region/bitburg
31.08.2012

Verkehr

Zur Debatte um die Zukunft der Bahnstrecke zwischen Prüm und Gerolstein meint dieser Leser:

Ich stimme zu: Die Eifler fahren Auto. Aber warum müssen sie es tun? Es fehlen die Alternativen im Berufs- und Freizeitverkehr. Kommen wir zur Westeifelbahn und der Ablehnung für deren Betrieb. Die offiziell genannten Zahlen für den Investitionsbedarf der 23 Kilometer langen Reststrecke der Westeifelbahn basieren auf Zahlen der Deutschen Bahn AG. Die Grundlagen dazu bilden die Ausstattungs- und Ausrüstungsstandards der ehemaligen Staatsbahn. Dass dieser Standard ein Muss für eine geplante Museumsbahn sein muss, ist bundesweit als nahezu einmalig anzusehen. Oberste Maxime muss natürlich die Betriebssicherheit sein. Hier hat die Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) in den vergangenen 20 Jahren bewiesen, dass es auch zu geringeren Kosten möglich ist, einen sicheren Eisenbahnbetrieb auf die Gleise zu stellen. Die Planungskosten der DB haben derzeit einen Anteil von pauschal 18 Prozent an der Bausumme. Diese Kosten können bei einer Privatbahn aufgrund flacherer Organisationsstruktur und Erfahrungswerte bei der Wiederinbetriebnahme von Nebenbahnen ohne Einschränkung der Betriebssicherheit nach unten korrigiert werden. Die Situation an der Westeifelbahn mit der Verweigerung der Betriebsgenehmigung steht auch im Widerspruch zum Koalitionsvertrag der Landesregierung, die die Reaktivierung von Schienenstrecken als einen wichtigen Bestandteil ihrer Verkehrspolitik sieht und den Grundsatz der Trassensicherung vor der Endwidmung der vorhandenen Strecken sieht. Ich verweise in diesem Zusammenhang auch auf die Stellungnahme von Frau Rogler-Blatzheim. Sie hat in ihrer Stellungnahme noch einmal diesen Grundsatz unterstrichen. Der Verein IG Westeifelbahn wird seine Möglichkeiten nutzen, um die RSE zu unterstützen. Der Erhalt der Schieneninfrastruktur wird dazu beitragen, dass ein Museumsbahnbetrieb als Ergänzung zum Radwegenetz möglich ist. Eine weitere Option ist der Güterverkehr. Hier liegen der IG Westeifelbahn zwei schriftliche Absichtserklärungen von holzverladenden Unternehmen aus der Region vor, die bereit sind, entlang der Westeifelbahn zu verladen. Bernd Kruse, Bitburg (Anmerkung der Redaktion: Der Autor ist 1. Vorsitzender der IG Westeifelbahn)