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aus unserem Archiv vom 18. November 2011
Autor: Sarah-Lena GombertOrt: Drucken  E-Mail

Kekse, Kulis und Konzepte

1200 Schüler treffen auf 64 Aussteller: Der Andrang bei der Berufsinformationsbörse in Daun wird größer: Die Messe ist bei vielen Jugendlichen und Unternehmen aus der gesamten Vulkaneifel sehr beliebt.

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Daun. Bäcker, Soldat oder vielleicht Krankenschwester? Die Auswahl an Berufen, die junge Leute ergreifen können, ist groß. Bei der Berufsinformationsbörse im Dauner Forum haben sich gestern mehr als 1200 Jugendliche darüber informiert, was sie nach ihrer Schulzeit machen möchten.

Bunte Banner


Neugierige Blicke nach links und rechts: In kleinen Gruppen streifen Jugendliche aus der ganzen Eifel durch das Forum im Dauner Zentrum. Bunte Werbebanner, Kugelschreiber in grellen Farben und Süßigkeiten locken sie an die Tische der Firmen und Institutionen. 64 Aussteller, darunter zahlreiche Betriebe aus der Eifel und der weiteren Umgebung sowie die umliegenden Universitäten buhlen um die Aufmerksamkeit der jungen Besucher. "Man merkt schon, dass den Unternehmen die Jacke eng wird", sagt Joachim Nitsch, der die Börse für den Rotary-Club organisiert, und das in diesem Jahr bereits zum 14. Mal. Seine Einschätzung mache er daran fest, dass die Gestaltung der Messestände immer auffälliger und auch kreativer werde. "Die Firmen müssen sich heutzutage schon etwas einfallen lassen. Ich kenne Betriebe, da hat sich auf freie Lehrstellen kein einziger Schüler beworben."
Dieses Problem kennt Monika Bill vom Malerbetrieb Bill aus Üdersdorf nicht. Die Malerin vertritt auf der Berufsinfobörse die Innung der Maler und Lackierer. Ihr Rezept, um Firmennachwuchs zu generieren: "Man muss die jungen Menschen mit Respekt behandeln, dann spricht sich das auch rum." Es sei sehr wichtig, dass man die Auszubildenden nicht ausnutze, sondern vernünftig mit ihnen umgehe. Was ein Auszubildender im Malerberuf alles lernen kann, das demonstriert am Stand der Innung Kay Bill: Der junge Mann bringt mit Hilfe einer Schablone bunte Blumen auf einen grünen Untergrund. Den Schülerinnen, die sich vor dem Stand versammelt haben, gefällt das.
Wenige Meter weiter sitzt der Bäcker Leo Emondts aus Kerpen bei Hillesheim. Er beobachtet den Jungen, der sich ein wenig zögerlich die Infobroschüren der Bäckerinnung anschaut. Dann sagt er: "Du willst Bäcker werden? Setz\' dich erst mal hin, dann kriegste auch \'nen Keks!" Für Emondts ist es wichtig, dass die Auszubildenden sich für ihren Beruf begeistern. "Wer nicht gerne backt, sollte auch kein Bäcker werden." Auf der Messe will er den jungen Leuten zeigen, warum der Job Spaß macht. Viele der Jugendlichen sind zielstrebig, was ihre berufliche Zukunft angeht. Die 15-jährige Kerstin Herrmann vom Geschwister-Scholl-Gymnasium in Daun weiß schon ziemlich genau, was sie möchte: "Ich will gerne zur Polizei." Den dazu passenden Stand auf der Messe hat sie zwar gefunden, aber "es könnte hier noch ein bisschen übersichtlicher sein." Der Gymnasiast Tobias Mühlhoff aus Gerolstein interessiert sich für den Beruf Maschinenbauer und steuert gleich den Stand der Firma Neuhäuser aus Prüm an.
"Es ist toll, dass die jungen Leute sich hier informieren können", kommentiert Monika Bill. "Wir hatten so was früher nicht. Wer weiß, vielleicht hätte ich sonst einen anderen Beruf gewählt?"
Fotos unter volksfreund.de
Extra
"Mir gefällt die Berufsinformationsbörse in Daun wirklich sehr gut, weil sie gut organisiert ist. Es ist praktisch, dass ich mich hier einerseits über die Studiengänge an den Universitäten informieren kann und andererseits auch mit Leuten aus der Praxis sprechen kann. Die wissen, worauf es ankommt. Ich möchte später einmal als Ärztin arbeiten." "Ich finde die Veranstaltung hier ziemlich hilfreich, weil es bei den Ausstellern sehr viele Informationen gibt. Allerdings ist das Forum ziemlich voll. Wenn man aber erst mal bei den Ständen ist, dann ist es gut. Mich interessieren vor allem die Universitäten." "Ich möchte nach meiner Zeit an der Realschule gerne Industriemechaniker werden. Also suche ich eine Ausbildungsstelle. Auf der Messe gibt es mehrere Betriebe, mit denen ich deswegen schon mal in Kontakt treten möchte." "Wir sind jetzt in der Oberstufe. Für uns ist das Thema Beruf schon sehr wichtig. Darum finden wir die Messe auch gut. Allerdings wissen wir noch nicht so ganz genau, in welche Berufe wir später gehen möchten." (slg)/TV-Fotos (4): Sarah-Lena Gombert
Extra
Die Schere zwischen den angebotenen Ausbildungsplätzen und den Bewerbungen um eine Ausbildung geht in der Region immer weiter auseinander. Nach Information der Arbeitsagentur Trier gab es im September 2011 genau 3781 Ausbildungsplätze in der Region (3452 in 2010). Demgegenüber stehen 3081 Bewerber (3231 in 2010) aus der Region. Hinzu kommen Anwärter aus anderen Gegenden. Trotzdem waren im September 225 Ausbildungsplätze unbesetzt. In der Vulkaneifel gab es in diesem September nach Angaben der Arbeitsagentur etwa 400 Ausbildungsplätze. Wie viele davon unbesetzt geblieben sind, ist unklar. slg




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