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Ulmen protestiert gegen geplante Deponie

Sorge um das Trinkwasser: Verbandsgemeinderat verabschiedet Resolution gegen Vorhaben in Strohn

(Ulmen/Strohn) Die Gegner der geplanten Deponie in Strohn bekommen Unterstützung aus dem Nachbarkreis. Der Rat der Verbandsgemeinde Ulmen (Kreis Cochem-Zell) hat sich einstimmig dagegen ausgesprochen.

27.12.2013
Kevin Rühle und Stephan Sartoris
Ulmen/Strohn. Fast eine Milliarde Liter Wasser fließen jährlich aus fünf Brunnen in Strohn in Cochem-Zeller Wasserleitungen. Sie sind die größte Gewinnungsanlage des Wasserwerks des Nachbarkreises. In der Nähe der Quellen plant eine Firma eine Abfalldeponie zu errichten, der Gemeinderat von Strohn hat diesem Vorhaben bereits zugestimmt.
Nun hat der Ulmener Verbandsgemeinderat eine Resolution gegen das Projekt verabschiedet, aus Sorge um die Trinkwasserqualität. Der Antrag der CDU-Fraktion wurde einstimmig angenommen.
Seit gut zwei Jahren ist bekannt, dass die Kastellauner Firma Scherer in der von ihr betriebenen Lava- und Basaltgrube in Strohn eine Deponie der Klasse 1 einrichten will. Bisher wurde dort bereits Erde abgelagert, die beim Bau von Straßen angefallen ist. Damit sollen diejenigen Löcher gefüllt werden, die beim Abbau der Rohstoffe entstanden sind.

Gesundheitsgefahren befürchtet


Doch das reiche nicht aus, um die Grube auf Dauer wirtschaftlich zu betreiben, sagt Geschäftsführer Jörg Scherer.
Geht der Genehmigungsantrag durch, den die Firma bei der Struktur- und Dienstleistungsdirektion Nord eingereicht hat, ist die Lagerung von Stoffen wie Asbest oder Rost und Kesselasche erlaubt. Was gefährlich werden könnte für Menschen und Tiere, sagen die Deponie-Gegner. Heinz-Peter Thiel, Landrat des Kreises Vulkaneifel, hält die Deponie hingegen für nötig. Der Bedarf sei da und werde noch wachsen, nicht allein in der Vulkaneifel, sondern in mehreren Kreisen im nördlichen Rheinland-Pfalz.
In Ulmen hat man sich klar positioniert: "Der Verbandsgemeinderat lehnt jegliche Pläne zur Errichtung einer Abfalldeponie in Strohn ab", heißt es in der Resolution.
Auch das Kreiswasserwerk Cochem-Zell hat Einwände vorgebracht. So müsse eine Deponie eine geeignete Abdichtung erhalten und der Betreiber verpflichtet werden, für mögliche Schäden in vollem Umfang zu haften.
Der VG-Rat wiederum verweist auf zu befürchtende "gravierende gesundheitliche Auswirkungen für die Menschen der Region". "Es geht hier um unser gutes Wasser und unsere Lebensqualität. Das ist eine Riesenschweinerei, die dort passieren soll", sagte Roswitha Lescher, die Fraktionsvorsitzende der CDU. Diese Deponie betreffe die Vulkaneifel und die Mosel gleichermaßen. Die Ulmener Ratsmitglieder bezweifeln, dass eine solche Deponie benötigt wird.
Die Bürgerinitiative hat beim rheinland-pfälzischen Bürgerbeauftragten eine Petition eingereicht, die von mehr als 500 Bürgern unterschrieben wurde. Diese ist im Internet unter der Adresse petition.wartgesberg.de einzusehen.