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aus unserem Archiv vom 09. Mai 2012
Autor: Alwin Ixfeld Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Vulkaneifel Drucken  E-Mail

Mit Kladde, Kuli und Kamera durch den Kreis

Neun Gemeinden in drei Tagen begutachten, das ist die Aufgabe der Kommission des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft". Die sieben Fachleute bewerten die Teilnehmergemeinden nach einem landesweit einheitlichen Kriterienkatalog, der mehr als 50 Positionen in fünf Kategorien enthält.

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Vulkaneifel. Ein geschultes Auge, Objektivität, Fachwissen und die Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen, sind das eine, das die Kommissionsmitglieder des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" brauchen, um ein gerechtes Urteil fällen zu können. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung das andere. Schließlich geht\'s durch die Vulkaneifel. Genauer gesagt, durch neun Dörfer im Kreis.
Der Bewertungsbogen, mit dem die sieben Juroren unterwegs sind, enthält Kriterien wie "Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen", "bürgerschaftliches Engagement, soziale und kulturelle Aktivitäten" oder "Baugestaltung und -entwicklung". Außerdem achten die Bewerter auf die "Grüngestaltung" oder wie "das Dorf in der Landschaft" wirkt.
Für all das vergeben Landrat Heinz Onnertz und seine Mitstreiter Punkte. Aber sie geben auch Tipps, etwa zu Fördermöglichkeiten, bei denen sich Alfred Bauer von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft auskennt. Auch kleine Hinweise, wie sie Alois Mayer gibt ("Hängt doch außen an der Kirche ein kleines Schild mit wichtigen Daten auf") kommen gut an. Mayer und seine Kollegin Doris Clemens von den Landfrauen betrachten, wie sich die Menschen für ihr Dorf engagieren, also "ob das Dorf lebt".
Die Gutachter freuen sich daher, wenn viele Dorfbewohner mitgehen: "Das zeigt schon mal ein wenig vom Geist im Dorf", sagt Landrat Heinz Onnertz. Gerade die Gespräche unterwegs machen ihre Begehungen lebendig. Wie etwa die Unterhaltung mit einem jungen Ehepaar, das aus einem "fast zu Tode renovierten" alten Haus in Michelbach wieder ein Schmuckstück im Originalzustand gebaut hat.
Beeindruckt zeigt sich die Kommission auch von dem Belgier Franck Houben, der vor drei Jahren ein Haus in Hohenfels-Essingen gekauft hat und extra wegen der Dorfbegehung aus der Nähe von Antwerpen in seine zweite Heimat gekommen ist: "Uns hat die Natur, das viele Grün, hierher gezogen", sagt er und belegt damit auch, wie wichtig die Aufgaben von Landschaftsarchitektin Ulrike Kirchner und dem Denkmalpfleger Peter Burggraaff sind. Die beiden haben einen genauen Blick für das Grün im und um das Dorf und vor allem dafür, was die Menschen daraus machen.
Nach jeder der neun Besichtigungen setzen sich die Kommissionsmitglieder zusammen, vergleichen ihre Ergebnisse und vergeben die Punkte: "Das muss sein, denn am Ende der drei Tage ist man platt von den vielen Eindrücken", sagt der Dorferneuerungsbeauftragte des Kreises, Markus Kowall. Am Ende der Tour geben nicht Hochglanzbroschüren oder selbst gebackene Nussecken die meisten Punkte - obwohl auch die gut ankommen. Landrat Heinz Onnertz bringt es auf den Punkt: "Was wirklich zählt, sind die Menschen und was sie aus ihrem Dorf machen - äußerlich und vor allem im Zusammenleben."
Extra
Für den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" stellen sich der Bewertung Gerolstein-Büscheich, Gerolstein-Michelbach, Hohenfels-Essingen, Katzwinkel, Daun-Boverath, Daun-Steinborn, Wiesbaum, Hillesheim-Bolsdorf und Kerpen. Sie werden bewertet von Landrat Heinz Onnertz, Markus Kowall, Dorferneuerungsbeauftragter des Kreises, Doris Clemens, Vorsitzende des Landfrauenverbandes, Ulrike Kirchner, Landschaftsarchitektin (unter anderem Bundesgartenschau Koblenz), Peter Burggraaff, Historischer Geograf an der Uni Koblenz-Landau und Mitglied im Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Alois Mayer, Lehrer im Ruhestand und Fachmann für Eifelgeschichte sowie Alfred Bauer, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs-gesellschaft des Vulkaneifelkreises. aix

 




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