, doch dann fiel ihm wieder ein, was er vor kurzem in seiner Zeitung gelesen hatte.
Dort wurde nämlich über einige auf dem Stausee trainierende Kanufahrer berichtet. Und der Grund für dieses Training waren die sogenannten "Special Olympics" (zu Deutsch: Besondere Olympiade).
Die Special Olympics werden nämlich derzeit in Bitburg veranstaltet. Mehr als 1200 Sportler treten heute und morgen in 14 verschiedenen Disziplinen an. Und das Besondere an diesen Athleten ist, dass sie alle eine Behinderung haben, allerdings nicht (unbedingt) eine körperliche, sondern eine geistige. Und für sie ist der Sport deshalb so wichtig, weil er zum einen natürlich Spaß macht und weil sie zum anderen dadurch zeigen können, was in ihnen steckt.
Denn leider werden Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft in vielen Bereichen des Alltags oft ausgegrenzt. Und eine Möglichkeit, das zu ändern, sind sportliche Wettkämpfe wie beispielsweise die Special Olympics, die auch ein ganz tolles Motto haben: "Lasst mich gewinnen! Doch wenn ich nicht gewinnen kann, lasst mich mutig mein Bestes geben!"
Genau wie bei den Olympischen Spielen gehen also auch die Teilnehmer der Special Olympics an ihre Leistungsgrenzen. Weil das sportliche Leistungsniveau der Teilnehmer aufgrund ihrer unterschiedlich stark ausgeprägten Behinderungen sehr vielschichtig ist, werden die Athleten in bestimmte Leistungsklassen eingeteilt.
Das heißt also, dass Sportler mit starker Behinderung die gleichen Chancen haben, eine der begehrten Medaillen zu gewinnen, wie Athleten, bei denen die Behinderung weniger stark ausgeprägt ist und deren Leistungsniveau deshalb zwangsläufig auch höher ist.
Die Special Olympics in Bitburg sind übrigens regionale Spiele, an denen allerdings nicht nur Sportler aus Rheinland-Pfalz teilnehmen, sondern auch aus benachbarten Bundes- sowie europäischen Nachbarländern. Insgesamt also schon ein ganz großes Ereignis mit mehr als 1200 Teilnehmern und 15 verschiedenen Sportarten wie beispielsweise Leichtathletik, Basketball oder aber auch Reiten, Golf, Tennis und Bowling.
Die nächsthöhere Stufe nach den regionalen Spielen sind die Bundesspiele, die alle zwei Jahre veranstaltet werden und 2012 das nächste Mal in München ausgetragen werden.
Und dann gibt es auch noch die Weltspiele, die ebenfalls im Zweijahres-Rhythmus stattfinden, und dieses Jahr in Athen veranstaltet werden, bereits in wenigen Wochen beginnen und an denen übrigens auch eine Kajak-Mannschaft aus Gerolstein teilnimmt. Der drücken wir natürlich die Daumen und Pfoten. Doch zunächst schauen wir gespannt nach Bitburg und wünschen allen Teilnehmern viel Erfolg.
Im Bitburger Stadion, wo derzeit die Regionalen Spiele der Special Olympics veranstaltet werden, nehmen auch die Leichtathleten der Bitburger St.-Martin-Schule teil, die in den vergangenen Wochen bereits vor Ort eifrig trainiert haben. TV-Foto: Uwe Hentschel
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