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Die keifende Dummheit!

Eine Frau darf mit ihren beiden Kindern in der Eifel bleiben. Sie sind Roma und ihnen drohte die Abschiebung nach Kosovo. Vor zehn Monaten starb der Vater der Familie, die seit 2014 in der Eifel lebt. Nun hat die Härtefallkommission in Mainz entschieden, dass es zunächst keine Abschiebung geben wird. Eine Entscheidung, der die meisten positiv oder zumindest neutral gegenüberstehen.

17.02.2017
Nun haben wir die Nachricht – auf unserer Facebook-Seite gepostet. Auch hier waren die meisten Reaktionen positiv. Allerdings begannen postwendend zwei Nutzer zu keifen. Ob sie den Text gelesen oder bei den Begriffen Härtefall, Roma und keine Abschiebung reflexhaft los gewettert haben, lässt sich nicht belegen. Man neigt zur zweiten Auffassung, wenn man überlegt, dass da etwas kritisiert wird, das auf den ersten, zweiten und 523. Blick, drei Menschen hilft und definitiv keinem Menschen weltweit schadet. 

Genau das unterstellen aber die keifenden Kommentatoren – laut Profil übrigens junge Mütter – wenn sie fordern, zunächst müsse man „mal Deutschen helfen“ und „die Bürokratie“ lege „den Deutschen“ immer „mehr Steine in den Weg“. Mal abgesehen davon, dass es kein Traumziel sein dürfte, als Witwe mit zwei kleinen Töchtern in einem Eifeldorf von Hartz IV zu leben, ist die Argumentation, dass es einem selbst besser ginge, wenn diesen Menschen nicht geholfen wird, von erlesenster Kurzsichtigkeit. Wenn die Keifenden schlecht oder ungerecht behandelt wurden, dann muss man das kritisieren und dafür kämpfen, dass es sich ändert. Daraus abzuleiten, dass alle genauso schlecht oder aufgrund von Hautfarbe, Herkunftsländern und Religion noch schlechter behandelt werden müssten, ist nicht nur dumm, sondern rassistisch. Für solche Menschen werde ich niemals Verständnis aufbringen.