1800 Teilnehmer bei Bundesjungschützentagen in Daun
1800 Teilnehmer haben am Wochenende in Daun bei den Bundesjungschützentagen (BJT) gefeiert, sich in Wettkämpfen gemessen und an Ausflügen in die Umgebung teilgenommen. Höhepunkt der Veranstaltung: Der Festumzug durch die Dauner Innenstadt am Sonntagmorgen.
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Foto: Klaus Kimmling
Foto: Maren Meißner
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Samstagmorgen, 11 Uhr. In der Dauner Wehrbüschhalle herrscht großes Gewusel. Sporttaschen werden ausgepackt, die letzten Butterbrote gegessen, Turnschuhe angezogen. Fahnen in allen Farben fliegen durch die Luft. „Ich bin so aufgeregt!“, ruft ein Mädchen seiner Freundin zu. Gleich beginnen bei den Bundesjungschützentagen die Wertungswettbewerbe (siehe Extra) im Fahnenschwenken. Nach dem Festauftakt am Freitagabend im Zelt auf dem Dauner Markplatz beginnen am zweiten Tag der Veranstaltung (siehe Extra) die Wettbewerbe im Schießen und Fahnenschwenken.
Katharina Pott und Denise Müller sind dafür aus Stukenbrock-Senne in Nordrhein-Westfalen angereist. Beide haben mit dem Fahnenschwenken bereits in ihrer Kindheit angefangen und trainieren seitdem einmal wöchentlich. „Das macht richtig Spaß, man kann sehr kreativ sein“, sagt die 18-jährige Denise. Fahnenschwenken ist mehr als bloßes Hin- und Herwedeln – was ihre Freunde zunächst nicht geglaubt hätten, berichtet die 17-jährige Katharina. „Als die dann gesehen haben, was wir wirklich machen, waren sie total überrascht“, sagt sie.
Als Katharinas Name aufgerufen wird, tritt sie vor die Wertungsrichter, verbeugt sich kurz, und legt los. Sie schwingt zur einsetzenden Marschmusik die Fahne über den Kopf, um den Bauch herum, unter den Beinen hindurch. Anderthalb Minuten später ist sie fertig. „So richtig zufrieden bin ich nicht“, sagt sie schulterzuckend.
Von den Eltern mitgenommen
Einige Kilometer entfernt von den Fahnenschwenkern hat Marco Werff seinen Einsatz im Schießen ebenfalls hinter sich. Der 15-Jährige sitzt auf einer Bierbank und erzählt, dass ihn seine Eltern vor ein paar Jahren zum ersten Mal zum Schützenverein mitgenommen haben. Seitdem nimmt der Gymnasiast regelmäßig an Wettkämpfen teil. „Trainiert habe ich für heute eigentlich nicht“, sagt er und lacht. Marco hat trotzdem ein gutes Gefühl, das Ergebnis erfährt er erst am Abend.
Ein paar Meter weiter unterhält sich der Trierer Mario Schäfer, Bundesjungschützenmeister und einer der Hauptorganisatoren der Veranstaltung, mit Schützenbrüdern. Ein Kollege erzählt ihm, dass er einen Wettbewerbsteilnehmer wieder zurück in seine Unterkunft geschickt habe. „Der hatte seine Uniform nicht an“, erzählt er. „Richtig so, das geht gar nicht!“, findet Mario Schäfer und nickt. Schießen dürfen die Mitglieder nicht in Straßenkleidung.
Dann berichtet Mario Schäfer von der Vorbereitung der Bundesjungschützentage. Zwei Jahre hat die Planung gedauert. „Wir sind hier in Daun mit offenen Armen empfangen worden“, sagt er. Besonders die Unterbringung der 1800 Teilnehmer sei eine große logistische Herausforderung gewesen. „Dass sie jetzt in Schulen übernachten können, zeigt, dass uns die kommunale Verwaltung großes Vertrauen entgegenbringt“. Und was sagt er Kritikern des Schießsports? Mario Schäfer winkt ab. „Waffen sind für uns Sportgeräte, nichts anderes.“
Während des Wochenendes sind auch über 320 Ehrenamtliche im Einsatz. Sie weisen Autos ein, geben Essen aus, stehen hinter der Theke im Festzelt auf dem Marktplatz.
Auch am Sonntag spielen sie eine tragende Rolle. Dicht an dicht drängen sich Besucher und Teilnehmer, um den großen Festumzug mit mehr als 3000 Teilnehmern durch die Kreisstadt zu sehen. Mario Schäfer ist am Sonntagnachmittag rundum zufrieden: „Wir hatten tolle Tage, keine nennenswerten Zwischenfälle und auch dank der Dauner Bevölkerung einen super Festzug, wie ich ihn in den vergangenen Jahren selten erlebt habe.“
Extra
Fahnenschwenken
Fahnenschwenken ist ein jahrhundertealter Sport, bei dem und mit einem schweren Handgriff versehene Fahnen kunstvoll geschwungen, geworfen und durch die Luft bewegt werden. Im Wettkampf müssen Pflicht und Kür absolviert werden. Am Schießstand dürfen die Teilnehmer fünf Minuten lang Probeschüsse abgeben, danach gehen drei Schüsse in die Wertung ein. Ihr Ergebnis erfahren sie erst bei der Siegerehrung. mem
Zahlen, Daten, Fakten
Beim Bundesjungschützentag treffen sich jedes Jahr Mitglieder des Bundes der St. Sebastianus Schützenjugend (BdSJ) aus sechs Diözesen zu Wettkämpfen in den Disziplinen Schießen und Fahnenschwenken. Außerdem gibt es ein Rahmenprogramm für die Teilnehmer von 12 bis etwa 24 Jahren. In Daun waren rund 1800 Teilnehmer dabei, die mit 11.500 Mahlzeiten verpflegt werden mussten. 320 Freiwillige haben während der drei Tage 500 Arbeitseinsätze abgeleistet. Über 300 Fahnenschwenker und 230 Schützen haben an den Wettkämpfen teilgenommen.
Neuer Bundesschülerprinz (Teilnehmer in der Altersklasse von 12 bis 16 Jahren) ist Magnus Hermes von der Bruderschaft St. Martinus Elten-Grondstein aus der Diözese Münster. Neuer Bundesprinz (Altersklasse 16 bis 24 Jahre) ist Manuel Ommer von der Schützenbruderschaft St. Hubertus Lövenich aus der Diözese Köln. mem
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