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aus unserem Archiv vom 25. Juni 2012
Autor: Stephan Sartoris Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Daun Drucken  E-Mail

Kneippverein will Konzept fürs Kurmittelhaus

Dass der Kurpark neu gestaltet wird, ist beschlossene Sache. Immer noch offen ist hingegen, was aus dem direkt angrenzenden alten Kurmittelhaus wird. Der Kneippverein, der dort Kurse anbietet, fordert von der Stadt einen Plan für eine künftige Nutzung.

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Daun. Risse durchziehen die Außenfassade, das Dach weist marode Stellen auf, die Duschen funktionieren nicht: nur einige Mängel am Kurmittelhaus am Sprudel, das seit zwei Jahren der Stadt gehört. Dass vieles im Argen liegt, ist lange bekannt. Würde nur das Notwendigste gemacht, wären allein dafür schon rund 200 000 Euro fällig. Allerdings ist derzeit kein Fördertopf in Sicht, aus dem die Stadt schöpfen könnte, um zu investieren.

Keine Alternativen


Was genau mit dem Gebäudekomplex passieren soll, ist deshalb momentan immer noch unklar - zum Leidwesen des Kneippvereins Daun. Er bietet Wassergymnastikkurse für wöchentlich fast 400 Personen, Tendenz steigend. Dafür braucht der Verein das Mineralbad (mit 32 Grad Wassertemperatur) im Kurmittelhaus, denn Alternativen gibt es nicht: Das Warmbad im Hallenbad ist geschlossen, das im Regina-Protmann-Seniorenhaus kann nicht genutzt werden, weil dort umgebaut wird. "Das Gebäude selbst ist in schlechtem Zustand, aber auch im Inneren gibt es viele Baustellen", sagen der Geschäftsführer des Kneippvereins, Wolfgang von Wendt, und der Mediziner Volkhard Bangert, seit kurzem Ehrenvorsitzender.
Aus ihrer Sicht darf die Problematik nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden: "Wir wissen um die schwierige finanzielle Lage der Stadt, dennoch halten wir unsere Forderung für legitim, dass endlich ein Konzept her muss, was mit dem Haus geschieht." Die Hoffnungen, dass ein Konzept fürs Kurmittelhaus in die Neugestaltung des benachbarten Kurparks integriert werden könnte, haben sich zerschlagen. "Die Situation ist nicht einfach für die Stadt, aber wir kritisieren, dass sie das Gebäude vor zwei Jahren ohne ein echtes Konzept, was daraus wird, gekauft hat", monieren Bangert und von Wendt.
Ein Großteil des Stadtrats hat sich vor kurzem vor Ort über die Situation im Gebäudekomplex (zu dem auch eine Sauna gehört) informiert. Der Tenor aus den Fraktionen: Wenn möglich, sollte das Kurmittelhaus erhalten bleiben. Ob allerdings in der derzeitigen Form, das soll geklärt werden. "Ich werde vorschlagen, so schnell wie möglich eine Umplanung für das Gebäude in Auftrag zu geben, um so zu erfahren, was auf die Stadt an Investitionskosten zukommen könnte", sagt Stadtbürgermeister Wolfgang Jenssen.
Umplanen bedeutet: Teile des Gebäudes könnten abgerissen werden, beispielsweise der Teil, in dem sich die Sauna befindet. Jenssen: "Sie könnte in das Hauptgebäude verlegt werden." Seine Hoffnung: "Bei einem kompakteren und energetisch sanierten Gebäude wären die Unterhaltungskosten niedriger." Die neue Planung soll noch in diesem Jahr so vorliegen, dass möglicherweise Geld in den Haushalt 2013 bereitgestellt werden kann.
Meinung
Endlich entscheiden

Kein Investor, kein Pächter, keine Förderung: Alle großen und kleinen Hoffnungen, die die Stadt bislang mit Blick auf die Zukunft des Kurmittelhauses hatte, haben sich nicht erfüllt. Sie steht allein da: was eine Idee angeht, was passieren soll, und vor allem finanziell. Ohne Frage: Das Haus ist ein gewaltiger Klotz am Bein der Stadt. Aber auch, wenn es um eine Zukunftsperspektive für den Gebäudekomplex nicht gut bestellt ist: Das darf nicht länger als Begründung angeführt werden. Eine Entscheidung muss her, was mit der stadteigenen Im mobilie passiert. Das ist nicht nur im Sinne des Kneippvereins, sondern aller Beteiligten. s.sartoris@volksfreund.de
Extra
Der Name erinnert an die Zeiten, als die Kur in Daun - das bis heute den Namen Kurstadt führt - noch ein wichtiges Standbein für die Kreisstadt war: das ehemalige Kurmittelhaus. Vor dem Jahr 1900 gebaut, betrieb der Dauner Sprudel das Haus bis in die 1960er Jahre. Als der sich zurückzog, pachtete die Stadt 1969 das Kurmittelhaus, verpachtete es aber wieder unter. Mitte der 1990er Jahre wurde in das Kurmittelhaus viel Geld gesteckt, nachdem es mehr als zwei Jahre nicht genutzt worden war. In zwei Bauabschnitten wurde fast eine Million investiert. Der Pachtvertrag zwischen Stadt und Sprudel hätte bis 2026 laufen sollen, aber 2010 kaufte die Stadt den Gebäudekomplex (altes Kurmittelhaus plus Anbau) vom Unternehmen. Damals befand sich dort neben einer Sauna auch eine Physiotherapie-Praxis, die aber Mitte 2010 geschlossen wurde. Seitdem ist der Kneippverein der einzige Nutzer. sts

 




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