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Rätselraten um Radlerzahlen

DAUN. Dass der Maare-Mosel-Radweg von Daun nach Bernkastel-Kues eine wichtige Attraktion für den Fremdenverkehr in Eifel und Mosel ist, bleibt unbestritten. Doch wie viel Wertschöpfung er der Region bringt, ist in Zahlen noch nicht erfasst.

04.12.2003
Von unserer Mitarbeiterin
ANGELIKA KOCH
An Wochenenden in den warmen Monaten tummeln sich Massen von Radlern und Inline-Skatern auf dem Maare-Mosel-Radweg.

Niemand bestreitet den Erfolg des Konversionsprojekts, das eine alte Bahntrasse von Daun bis an die Mosel in eine auch für Untrainierte beliebte Radstrecke verwandelte. Doch wie sich der Erfolg in Zahlen bemisst, ist nach fünf Jahren noch immer ungeklärt.

Ein Anhaltspunkt ist Zugriff auf Internetseite

Harald Enders, Leiter des Landesbetriebs Straßen und Verkehr Gerolstein, der mit dem Ausbau der Strecken (neben dem Maare-Mosel-Radweg auch der Kylltalradweg) betraut ist, bedauert, dass es bislang nicht möglich war, die Nutzung der Wege in Zahlen zu fassen. "In der Schweiz führen Schüler und Studenten genaue Zählungen durch. Wir jedoch können nur sagen, dass die Kreise Daun, Wittlich und Bitburg jeweils fünf Millionen Euro in den vergangenen fünf Jahren in ihre Radwege-Netze investiert haben. Es wäre allmählich gut zu wissen, welchen Nutzen das bringt." Allerdings sei etwa der Kylltalradweg noch in der Entwicklungsphase, und Enders erwartet weiter steigende Touristenzahlen, wenn das Netz endgültig fertig ist.

Ein Anhaltspunkt für das GästeInteresse sei, dass in den sechs Monaten der Hauptsaison jeweils 11 000 Zugriffe auf die Website  www.eifel-radtouren.de verzeichnet wurden. Doppelt so viele wie im Jahr zuvor, als der Internetauftritt an den Start ging.

Befragt man Gastronomen entlang des Maare-Mosel-Radweges wie Hubert Drayer vom Landhotel Michels in Schalkenmehren, wie der Weg wirkt, so ist die Resonanz sehr positiv. Doch auch dort gibt es keine exakten Aussagen: "Unsere Gäste haben vielseitige Interessen, sie nutzen an einem Tag den Radweg und machen am nächsten ganz etwas anderes. Wie viele hauptsächlich vom Maare-Mosel-Radweg angelockt wurden, entzieht sich unserer Kenntnis."

Rainer Schmitz von der Manderscheider Kurverwaltung hofft auf die Installierung eines Infrarotzählsystems in den beiden Tunneln der Route, doch bislang sei das an den Kosten gescheitert. Werner Klöckner, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Daun und Aufsichtsrats-Vorsitzender der Eifel Tourismus GmbH, schätzt die Radlerzahl auf 120 000 Touristen und Einheimische.

Der Radweg boome weiter, und die Buchungsmöglichkeit des Radelbusses via Internet habe dazu geführt, dass es so gut wie keine Beschwerden mehr gebe. Lediglich die Anforderung, 36 Stunden vor Antritt der Tour zu reservieren, habe "hin und wieder für Unverständnis" gesorgt.

"Dunkelziffer" der spontanen Nutzer

Laut Rhein-Mosel-Verkehrsgesellschaft (RMV) wurden 6000 gebuchte Drahtesel transportiert, nicht eingerechnet die "Dunkelziffer" der spontanen Nutzer, die auf gut Glück den Service in Anspruch nahmen. Klöckner verweist auf das seit drei Jahren bestehende Routenteam, dessen Mitglieder bestätigten, dass "eine Vielzahl der Gäste mittlerweile dem Segment Radelurlauber zugeordnet werden können und somit in erheblichem Umfang zur Steigerung der Wertschöpfung in der VG Daun beitragen".

Auszurechnen, wie groß die tatsächlich ist, ist laut Auskunft des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) eigentlich Aufgabe und Interesse der einzelnen Ferienregionen selbst. Der Club nennt jedoch als Orientierungsgröße, die regionalen Schwankungen ausgesetzt ist, einen Durchschnitt von 70 Euro pro Tag, die ein Radler im Urlaub lässt.

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