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Ab in die Darscheider Wildnis

Drei Tage lang haben 81 Kinder und Jugendliche beim Darscheider Naturschutzcamp unter freiem Himmel in einem kleinen Dorf zusammengelebt. Beim Arbeiten im Garten, auf dem Feld und am Bach haben sie Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen.

11.04.2010
Von unserem Redaktionsmitglied Anke Scholz
Darscheid. Mit einem lauten Krach landen die Harken von Leon (11) und Niko (13) in der Erde. Gleichmäßig verteilen die beiden Jungen den Lehmboden und ziehen ihn mit den Zinken glatt. "Hier sollen mal Kartoffeln wachsen", erklärt Niko. Zusammen mit ihren Kollegen aus der Gartengruppe bauen die beiden Nachwuchsarbeiter im Darscheider Naturschutzcamp Hochbeete, in denen sie Kartoffeln, Zuckererbsen und Erdbeeren anpflanzen.
 
81 Kinder zwischen sieben und dreizehn Jahren tummeln sich drei Tage lang während der Ferienaktion auf dem Gelände des Natur-Erlebnis-Zentrums. In unterschiedlichen Gruppen arbeiten sie im Garten, auf dem Feld, am Bach oder sind als "Ranger" zur Stelle, wenn sich ein Campmitglied verletzt hat. Das heimische Bett haben die kleinen Naturschützer gegen eine Isomatte eingetauscht. Bei Temperaturen knapp über der Nullgrad-Grenze müssen sie nachts in Zelten der Kälte trotzen.
 
Unterhalb des Zeltdorfes sind die "Alfbachbiber", so nennt sich eine andere Campgruppe, damit beschäftigt, einen Damm und kleine Tümpel zu bauen. Darin sollen kleine Tiere wie Kaulquappen einen neuen Lebensraum finden. Gemeinsam buddeln sie mit Schaufeln kleine Schächte in die Erde. Mit den ausgehobenen Matschklumpen füllen sie den Damm. Der achtjährige Thomas bearbeitet konzen triert mit einer Schaufel den Boden. Wie die anderen Alfbachbiber ist er am ganzen Körper mit Matsch beschmiert. "Das ist ganz schön anstrengend und dreckig, aber es macht Spaß", sagt er und begutachtet seine vom Erdschlamm braun gefärbten Hände.
 

Statt einer warmen Dusche ist Katzenwäsche angesagt


 

 
Auch wenn sich bei so viel Arbeit in der Natur am Abend eine komfortable warme Dusche lohnen würde, müssen die Teilnehmer beim Naturschutzcamp auf dererlei Luxus verzichten. Stattdessen müssen die Jungen und Mädchen mit einer Katzenwäsche am Waschbecken Vorlieb nehmen.
 
Beim Naturschutzcamp sollen die Kinder und Jugendlichen einen Bezug zur Natur bekommen, erklärt Lothar Boos. Der Sozialarbeiter und Vorsitzende der Vogelschutzgruppe Darscheid, die das Camp organisiert hat, leitet die Aktion. "Außerdem wollen wir den Kindern im Kleinen zeigen, wie ein Dorf funktioniert und wie wichtig es ist, dass alle mitarbeiten", sagt Boos.
 
Nach der Arbeit im Garten oder am Bach dürfen sich die kleinen Dorfbewohner im Hochseilklettergarten austoben oder sich am Lagerfeuer eine Verschnaufpause gönnen. Leon freut sich nach seinem Einsatz mit der Harke besonders auf Eines: "Das Essen", sagt er grinsend. Dafür hat das "Kochlöffelteam" ausreichend vorgesorgt: Mit 30 Kilogramm Kartoffeln und 60 Litern Suppe stillen die kleinen Naturschützer ihren Hunger. Nach einer solchen Stärkung und so viel Knochenarbeit während des Tages werden die kleinen Naturschützer in der Nacht gut schlafen.