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Unternehmer plant Deponie am Strohner Wartgesberg

Steinbruch-Betreiber möchte wieder Erde ablagern - Naturschützer skeptisch

(Strohn. ) Die Firma Scherer, die in Strohn einen Steinbruch betreibt, plant vor Ort eine Deponie für gar nicht oder gering belastete Erde und Gestein. Während die Kreisverwaltung diesen Schritt begrüßt, wird er von Naturschützern skeptisch beäugt.

14.10.2011
Sarah-Lena Gombert
Von der Spitze des Wartgesbergs hat man einen wundervollen Blick über die Vulkaneifel, einen guten Blick auf den Ort Strohn - und auf den Steinbruch der Firma Ernst Scherer Baustoffe. Hier wird Lava und Basalt gewonnen, der vor allem im Straßenbau verwendet wird.
Bis 1993 hat das Unternehmen, das auch ein zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb ist, hier nicht nur Steine abgebaut, sondern auch andere Stoffe abgelagert. Das war vor allem Erde, die beim Bau von Straßen angefallen ist. Seit einigen Jahren ist das so nicht mehr möglich.
"Wir dürfen nur noch etwa zehn Prozent der Stoffe annehmen, die wir früher annehmen durften", sagt Geschäftsführer Jörg Scherer. Das sei für einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlage nicht genug. Außerdem gehe die Rekultivierung des Wartgesberges, zu der er verpflichtet ist, nur schleppend voran. "Wir wollen eine klare rechtliche Grundlage haben und eine Möglichkeit schaffen, die hauptsächlich im Straßenbau anfallenden Aushubmassen ordnungsgemäß zu entsorgen", sagt Scherer.
Darum plant er den Bau einer sogenannten DK1-Deponie. Das ist eine versiegelte Lagerstelle für bestimmte Stoffe, die gar nicht oder nur gering belastet sind. Wie er sich das vorstellt, hat Scherer der Ortsgemeinde, dem Landkreis, der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord und auch dem Naturschutzbund Nabu erläutert. Die SGD ist für die Genehmigung der Deponien zuständig. "Das Unternehmen wird nun die nötigen Planunterlagen erstellen", erklärt Alfred Grunenberg von der SGD. Aus seiner Sicht gibt es kein Argument, das "grundsätzlich rechtlich" gegen eine DK1-Deponie spreche.
Peter Felten von der Dauner Nabu-Gruppe steht den Plänen Scherers skeptisch gegenüber. Zwar hat er grundsätzlich kein Problem mit der DK1-Deponie. Doch er schreibt in einer Mitteilung, dass die Grenzwerte für bestimmte belastende Stoffe bei solch einer Deponie zum Teil drastisch erhöht seien im Vergleich zu dem, was Scherer zurzeit abladen dürfe. Weiterhin dürfe man in einer DK1-Deponie Stoffe ablagern, die bislang nicht in Strohn abgeladen wurden, wie beispielsweise Asche oder Schlacke. Außerdem warnt Felten davor, dass es zu einem "Mülltourismus" kommen könnte.
"Ich möchte klarstellen, dass wir hier keine Stoffe ablagern möchten, die nicht den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen", betont Scherer. Er wolle lediglich sein bisher geführtes Geschäft weiter betreiben können, mit dem Unterschied, dass die eingelagerten Massen zukünftig versiegelt und das anfallende Wasser abgeleitet werden. Auch sei das Abladen von Asche und Schlacke "nicht sein Geschäft." Doch er werde und könne sich nicht im Vorfeld darauf festlegen, denn das, was deponiert wird, sei in der Deponieverordnung gesetzlich geregelt und langjährig geprüft.
Der Kreis begrüßt das Vorhaben des Unternehmers: "Wenn das genehmigt wird, haben wir selbstverständlich auch Interesse daran", sagt Kreissprecherin Verena Bernardy. "Dort könnten wir Bauschutt hinbringen, der im Landkreis anfällt und für den wir entsorgungspflichtig sind."
Scherer schätzt, dass er 2013 mit dem Bau der Deponie beginnen kann. Seiner Einschätzung nach werden, wenn er seine Pläne umsetzen kann, weniger Lastwagen als in den beiden vergangenen Jahrzehnten durch Strohn fahren. Die für die Deponie infrage kommenden anfallenden Massen sind wirtschaftlich begrenzt. "Es wird dann acht Jahre dauern, bis wir die geplante Höhe von 460 Metern erreicht haben." Sein Steinbruch am Wartgesberg, sagt der Hunsrücker, könne wahrscheinlich noch 20 bis 30 Jahre lang betrieben werden.