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Experten sollen Tierquälerei-Vorwurf prüfen

Prozess vor Amtsgericht Daun gegen 63-jährige Pferdehalterin fortgesetzt - Weitere Zeugen werden gehört

(Daun) Im Prozess gegen eine 63-Jährige um vermeintliche Tierquälerei ist noch kein Urteil gesprochen worden. Freunde hatten der Angeklagten einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren Tieren attestiert. Nun sollen Experten etwas über den Zustand der elf Pferde nach deren Abholung sagen.

01.02.2016
Mario Hübner
Daun. Richterin Julia Schmitz-Garde entschied nach mehr als einer Stunde Zeugenvernehmungen: "Ich werde in dieser Sache erst ein Urteil fällen, wenn ich Zeugen gehört habe, die mir etwas über den Zustand der Tiere nach deren Abholung sagen können."
Sagte sie und beraumte den nächsten Verhandlungstermin auf Montag, 22. Februar, 10 Uhr, an. Dann sollen der leitende Kreisveterinär sowie die Mitarbeiterin eines Labors Auskunft geben, die die Tiere nach dem 14. Januar 2015 begutachtet hatten. An diesem Tag war auf Anordnung des Veterinäramts in Daun die Herde Islandpferde der Angeklagten auf einer verschlammten Weide bei Weißenseifen nahe Mürlenbach beschlagnahmt und abgeholt worden. Zuvor hatte das Amt die heute 63-Jährige mehrfach aufgefordert, die Bedingungen für die Pferde, die das ganze Jahr auf der Weide gehalten werden, massiv zu verbessern.
Nach Aussage der beteiligten Amtstierärzte hatten die Tiere noch immer keinen Unterstand (es war einer im Bau, aber noch ohne Dach und Seitenwände) und keine trockene Liegefläche, der Zugang zum Bachlauf als Wasserquelle war verschlammt und verkotet und wegen der Abschüssigkeit der Weide nur schlecht zu erreichen, die Tiere waren augenscheinlich unterernährt und dehydriert, ihre Hufe nicht gepflegt. Es folgte ein Strafbefehl wegen Tierquälerei, gegen den die Tierhalterin Einspruch eingelegt hat. Daher nun der Prozess. Gegen den Vorwurf, sie habe die Herde verwahrlosen lassen, wehrt sich die Angeklagte. Sie liebe ihre Tiere, habe sie stets mit genügend Futter versorgt und sie auch sonst ordentlich gepflegt, betonte die Pferdehalterin mehrfach.
Diese Aussagen haben am gestrigen Verhandlungstag gleich mehrere Zeugen bestätigt - darunter ein Nachbar, der Freund, mit dem sie zusammen in einem Haus wohnt, die Bekannte, auf deren Weide die Tiere standen, und deren Tochter, die sich regelmäßig um die Pferde gekümmert habe. Sie sagten unisono, dass die Angeklagte die Tiere regelmäßig mit genügend Futter versorgt habe. Dass die Tiere sommers wie winters am Bach gesoffen hätten. Dass die Tiere regelmäßig gepflegt worden seien. Ihr Freund fasste das alles so zusammen: "Sie (die Angeklagte; Anmerkung der Redaktion) ist sehr tierlieb und immer für ihre Tiere da."

 

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