region/bitburg
16.10.2015

Öffentlicher Nahverkehr

Zu dem Leserbrief "Steuergeld aus dem Fenster geworfen" (TV vom 25. September) schreibt dieser Leser:

Dass die Situation im Bahnverkehr heute so ist, wie sie ist, liegt nicht daran, dass es etwa von Anfang an zu wenige Fahrgäste gegeben hätte. Gründe dafür sind vielmehr der unwirtschaftliche Einsatz schwerer Züge, absichtlich schlechte Fahrpläne und eine ausschließlich auf die Straße ausgerichtete Politik mit dem Ziel, möglichst viele Bahnstrecken platt zu machen. Ein Beleg dafür ist die gute Resonanz auf das Angebot der Eifelquerbahn in den Jahren 2000 bis 2012. Überall, wo die Bahn funktioniert, fahren auch mit den Bussen mehr Fahrgäste. Kein Wunder: Niemand würde mit dem Bus zur Wieskirche fahren, wenn er mit dem Auto bis Ammergau fahren müsste. Ein gutes Zusammenspiel von Bus und Bahn ist gerade in ländlichen Regionen unschlagbar. So lässt der Zug keine müdegestrampelten Familien oder größere Gruppen im Regen stehen, nur weil sie nicht zwei Tage vorher gebucht haben. Und der Bus kann jede Oma an der Haustür abholen. Mancher Busunternehmer, der gegen die Bahn schießt, merkt nicht, dass er sich damit den Ast absägt, auf dem er sitzt. Wenn es nicht gelingt, Bus und Bahn gut zu vernetzen - und beide mit der gleichen Fahrkarte nutzbar sind - , können wir den ÖPNV in der Vulkaneifel in fünf Jahren beerdigen. Autofahren wird unabhängig vom Spritpreis immer teurer. Die Landflucht, und die damit verbundene Auflösung des Kreises, ist nur noch eine Frage der Zeit und auch durch den ebenfalls wichtigen weiteren Ausbau der A 1 nicht aufzuhalten. Der stammtischmäßige Vergleich mit dem Nürburgring ist nur ein Zeichen mangelnder Argumente der Bahngegner und wird nicht dadurch richtig, dass man ihn immer wiederholt. Martin Pinn, Gerolstein-Roth