Der Eifeler denkt strikt in Notwendigkeiten. Deshalb ist ihm alles zutiefst verdächtig, was rein dem Vergnügen dient, dazu demnächst mehr an dieser Stelle.
So fällt der Verzicht ihm meistens leicht, zumal die streng asketische Haltung nicht zuletzt auch noch den gewünscht rechtschaffenen Eindruck bei den Zeit- und Dorfgenossen hinterlässt.
Dennoch kann auch er bei den allernotwendigsten Grundnahrungsmitteln schlecht nein sagen (siehe "Der Letzte nach dem Letzten"). Dabei wiederum erweist er sich schon seit Jahrhunderten als Verfechter des mittlerweile schwer in Mode gekommenen Konzepts der Nachhaltigkeit und ökologischen Korrektheit. Denn er konsumiert am liebsten Produkte, die vor seiner Haustür gebraut und gebrannt werden: kurze Wege, reines Gewissen.
Als außerordentlich höflicher Mensch will er aber auch dabei niemanden düpieren. Wird ihm zum Beispiel festes oder flüssiges Naschwerk angeboten, dann ziert er sich form- und anstandshalber ein wenig und lenkt erst nach mehrfachem Ermuntern des Gastgebers ein, gerne ergänzt durch den einschränkenden Imperativ: "Äwwer nömmen für der Jeschmack!", also ausschließlich zu Studienzwecken.
Die Art und Weise, wie er sich dabei nach schwerem inneren Hader am Ende dann doch immer wieder zum "Ja" durchringt, ist wiederum vorbildlich. So auch bei jener Frau aus meiner Heimat, die nach dem ersten Glas, das natürlich nur "dem Jeschmack" geschuldet war, auch den zweiten angebotenen Schnaps mit folgenden Worten akzeptierte: "Ech mooß mer de Jewalt aandoon - äwwer schütt mer noch eene!"
Was ist das?
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